Digitalisierte und IIoT-fähige Maschinen bergen enormes Potenzial für neue Geschäftsmodelle im Servicebereich. Wer diese nutzt, für den öffnen sich neue Horizonte.

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IIoT ermöglicht unternehmerisches Potenzial Service 4.0: Neue Horizonte öffnen sich

09.05.2022

Digital vernetzte Maschinen sind mittlerweile weit verbreitet. Für Maschinenhersteller bietet sich damit eine Grundlage, um das Serviceangebot für Endkunden erheblich zu optimieren. Lesen Sie, was heute schon möglich ist und wie es sich auszahlt.

Digitalisierung ist eine unternehmerische Kernkompetenz. Das bedeutet: Über die rein technologische Dimension von smarten IIoT-Lösungen hinaus, müssen Entscheider von heute verstehen, inwiefern sich eine immer engere Verzahnung von IT und OT auf die Entwicklung von Geschäftsmodellen und Absatzmärkten auswirkt. Dabei geht es etwa um innovative Kollaborationsformate in virtuellen Ökosystemen oder um die Entstehung völlig neuer Vertriebsmöglichkeiten.

Im Anlagen- und Maschinenbau steht in diesem Zusammenhang vor allem der Ausbau digital gestützter Serviceleistungen im Fokus. Klassische Serviceangebote wie Inbetriebnahme, Wartung, Teleservice, Instandsetzung, Modernisierung, Schulung und Beratung lassen sich im Fall digital vernetzter Maschinen entscheidend weiterentwickeln oder sogar ganz neu denken.

Optimiertes Flottenmanagement

Die Kombination aus digital vernetzter Hardware und intelligenten Softwarelösungen hat automatisierte Maschinen und Anlagen vielerorts effizienter, flexibler und produktiver gemacht. Gleichzeitig ist damit eine neue Grundlage für die Optimierung von über den Verkauf von Maschinen hinausgehende Serviceleistungen entstanden. Und das mit erheblichem Potenzial: Tech-Konzern Schneider Electric schätzt, dass durch eine mit digitalen Hilfsmitteln verbesserte Serviceeffizienz Wartungen und Reparaturen um bis zu 50 Prozent beschleunigt werden können. Das verkürzt kostspielige Stillstandszeiten beim Endkunden und ermöglicht OEMs, ein deutlich verbessertes Serviceangebot zu offerieren.

Anhand des EcoStruxure Machine Advisor lässt sich verdeutlichen, wie sich das daraus entstehende unternehmerische Potenzial gewinnbringend nutzen lässt. Mithilfe dieses cloudbasierten Softwaretools von Schneider Electric ist es Maschinenherstellern möglich, ihre beim Kunden installierten Maschinen nach dem Verkauf im Blick zu behalten und – je nach Digitalisierungsgrad der Maschine – auf Wunsch auch zu überwachen. Dank einer speziellen Funktion für das Flottenmanagement stehen innerhalb einer Softwareumgebung alle relevanten Dokumente zu sämtlichen verkauften und installierten Maschinen zur Verfügung.

Im Fall eines Serviceeinsatzes kann die entsandte Technikerin damit unkompliziert auf die gerade benötigten, aktuellen Maschineninformationen zugreifen. Diese umfassen neben Spezifikationen zur jeweiligen Hardware, Software und Maschinenarchitektur auch Informationen zum Einsatzort der Maschine sowie eine Historie von Eigentümern, installierten Updates und bereits durchgeführten Servicearbeiten.

Auf diese Weise entsteht eine Datenbank mit technischen Profilen zu allen verkauften Maschinen, die über eine sichere Cloud-Anbindung von überall aus konsultiert werden kann. Mit ihren reichhaltigen Informationen ermöglicht eine solche, digitale Datenbank optimal vorbereitete und um 20 bis 50 Prozent günstigere Serviceeinsätze.

Serviceleistungen aus der Ferne

Der Ausbau des Serviceangebots zahlt sich für Maschinenhersteller selbstverständlich nur dann aus, wenn die angebotenen Serviceleistungen auf die Anforderungen der Anwender zugeschnitten sind. Wie eine Studie von VDMA und McKinsey jüngst festgestellt hat, geht es Endkunden heute vor allem um Mehrwertdienste wie Remote-Monitoring, Remote-Services oder Remote-Inbetriebnahmen.

Wenn versierte Expert:innen des Maschinenherstellers diese Tätigkeiten aus der Ferne durchführen können, ist nicht nur eine kontinuierliche Überwachung und im besten Fall vorausschauende Wartung einer Maschine sichergestellt. Auch die Kosten für mögliche Serviceeinsätze werden aufgrund des entfallenden Reiseaufwands gesenkt. Indem der Remote-Service durch den OEM zusätzlich von zeitfressenden, alltäglichen Wartungsroutinen befreit, bietet sich Plant-Managern außerdem die Möglichkeit, sich intensiver mit der Produktivitätssteigerung ihrer Anlage zu beschäftigen.

Für die Servicetechniker:innen eines Maschinenbauunternehmens bedeutet der Remote-Zugriff auf die betreuten Maschinen, dass mehr Aufträge in kürzerer Zeit abgearbeitet werden können. Auch bei Reisen lassen sich parallel laufende Projekte von jedem Standort aus weiter bearbeiten und Serviceeinsätze vor Ort gelingen deutlich effizienter und schneller. Statt in Aktenordner oder Handbücher zu schauen, genügt der Blick in die über Laptop oder Tablet konsultierte Datenbank. Die unkomplizierte Remote-Verfügbarkeit dieser umfangreichen Maschineninformationen zahlt sich damit in puncto Servicedauer, Servicequalität und Auftragsvolumen gewinnbringend aus. Auch für die Schulung und Einweisung neuer Mitarbeiter:innen ergeben sich große Vorteile.

Grundlage für die Nutzung oder das Angebot solcher Remote-Services ist in jedem Fall das Vorhandensein entsprechend digital vernetzter Maschinen. Stehen genügend Daten zu Performance und Zustand einer Maschine zur Verfügung, ist es mithilfe von Cloud-Lösungen wie dem EcoStruxure. Machine Advisor möglich, dass OEMs alle Parameter ihrer ausgelieferten Maschinen detailliert und in Echtzeit überwachen. Treten Abweichungen von den zuvor definierten Soll-Werten auf, weisen Warnmeldungen und Alarme sofort auf mögliche technische Störungen hin. So können Maschinenhersteller ihre Kunden frühzeitig über bevorstehende Ausfälle informieren und sie bei präventiven Wartungsarbeiten aus der Ferne unterstützen.

AR-Unterstützung für Servicepersonal

Nicht immer ist es möglich, Wartungs- oder Reparaturarbeiten aus der Ferne durchzuführen. Um aber auch in solchen Fällen den Reiseaufwand so gering wie möglich zu halten, sollten Maschinenhersteller in der Lage sein, das technische Personal vor Ort lösungsorientiert anleiten zu können. Augmented-Reality-basierte Technologien sind für solche Aufgaben prädestiniert. Mit dem EcoStruxure Augmented Operator Advisor von Schneider Electric lässt sich während des laufenden Betriebs ein virtueller Blick in Schaltschränke oder Maschinen realisieren.

Fehler, Störungen und Schwachstellen lassen sich damit über das mobile Endgerät exakt in der realen Maschine lokalisieren und potenzielle Problemquellen sind frühzeitig identifizierbar. Abhängig von Bediener und Maschine reichert die intelligente Software das gezeigte Bild mit relevanten Zusatzinformationen, Datenblättern, Handbüchern oder Schritt-für-Schritt Anleitungen an. Auf diese Weise gelingen sowohl eigenständige als auch vom OEM aus der Ferne unterstützte Servicearbeiten deutlich schneller und effektiver.

Unternehmerisches Potenzial

Digitalisierte und IIoT-fähige Maschinen bergen enormes Potenzial für neue Geschäftsmodelle im Servicebereich. Wie das Beispiel EcoStruxure Machine Advisor verdeutlicht, können OEMs über den kompletten Maschinenlebenszyklus mit ihrem Produkt in Verbindung bleiben und auf dieser Basis spezialisierte Serviceleistungen für Endkunden anbieten. So zum Beispiel:

  • Vorausschauende Wartung aus der Ferne

  • Vorausschauende, datenbasierte Planung für optimierte Wartungsvorgänge vor Ort

  • Optimierter Maschinensupport auf Basis von Condition Monitoring und Remote-Zugriff auf sämtliche Maschinendokumente

  • Detaillierte Analysen zum Energieverbrauch einer Maschine für mehr Effizienz und stabile Betriebskosten

  • Präzises Maschinen-Benchmarking auf Basis von Echtzeit-Daten zu OEE und KPIs aus realen Anwendungsfällen

Ein solches erweitertes Serviceangebot, zum Beispiel in Form von Abo-Modellen, garantiert über Verkauf und Lieferung einer Maschine hinaus planbare, kontinuierliche Einnahmen. Auch Verleih oder Leasing von Maschinen sind mit digitaler Unterstützung einträgliche Geschäftsmodelle. Noch einen Schritt weiter gehen OEMs, die von einem herkömmlichen Verkaufsmodell komplett auf „Machine-as-a-Service“ umsteigen. Sie stellen also Maschinen – zusammen mit entsprechenden Serviceleistungen – gegen eine Nutzungsgebühr zur Verfügung.

Für die Endkunden bedeutet das: Höhere Flexibilität, geringere Kosten und eine vertragliche Garantie für die Leistung einer Maschine. Mit den heutigen technischen Möglichkeiten ist dies keine Zukunftsmusik. Der Grad der Digitalisierung spielt im modernen Maschinenbau längst eine wesentliche, wettbewerbsentscheidende Rolle.

Bildergalerie

  • Mithilfe dieses cloudbasierten Softwaretools ExoStruxure Machine Advisor von Schneider Electric ist es Maschinenherstellern möglich, ihre beim Kunden installierten Maschinen nach dem Verkauf im Blick zu behalten und auf Wunsch auch zu überwachen.

    Bild: Schneider Electric

  • Über Augmented-Reality-basierte Technologien können Maschinenhersteller das Personal vor Ort unterstützen.

    Bild: Schneider Electric

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