Unmittelbare Anbindung an das Energiemanagement

Smart-Meter-Daten in Echtzeit

Die Zählerstände und Leistungsdaten werden über das Smart-Meter-Gateway per HAN-Schnittstelle in Echtzeit ausgelesen.

Bild: SPiNE GmbH
12.01.2026

SPiNE und Inexogy haben gemeinsam eine Lösung entwickelt, die Zählerdaten über das Smart Meter Gateway sicher und standardkonform in Echtzeit ausliest. Die Live-Daten werden lokal verarbeitet und stehen für Energiemanagement- und Monitoring-Funktionen sowohl lokal als auch zentral bereit.

SPiNE und Inexogy haben gemeinsam eine Lösung umgesetzt, mit der sich Zählerdaten der lokalen Messeinrichtung – das heißt des Stromzählers von Endkunden – über das Smart Meter Gateway (SMGW) sicher, standardkonform und in Echtzeit auslesen und für Energiemanagement- und Monitoring-Lösungen nutzen lassen.

Hierzu stellt Inexogy als Messstellenbetreiber (MSB) die erforderlichen Letztverbraucher-Profile mit dem passenden Tarifanwendungsfall (TAF) auf dem SMGW bereit. Das Gateway und nachgelagerte Systeme erhalten darüber die autorisierte Freigabe, Zählerdaten aus der lokalen Messeinrichtung auszulesen. Die Messeinrichtung ist mit dem SMGW verbunden und das Gateway übermittelt Messwerte wie Zählerstände und Leistungsdaten gemäß den Vorgaben der TR-03109.

Zählerdaten in Sekunden lokal verarbeiten

Auf Basis dieser Infrastruktur hat SPiNE eine Lösung entwickelt, die die Zählerdaten direkt lokal über die HAN-Schnittstelle des SMGW ausliest und im EnergyLink One Gateway verarbeitet. Je nach konfiguriertem TAF werden Live-Daten in hoher Auflösung bereitgestellt – je nach SMGW im Bereich von wenigen Sekunden. Dadurch stehen die Daten sowohl lokal für Energiemanagement-Funktionen als auch zentral im SPiNE-Portal beziehungsweise über APIs für Analysen, Visualisierungen und Aggregationen bereit. Die Datenübertragung an abrechnungsrelevante Backend-Systeme wie das pEMT der MSB erfolgt weiterhin gemäß den regulatorischen Vorgaben.

Nikolas Koch, Abteilungsleiter Smart Meter Rollout und SMGW-Administration bei Inexogy, betont: „Mit dieser gemeinsamen Umsetzung zeigen wir, wie sich Smart-Meter-Gateways effizient für neue energiewirtschaftliche Anwendungsfälle nutzen lassen. Für uns als Messstellenbetreiber ist entscheidend, dass Zählerdaten standardkonform, sicher und nachvollziehbar bereitgestellt werden. Die Zusammenarbeit mit SPiNE hat gezeigt, dass dies technisch sauber und zugleich praxisnah möglich ist.“

Weitere Gateways in Arbeit

Die gemeinsame Implementierung wurde erfolgreich mit dem Smart-Meter-Gateway-Theben CONEXA 3.0 und der von Theben bereitgestellten HAN-API umgesetzt. Die Unterstützung weiterer Gateways, insbesondere von EMH und PPC, befindet sich in Entwicklung. Parallel dazu bereitet SPiNE die Integration der neuen, standardisierten HAN-API-Version vor, die in der kommenden Version der Richtlinie TR-03109-1 v2 definiert ist und derzeit von SMGW-Herstellern implementiert wird.

Dr. Thomas Müller, CTO von SPiNE, unterstreicht die Praxistauglichkeit: „Durch die lokale Verarbeitung der Zählerdaten über die HAN-Schnittstelle schaffen wir eine robuste Grundlage für modernes Energiemanagement. Wir können Daten sicher über das SMGW auslesen und zugleich unmittelbar für Optimierungen vor Ort und im SPiNE-Portal nutzbar machen. Die enge Abstimmung mit Inexogy war dabei ein wesentlicher Faktor für die erfolgreiche Umsetzung.“

Das Smart Meter Gateway ermöglicht nicht nur die Anbindung einzelner Zähler und das Auslesen ihrer Daten. Es können auch mehrere Letztverbraucher-Profile gleichzeitig und mehrere TAFs pro Profil konfiguriert werden – etwa für die Anbindung mehrerer Zähler in Mehrfamilienhäusern. Dadurch können nicht nur einzelne Messeinrichtungen, sondern auch Zählerpools hinter einem SMGW sowie übergreifende Liegenschaftsstrukturen ausgelesen und verarbeitet werden. Dies ist ein wichtiger Baustein für Mieterstrommodelle und Quartierslösungen.

Ausblick

Die Ergebnisse der technischen Zusammenarbeit von Inexogy und SPiNE zeigen, dass sich Zählerdaten des Netzanschlusszählers künftig weit über die klassische Abrechnung hinaus nutzen lassen. Sie bilden die Grundlage für neue Mehrwertdienste im Bereich Energiemonitoring und -management. Dies fügt sich in die jüngsten regulatorischen Entwicklungen ein, zu denen unter anderem der Wegfall der doppelten Netzentgelte für Speicher und die Öffnung für bidirektionales Laden von Elektrofahrzeugen gehören. Die sichere und standardkonforme Nutzbarkeit der Messdaten am Netzanschlusspunkt ermöglicht perspektivisch auch derartige Steuerungsanwendungen und leistet somit einen direkten Beitrag zur Unterstützung und Beschleunigung der Energiewende.

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