Das Unternehmen Quarzwerke hat mit Hilfe von BayWa am Standort Haltern eine schwimmende PV-Anlage errichtet. Dadurch kommt es zu Einsparungen bei den Stromkosten als auch zur Verringerung des betrieblichen CO2-Ausstoßes.

Bild: BayWa

Auch ohne EEG-Förderung wirtschaftlich Schwimmende Photovoltaikanlage in Deutschland

18.02.2022

Steigende Energiepreise und der Ausstoß von CO2 sind häufige Probleme in der Industrie. Das Unternehmen Quarzwerke will mit Unterstützung von BayWa mit einer schwimmenden PV-Anlage beide Probleme angehen. Im besten Fall wird das komplette Werk mit grünem Strom versorgt und senkt infolgedessen seine CO2-Emissionen um 1.100 t pro Jahr.

BayWa wird für das Familienunternehmen Quarzwerke am Standort Haltern am See in den kommenden Wochen eine der derzeit größten Floating-PV-Anlagen in Deutschland umsetzen. Die Anlage entsteht auf dem an das Werksgelände angrenzenden Silbersee III auf einer Fläche von knapp 1,8 Hektar. Rund 5.800 Photovoltaikmodule werden nach Fertigstellung zusammen eine installierte Nennleistung von circa 3 Megawatt-Peak (MWP) erreichen und jährlich etwa 3 Millionen kWh Strom produzieren. Damit können jedes Jahr rund 1.100 t CO2 eingespart werden.

Die Quarzwerke wollen den grünen Strom zu 75 Prozent in Eigenverbrauch nutzen und so ihren CO2-Fußabdruck weiter senken. Zudem kann sich das Unternehmen mit der Floating-PV-Anlage von steigenden Energie- und CO2-Preisen unabhängig machen. Der überschüssige Grünstrom soll ins öffentliche Netz eingespeist werden.

Förderfrei, aber dennoch wirtschaftlich?

Daniel Duric, Werkleiter der Quarzwerke Haltern, kommentiert das Projekt: „Nach dem Bau von zwei hocheffizienten Blockheizkraftwerken in den vergangenen Jahren investieren wir mit einer der größten schwimmenden Photovoltaikanlagen Deutschlands weiter in die nachhaltige ökologische Zukunft des Unternehmens. Durch Nutzung des eigenproduzierten grünen Stroms können wir unsere CO2-Emissionen deutlich reduzieren.“ Projektleiter Markus Schramm fügt hinzu: „Damit nehmen wir als Produzent hochwertiger Industriemineralien in Sachen Nachhaltigkeit einen Spitzenplatz ein und können unseren CO2-Fußabdruck weiter verringern. Wir freuen uns sehr, mit BayWa als Marktführer für Floating-PV in Europa einen erfahrenen Partner an unserer Seite zu haben, mit dem wir das Projekt gemeinsam umsetzen.“

Stephan Auracher, Managing Director bei BayWa Power Solutions, ergänzt: „Für Unternehmen der Roh- und Baustoffindustrie, die oft Eigentümer von brach liegenden oder nur teilweise genutzten Wasserflächen sind, bietet Floating-PV eine attraktive Investitionsmöglichkeit. Ihre künstlichen Wasserflächen bergen ein immenses ungenutztes Potenzial für die Energiewende. Mit unseren schlüsselfertigen Floating-PV-Anlagen, unserer jahrelangen Expertise und attraktiven Eigenverbrauchs- und Vergütungsmodellen stellen wir für unsere Kunden die bestmögliche wirtschaftliche Lösung sicher. Zusammen mit den Quarzwerken leisten wir mit der ersten förderfreien Floating-PV-Anlage Deutschlands Pionierarbeit für die Technologie und sehen die Anlage als Startschuss für die weitere Verbreitung dieser Solaranwendung in Deutschland.“

Bislang wurden sämtliche Floating-PV-Projekte in Deutschland innerhalb des Förderrahmens des EEG umgesetzt. Mit einer der derzeit größten Anlagen Deutschlands, die eine Nennleistung von circa 3 MWP erreichen wird, zeigt BayWa, dass sich Anlagen auch ohne Förderung durch das EEG wirtschaftlich betreiben lassen, wenn genügend Strom im Eigenverbrauch genutzt wird. Gerade für Kiesgruben und Steinbrüche, die über entsprechende künstliche Wasserflächen verfügen, bieten sich moderne Floating-PV-Anlagen für eine flächenneutrale grüne Stromproduktion an. Und je größer die Anlage, umso größer der Beitrag zur Energiewende.

Vorteile der Floating-PV-Technologie

Toni Weigl, Head of Product Management Floating-PV bei BayWa, erklärt: „Mit dem Ziel der neuen Bundesregierung, bis 2030 80 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren Energien zu gewinnen, rücken neben Dach- und Freiflächensolaranlagen zunehmend neuere Solaranwendungen wie Agri-PV und Floating-PV in den Fokus. Floating-PV-Anlagen sind umweltverträglich und haben den Vorteil einer vergleichsweise einfachen und schnellen Installation, einer höheren potenziellen Energieausbeute aufgrund des Kühlungseffekts des Wassers sowie niedrigeren Betriebs- und Wartungskosten. Von der neuen Bundesregierung erhoffen wir uns nun eine zügige Verbesserung der Rahmenbedingungen für Floating-PV, wie es bereits im Koalitionsvertrag steht.“

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