Erste Generation deutscher Solarparks erreicht Modernisierungsalter

Solarparks neues Leben einhauchen

Sinkende Erträge, Ausfälle, fehlende Ersatzteile, defekte Wechselrichter sowie steigende Reparaturkosten können auf Modernisierungsbedarf im Solarpark hinweisen. Am Anfang steht eine Zustands- und Leistungsanalyse.

Bild: iStock, Dusan Stankovic
01.10.2026

Die erste Generation deutscher Solarparks erreicht das Modernisierungsalter. Insbesondere Anlagen aus dem Jahr 2011 oder früher erreichen einen Punkt, an dem die Betreiber ihre Strategie für die kommenden Betriebsjahre überprüfen sollten: Soll die Anlage weiterbetrieben werden? Sollten einzelne Komponenten modernisiert werden? Oder sollte die Anlage umfassender repowert werden?

Beim Repowering von Solarparks werden die ursprünglichen Komponenten – meist Module und Wechselrichter – durch moderne Technologie ersetzt. Dadurch lassen sich Leistung und Betriebsdauer bestehender Solarparks erhöhen. Repowering kann den weiteren Photovoltaikausbau in Deutschland somit sinnvoll ergänzen, indem effizientere Technik und eine bessere und längere Nutzung bereits erschlossener Flächen und vorhandener Infrastruktur ermöglicht werden.

Greenbuddies beobachtet eine steigende Nachfrage nach der Modernisierung und dem Repowering bestehender Freiflächenanlagen. Das Unternehmen unterstützt Betreiber, unabhängige Stromerzeuger, Investoren und Asset Manager bei dieser strategischen Entscheidung und kann dabei auf Erfahrungen aus rund 30 Modernisierungs- und Repoweringprojekten in Deutschland zurückgreifen.

Der technologische Fortschritt ist erheblich: Werden ältere Komponenten nach rund 15 Betriebsjahren durch moderne Technologie ersetzt, kann sich der Wirkungsgrad einer PV-Anlage um bis zu 30 Prozent erhöhen. Ein neues Modul kann somit heute leistungsmäßig bis zu zwei ältere Module ersetzen.

Für den weiteren Betrieb bestehender Solarparks sind wesentliche Voraussetzungen häufig bereits gegeben. Die Flächen sind erschlossen, Zufahrten und Unterkonstruktionen sind vorhanden und die Anlagen sind an das Stromnetz angeschlossen. Eine Modernisierung bietet somit die Möglichkeit, bereits erschlossene Standorte und vorhandene Infrastruktur mit leistungsfähigeren Technologien weiter zu nutzen.

„Wir sehen, dass die Nachfrage nach der Modernisierung bestehender Solarparks in Deutschland steigt. Die erste größere Generation deutscher Solarparks erreicht jetzt einen Punkt, an dem Betreiber Entscheidungen für die nächsten zehn bis 15 Betriebsjahre treffen müssen“, sagt Andrey Reifschneider, Chief International EPC Buddy bei Greenbuddies. „Das bedeutet jedoch nicht, dass jede ältere Anlage vollständig erneuert werden sollte. Arbeitet ein Solarpark zuverlässig und liefert die erwarteten Erträge, kann der Weiterbetrieb die wirtschaftlich sinnvollere Lösung sein. Entscheidend ist die Bewertung des einzelnen Projekts.“

Wann sich eine Modernisierung lohnt

Greenbuddies orientiert sich insbesondere an Anlagen aus dem Jahr 2011 oder früher. Gut geplante und fachgerecht errichtete Solarparks können jedoch auch nach 15 Jahren noch zuverlässig arbeiten. Ausschlaggebend sind der technische Zustand, die tatsächliche Anlagenleistung sowie die wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen. Bei älteren Anlagen können sich allerdings Leistungsverluste aufgrund des Alters, technische Defekte, fehlende Ersatzteile oder Probleme mit einzelnen Komponentengenerationen bemerkbar machen.

Hinweise auf einen möglichen Modernisierungsbedarf sind unter anderem:

  • sinkende Energieerträge,

  • wiederkehrende Ausfälle,

  • nicht mehr verfügbare Ersatzteile,

  • defekte Wechselrichter,

  • Schäden oder Verluste in der DC-Verkabelung sowie

  • steigende Reparaturkosten.

Veränderte betriebliche Anforderungen oder die geplante Integration eines Batteriespeichers können ebenfalls eine technische Neubewertung erforderlich machen. Neben technischen Gründen können auch wirtschaftliche Überlegungen für ein Repowering sprechen. Dies kann beispielsweise interessant sein, wenn die installierte Gesamtleistung beibehalten werden soll, um weiterhin vom ursprünglichen Einspeisetarif zu profitieren.

Am Anfang sollte deshalb eine Zustands- und Leistungsanalyse stehen. Diese umfasst Module, Wechselrichter, Verkabelung und Unterkonstruktion sowie die tatsächlichen Erträge der Anlage. Auf dieser Grundlage lässt sich entscheiden, ob die bestehende Technik weiterbetrieben, einzelne Komponenten ausgetauscht oder größere Anlagenteile modernisiert beziehungsweise erweitert werden sollten.

Greenbuddies Projekte in Deutschland

Die Projekte von Greenbuddies in Büttel, Gotha und Wölfersheim zeigen, wie unterschiedlich Modernisierung und Repowering von Bestandsanlagen ausfallen können.

Beim Solarpark SKV Büttel modernisierte Greenbuddies gemeinsam mit DiSUN Deutsche Solarservice eine Photovoltaikanlage mit 19,6 MWp. Im Rahmen des Projekts wurden 87.100 Module und 1.180 Wechselrichter demontiert sowie 27.418 neue Module und 220 Wechselrichter installiert. Möglich wurde diese deutliche Reduzierung unter anderem durch die höhere Effizienz moderner Komponenten. Die ursprünglich um das Jahr 2010 installierten Solarmodule erreichten einen maximalen Wirkungsgrad von etwa 14 Prozent, die neu eingesetzten Module hingegen bis zu 24 Prozent. Zusätzlich wurde die DC- und AC-Verkabelung erneuert. Das Projekt zeigt, wie sich durch den Einsatz leistungsfähigerer Komponenten die Anzahl der benötigten Bauteile und somit die technische Komplexität einer Bestandsanlage deutlich reduzieren lässt.

In Gotha wurde eine Photovoltaikanlage aus dem Jahr 2012 mit ursprünglich 11,7 MWp modernisiert. Mehr als 50.000 ältere Glasmodule wurden unter technisch anspruchsvollen Bedingungen demontiert. Nach einer Neuverlegung der Strings installierte Greenbuddies auf rund zwei Dritteln der Fläche knapp 22.000 Module mit jeweils 545 Wp. Die leistungsfähigeren Module ermöglichen eine effizientere Nutzung der vorhandenen Fläche und schaffen die Voraussetzungen für den weiteren Anlagenbetrieb.

In Wölfersheim wurden auf der bestehenden Unterkonstruktion zusätzlich 1,5 MWp installiert. Die Leistung des Solarparks stieg damit auf derselben Fläche um 25 Prozent gegenüber dem ursprünglichen Anlagenstand. Die 96.400 m2 große Anlage befindet sich auf einer ehemaligen Brachfläche.

Repowering endet nicht mit dem Modultausch

Zu Modernisierungen und Repowering gehören neben dem Einbau neuer Komponenten auch Demontagearbeiten, technische Anpassungen und die fachgerechte Entsorgung des ausgebauten Materials. Funktionsfähige Bauteile können als Ersatzteile weitergenutzt werden, andere müssen fachgerecht recycelt werden. Je nach Projekt übernimmt Greenbuddies gemeinsam mit einem Vertragspartner auch die Rücknahme, den Transport und das Recycling ausgebauter PV-Module innerhalb der EU.

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