Methanol-Inseln Solar Future

Die schwimmenden Solarinseln, auf dem Schiff links befänden sich alle notwendigen Anlagen zur Produktion von Methanol.

Bild: NOVATON AG, Zürich
27.01.2020

Eine Null-CO2-Bilanz im Güterverkehr? Ist möglich! Und zwar mit Solarinseln in unseren Weltmeeren. Mit diesen könnte genügend Treibstoff produziert werden, um die ganze Welt zu versorgen.

Das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) gehört zu den größten Gefahren für unser Klima. Trotz der Bemühungen zur Senkung, schreitet dieses Vorhaben nur langsam voran. Was also, wenn man es einfach recyceln würde? Forschende der ETH Zürich, des PSI und der Universität Zürich, Bern und der norwegischen Universität für Forschung und Technologie, stellen sich nun, gemeinsam mit einem Team der Empa, dieser Herausforderung. Sie haben das Szenario kalkuliert und zeigen auf, dass mit solaren Methanol-Inseln genügend Treibstoff produziert werden könnte, um weltweit die Mobilität CO2-neutral zu gestalten.

Produktion auf dem Meer

Die Solarinseln sollen dazu in unseren Ozeanen platziert werden und dort aus Solarenergie und Wasser, Wasserstoff produzieren. Dieser könnte dann vor Ort, mit dem aus dem Meerwasser gewonnen CO2, zu Methanol umgewandelt werden. Die Ausgangsstoffe könnten so also direkt aus dem Ozean gewonnen beziehungsweise dort hergestellt werden. Aber warum auf dem Meer? Aus einem einfachen Grund: Die Fläche! Es würden etwa 170.000 km2 Produktionsfläche benötigt werden, um den jährlichen Bedarf an Treibstoff für den Güterverkehr zu decken. 90 Millionen US-Dollar, ist der Preis für eine Methanol-Insel, welche rund 70 Photovoltaikinseln mit einem Durchmesser von 100 m2 und ein Schiff mit Elektrolyse- und Syntheseanlagen umfasst. Das wäre insgesamt eine Fläche von 550.000 m2. Allerdings würde nur eine Fabrik nicht genügen, es bräuchte 170.000 Inseln, um eine Null-CO2-Bilanz zu erreichen. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Technologie entwickelt.

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