Vernetzte Überwachung verlängert die Reaktionszeit bei Gefahren

So behalten Rechenzentren ihre Risiken im Griff

Für einen Rechenzentrumsbetreiber beschränkt sich das Risiko selten auf ein einzelnes System oder eine einzelne Abteilung.

Bild: Flir
02.09.2026

Im Rechenzentrum kann ein Vorfall am Zaun zum teuren Betriebsausfall werden. Flir zeigt, wie Radar, Wärmebildtechnik und Inspektionen Risiken entlang des gesamten Standorts sichtbar machen und die Reaktionszeit verlängern.

Für einen Rechenzentrumsbetreiber beschränken sich Risiken selten auf ein einzelnes System oder eine einzelne Abteilung. Es kann mit einem aufgeschnittenen Zaun beginnen, einem Eindringling, der sich einer Umspannstation nähert, einem Alarm, dem niemand genug Bedeutung zumaß, um ihm nachzugehen, oder einem Rack, das sich nachts überhitzt. Die Ursachen mögen ganz unterschiedlich sein, doch die Folge ist fast immer dieselbe: eine Betriebsunterbrechung, die wirklich teuer werden kann. Mehr als die Hälfte aller schwerwiegenden Ausfälle in Rechenzentren kann ein Unternehmen mittlerweile über 100.000 US-Dollar kosten, und etwa jeder fünfte Ausfall übersteigt laut der jährlichen Ausfallanalyse 2024 des Uptime Institute 1 Million US-Dollar.

Die Herausforderung besteht darin, dass die Branche dazu neigt, Schutzmaßnahmen so zu verkaufen, wie sie intern organisiert werden: Immer eine Funktion nach der anderen, wobei die Perimetersicherheit in den Verantwortungsbereich des Sicherheitsverantwortlichen fällt, der Schutz der Umspannwerke der Anlagenverwaltung zugerechnet wird, während die thermische Überwachung und Inspektion der Racks dem Bereich Zuverlässigkeit und technische Instandhaltung überlassen bleibt. Aber der Betriebsleiter ist für den permanenten Betrieb des gesamten Standorts verantwortlich, wodurch der Zaun und die Racks Teil derselben Diskussion über Betriebsrisiken werden.

Zuverlässigkeit, kein separater Sicherheitsposten

Perimeterüberwachung, elektrische Überwachung, Alarmmanagement und Rack-Inspektionen fallen zwar unter die Zuständigkeit verschiedener Abteilungen, dienen aber alle demselben Zweck: Probleme früh genug zu erkennen, um zu verhindern, dass sie den Betrieb beeinträchtigen.

Ein Perimeterverstoß beginnt beispielsweise oft als Sicherheitsvorfall. Erreicht der Eindringling ein Umspannwerk oder andere kritische Anlagen, wird daraus schnell ein Problem für den laufenden Betrieb. Die Sicherheitsabteilung mag den Vorfall untersuchen, doch die betrieblichen Auswirkungen werden anhand von Kapazitätsverlusten, Betriebsunterbrechungen und Wiederherstellungszeiten gemessen. Die Zusammenführung dieser Kontrollmaßnahmen in einem einzigen Programm verschafft den Betreibern einen umfassenderen Überblick über die von ihnen verwalteten Risiken. Außerdem trägt das dazu bei, die Lücken zu verringern, die zwangsläufig entstehen, wenn jede Abteilung ihre Systeme unabhängig voneinander plant, beschafft und betreibt.

Gefahren vom Zaun bis ins Innere verfolgen

Am ihrem äußeren Grundstücksrand können sich Rechenzentren kilometerweit als dunkler, nur spärlich besetzter Sicherheitsbereich erstrecken. Ein Großteil dieser Dunkelheit ist beabsichtigt. Viele Standorte sind als Einrichtungen mit geringer Beleuchtung konzipiert, um eine zusätzliche Lichtverschmutzung der Umgebung zu vermeiden – was zwar gut für die benachbarten Gemeinden ist, herkömmlichen Kameras jedoch kaum Ansatzpunkte liefert. Die Wärmebildtechnik beseitigt diese Abhängigkeit, indem sie die Wärmesignatur einer Person oder eines Fahrzeugs in völliger Dunkelheit erfasst. Die frühzeitige Erkennung von Bewegungen ist hier entscheidend, denn je weiter eine potenzielle Bedrohung in das Gelände vordringt, desto weniger Zeit bleibt einem Bediener, um die Situation einzuschätzen und zu reagieren.

Die Lösung kann ein mehrschichtiger Sicherheitsansatz sein, beginnend mit einem Radarsystem wie dem Flir R-190/R-290, das Bewegungen erkennt, sobald diese sich dem Gelände nähern oder die Begrenzung überschreiten. Es arbeitet sowohl mit den bispektralen Wärmebild-/Realbildkameras der FH-Serie AI als auch mit den bispektralen Wärmebild-/Realbild-PTZ-Kameras der Elara DX-Serie zusammen, um die detektierte Aktivität zu verifizieren und weiter zu verfolgen. Anstatt sich auf einen einzelnen Sensor oder einen isolierten Alarm zu verlassen, erhält der Bediener Informationen aus mehreren Quellen, die dabei helfen zu entscheiden, ob das Ereignis ein Eingreifen erfordert.

Diese erkannten Ereignisse können in das Videomanagementsystem Flir Latitude VMS eingespeist werden, wodurch die Leitstelle einen einheitlichen Überblick über das Geschehen erhält. Dabei verbindet Flir Nexus Sensoren und Systeme miteinander, sodass die am Zaun gesammelten Informationen auch wirklich die zuständigen Einsatzkräfte erreichen.

Wenn man weiter in das Gelände vordringt, stellt das Umspannwerk einen der wichtigsten Risikofaktoren dar. Die Anlagen, die die Rechenzentren mit Strom versorgen, sind für den Betrieb unverzichtbar, stehen jedoch oft weniger im Sicherheitsfokus als die Systeme im Inneren des Gebäudes.

Fest installierte radiometrische Wärmebildkameras können Transformatoren, elektrische Anschlüsse und andere unter Spannung stehende Anlagen kontinuierlich auf ungewöhnliche Temperaturänderungen überwachen. Während Technikern bei einer Sichtprüfung eine lose oder defekte Verbindung entgehen könnte, erkennt eine fest installierte Infrarotkamera die von ihr erzeugte Wärme bereits lange bevor die Anlage ausfällt. Dadurch kann das Betriebsteam Probleme untersuchen und Reparaturen während eines geplanten Wartungsfensters durchführen, anstatt erst auf einen Ausfall reagieren zu müssen

Innerhalb der Serverräume wird die verfügbare Reaktionszeit noch kürzer. Racks mit hoher GPU-Dichte können ein Vielfaches der Leistung eines herkömmlichen 8- bis 12-kW-Racks aufnehmen und erzeugen so mehr Wärme auf kleinerem Raum. Unter diesen Bedingungen kann sich ein Kühlungsproblem oder ein Komponentenausfall, der sich über mehrere Tage hinweg entwickelt hat, innerhalb von Minuten dramatisch verschlimmern.

Auch regelmäßige Inspektionen mit Handgeräten spielen eine wichtige Rolle, da sie es den Wartungsteams ermöglichen, Anlagen aus verschiedenen Blickwinkeln und Entfernungen zu betrachten. Die stationäre thermische Überwachung sorgt für Transparenz zwischen den planmäßigen Inspektionen, während Handgeräte mit routenbasierten Inspektionsfunktionen, wie beispielsweise die Flir i65 in Verbindung mit der Assetlink-Software, detailliertere Inspektionen, Analysen und Dokumentationen ermöglichen, sobald ein potenzielles Problem erkannt wird. Integrierte Funktionen wie die Referenzbildaufnahme stellen sicher, dass diese Handinspektionen zu wiederholbaren, nachverfolgbaren Wärmebilddaten führen, wodurch sich Veränderungen im Zeitverlauf leichter erkennen lassen, was Reparaturentscheidungen erleichtert. In Kombination mit Sicherheitskomponenten wie Infrarotfenstern können Wartungsteams so dazu beitragen, den sicheren Betrieb aufrechtzuerhalten, indem sie unter Spannung stehende elektrische Anlagen sicher inspizieren.

Zwei Budgets, ein betriebliches Problem

Sicherheit und Betrieb werden oft getrennt verwaltet, was dazu führt, dass verschiedene Teams Wärmebildtechnologie für unterschiedliche Zwecke anschaffen. Die Sicherheitsabteilung investiert möglicherweise in Wärmebildkameras für den Perimeterschutz, während das Instandhaltungsteam Wärmebildtechnologie für elektrische Inspektionen, frühzeitige Branderkennung und die Überwachung von Serverschränken einsetzt. Obwohl diese Anschaffungen oft unabhängig voneinander getätigt werden, dienen sie der Bewältigung eng miteinander verbundener Risiken.

Einfach ausgedrückt: Die Anschaffungen werden aus unterschiedlichen Budgets finanziert, da die Organisation entsprechend gegliedert ist. Das Risiko selbst ist jedoch nicht nach Bereichen aufgeteilt.

Grand View Research bezifferte den Markt für physische Sicherheit in Rechenzentren im Jahr 2023 auf 1,87 Milliarden US-Dollar und prognostiziert, dass er bis 2030 4,83 Milliarden US-Dollar erreichen wird. Mordor Intelligence prognostiziert, dass der Markt für Wärmebildsysteme von 5,78 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 8,71 Milliarden US-Dollar bis 2031 wachsen wird.

Die beiden Bereiche Security und Instandhaltung mögen als getrennte Märkte wahrgenommen werden, doch für die Betreiber sind sie Teil derselben Herausforderung, nämlich eines zuverlässigen, permanenten Betriebs. Beide Bereiche stehen vor der Aufgabe, sich abzeichnende Probleme aufzudecken, ausreichende Informationen für Maßnahmen zu liefern und größere Ausfälle zu verhindern.

Ein umfassenderes Zuverlässigkeitsbild

Auch Compliance-Anforderungen veranlassen Betreiber zu einem stärker koordinierten Ansatz. Die Ausgabe 2023 der NFPA 70B legt größeren Wert auf dokumentierte elektrische Wartungsarbeiten und thermografische Inspektionen. Inspektionsprotokolle, festgestellte Mängel und Korrekturmaßnahmen sind zunehmend Teil des übergeordneten Wartungs- und Auditprozesses der Anlage und werden nicht mehr informell oder isoliert verwaltet.

Das bedeutet keineswegs, dass Betreiber bereits funktionierende Systeme ersetzen müssen. Es bedeutet vielmehr, dass sie den Perimeterschutz, die Stromüberwachung, die Innenüberwachung, den Zustand der Racks und die Einhaltung von Vorschriften als Teil eines einheitlichen Zuverlässigkeitsprogramms betrachten sollten.

Flir unterstützt diesen gesamten Prozess – von der Radar- und Wärmebilderkennung am Perimeter bis hin zur radiometrischen Überwachung kritischer Geräte innerhalb der Anlage. Durch die Vernetzung dieser Funktionen erhalten Betreiber einen klareren Überblick über die Risiken am gesamten Standort und mehr Zeit, um zu reagieren, bevor eine Situation eskaliert und es zu einem Ausfall kommt.

Für die meisten Betreiber von Rechenzentren bedeutet der erste Schritt keine Bestellung von zusätzlichem Equipment. Es ist geht vielmehr um einen Perspektivwechsel, nämlich darum, den Weg vom Zaun im Außengelände bis zum Rack im Innenraum als eine durchgängige Zuverlässigkeitsaufgabe zu betrachten.

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