SCHURTER AG ELECTRONIC COMPONENTS

Blick auf die Skyline von Hongkong. Hier hat das Unternehmen Chi Lick Schurter seinen Sitz.

Bild: Pixabay, Free-Photos

20-jähriges Jubiläum So erschloss Schurter den asiatischen Markt

14.08.2019

Die Schurter-Gruppe feiert das 20-jährige Bestehen des Joint Ventures mit dem chinesischen Unternehmen Chi Lick. Die Beteiligung an dem Hersteller war Mitte der 90er-Jahre das Eintrittstor für Schurters erste eigene Fertigung im asiatischen Markt. Ein Rückblick.

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Mitte der 90er-Jahre sah die Schurter-Gruppe unter Führung des damaligen CEOs und heutigen VR-Präsidenten Hans-Rudolf Schurter die Zeit gekommen, im asiatischen Raum Fuß zu fassen. Indien? China? Man entschied sich dafür, erst den indischen Subkontinent anzugehen, da die verbindende englische Sprache und eine größere kulturelle Nähe als günstig empfunden wurden.

Der Besuch einer chinesischen Elektronikmesse führte Hans-Rudolf Schurter dann aber an den Stand eines ihm bis dahin unbekannten Herstellers aus Hongkong mit Namen Chi Lick. Schnell kam man ins Gespräch, die Kommunikation war einfacher als erwartet. Dilys Leung, heutige CEO, Tochter des Unternehmensgründers und „Tüftlers“ K. L. Leung, hat in Kanada studiert. Genau wie ihre jüngeren Geschwister Audrulee, Ben und Fonnie, die allesamt in der Unternehmung tätig sind. Für Hans-Rudolf Schurter war spürbar, dass hier Leute mit Herz und Tatendrang bei der Sache sind.

Ziel: eigene Produktionsstätten

Die Gruppengesellschaft in Indien war zwischenzeitlich (1995) aufgegleist, in Japan (1982) und Singapur (1997) bestanden bereits Tochtergesellschaften für den Vertrieb. Weitere Partner konnte
Schurter schon zu Beginn der 1980er-Jahre in Taiwan und Korea gewinnen.

Das eigentliche Ziel aber waren eigene Produktionsstätten in Fernost. Nach eingehendem Studium des Chi-Lick-Portfolios, das Sicherungen und Sicherungsclips umfasste, wurde beschlossen, sich an diesem Unternehmen (vorerst) mit einer Minderheitsbeteiligung zu engagieren. Am 20. Juni 1999 wurden die Verträge unterzeichnet.

Zu eben jener Zeit fällte Schurter den strategischen Entscheid, Sicherungen der Dimension 5x20 nicht mehr weiter in Luzern produzieren zu wollen. Selbst bei vollautomatisierter Produktion rechnete es sich nicht mehr. Hier kam Chi Lick ins Spiel. Erst war angedacht, die bestehenden Schweizer Automaten nach China zu verschiffen. Doch die Entwickler bei Chi Lick waren überzeugt, dass sie dies selbst schaffen würden. So haben sie also ihre eigenen Automaten von Grund auf selbst entwickelt und hergestellt.

Die luzernischen Automaten fanden zu guter Letzt den Weg nach Indien, wo sie in etwas optimierter Form noch heute ihren Dienst verrichten. So entstand die für Schurter etwas untypische Situation der Second Source für das Commodity-Gut 5x20-Sicherung.

Ausbau und IATF-Zertifizierung

Für die Gruppe war das Joint Venture Chi Lick Schurter ein erster Schritt in den chinesischen Markt inklusive Produktionsstandort. Hätte man dies von der Pike auf angehen müssen, wäre der Aufwand beträchtlich höher gewesen. Im Gegenzug öffnete sich für die chinesischen Partner ein weltweites Netzwerk an Distributoren und weiteren, unterstützenden Schwestergesellschaften.

Chi Lick Schurter betreibt heute ein Produktionswerk und eine wachsende Anzahl an Vertriebsniederlassungen in aktuell sechs Städten Chinas (inklusive Hongkong). Nachdem das Unternehmen seit dem Jahr 2000 ein nach ISO 9001 zertifiziertes Managementsystem besitzt, wurde das Qualitätsmanagementsystem in der Produktion von Schmelzsicherungen und Metallstanzteilen für elektronische Bauteile sowie für Vertrieb, Kundenservice, Logistik, Einkauf und Lieferantenkontrolle für den Automobilbereich im November 2014 erstmals nach ISO/TS 16949 akkreditiert. 2017 folgte das „Upgrade“ zu
IATF16949.

Im Gespräch mit Hans-Rudolf Schurter ist die freundschaftliche Verbundenheit mit seinen Partnern aus Hongkong schnell zu spüren. Als einen der Schlüsselfaktoren für den Erfolg des Joint Ventures sieht Schurter den sofortigen Einbezug der jungen Unternehmergeneration in die gruppenweiten Aktivitäten. Das hat sie rasch mit der „Schurter-DNA“ vertraut gemacht.

Umsatzentwicklung von Chi Lick Schurter

  • 1999: 9,1 Millionen Hongkong-Dollar (circa 1,04 Millionen Euro)

  • 2009: 30,9 Millionen Hongkong-Dollar (circa 3,52 Millionen Euro)

  • 2018: 76,4 Millionen Hongkong-Dollar (circa 8,71 Millionen Euro)

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