Nach seinem Start bei RS Components vor mehr als 15 Jahren im Vertrieb bekleidete Jürgen Lampert neben der Geschäftsführung in Deutschland auch zentraleuropäische Führungspositionen. Fünf Jahre war er dann für RS im asiatisch-pazifischen Raum tätig. Seit 2017 ist er Vice President Central Europe.

Bild: RS Components

Kommentar von Jürgen Lampert, RS Components Selbstdenkende Systeme auf dem Vormarsch

29.07.2019

Robotik und Künstliche Intelligenz sind zwei sich ergänzende Technologien, die zusammen fortschrittliche Automatisierung ermöglichen. Der Vormarsch dieser Systeme scheint eines der Themen der kommenden Jahre zu werden. Die steigenden Investitionen in die Automatisierung werden in vielen Branchen zu intelligenteren und effizienteren Arbeitsweisen führen.

Laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF) stehen wir vor einer richtungsweisenden Veränderung der Art und Weise, wie Menschen mit Maschinen zusammenarbeiten. Im Jahr 2025 werden mehr als die Hälfte aller derzeitigen Aufgaben am Arbeitsplatz von Robotern erledigt. Aktuell sind es 29 Prozent.

Eine solche Veränderung wird eine tiefgreifende und positive Auswirkung auf die globale Erwerbsbevölkerung haben, so der Bericht The Future of Jobs des WEF. Bis 2022 werden dadurch voraussichtlich rund 133 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen, die 75 Millionen obsoleten Stellen gegenüberstehen. Ein Großteil der Gründe für diesen Optimismus beruht auf der zunehmenden Wertschöpfung durch den sich ergänzenden Charakter von Robotik und Künstlicher Intelligenz.

Roboter als aktive Arbeitskräfte

Roboter wurden bisher als reaktive Arbeitskräfte angesehen: Sie erfordern eine Programmierung und folgen dann einem präskriptiven Befehlssatz. Die Anwendung von KI – allgemein beschrieben als die Entwicklung von Computersystemen, die Aufgaben ausführen können, welche normalerweise menschliche Intelligenz erfordern – bedeutet jedoch, dass Robotern selbständiges Denken beigebracht werden kann. Genau hier wird es spannend.

KI schließt den Bereich des maschinellen Lernens ein, welches Statistiken und mathematische Optimierung nutzt, um Muster in mitunter riesigen Datenmengen zu erkennen. Anschließend erstellen Algorithmen ein Modell aus den kumulierten Daten, um Prognosen oder Entscheidungen zu treffen, ohne explizit für die Ausführung der Aufgabe programmiert zu sein. Geht man noch einen Schritt weiter, können diese Algorithmen in Schichten mit zunehmender Komplexität aufgebaut werden, die von der Struktur neuronaler Netzwerke im Gehirn inspiriert sind. Diese innovative Technik, die als Deep Learning bezeichnet wird, ist zu einer noch fortschrittlicheren Form der erweiterten Mustererkennung in der Lage und kann daher zur Lösung weitaus komplexerer Probleme herangezogen werden.

Alexa und Siri sind nur der Anfang

Wir haben bereits erlebt, wie KI und ihre verschiedenen Ableitungen bei der Entwicklung einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt wurden, etwa bei virtuellen Assistenten wie Amazons Alexa und Apples Siri. In zunehmendem Maße werden nun Robotik und KI in der Industrie kombiniert. Das eröffnet in vielen Sektoren neue Möglichkeiten. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht von PwC zeigt mehrere konvergierende Trends auf, die die Einführung von KI unterstützen. Demnach ist das Gesundheitswesen einer der Bereiche, der am meisten Potenzial für diese Entwicklung birgt.

KI-inspirierte und automatisierte Systeme können hier eine große Rolle bei der Reduzierung von repetitiven und administrativen Aufgaben spielen, wodurch dem Personal mehr Zeit für die direkte Patientenversorgung zur Verfügung stünde. Zu den vielen Aktivitäten, die mit digitaler Technologie durchgeführt werden sollten, gehören die Übermittlung von Attesten, die Buchung von Arztterminen und die Verarbeitung von verordneten Rezepten.

Dies macht klar, dass Robotik und KI in der gesamten Wirtschaft einen deutlichen Einfluss haben werden und dass wir erst am Anfang stehen.

Jürgen Lampert war mit diesem Beitrag im E&E-Kompendium 2019/2020 als Macher der Elektronikwelt vertreten.

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