Reaktionszeiten unter drei Stunden Schneller Service auf hoher See

Servicemonteure bei Offshore-Wartungsarbeiten auf Senvion 5M im Offshore Windpark Alpha Ventus.

Bild: Deutsche Windtechnik
16.11.2021

Die Wartung von Windenergieanlagen stellt Service-Techniker jedes mal vor eine kleine Herausforderung. Größer wird diese, wenn die Anlage Offshore steht. Jedoch gibt es hierfür Spezialisten, die mittels Multibrand-Konzept die Service-Prozesse im OWP alpha ventus deutlich effektiver gestalten.

In der Wintersaison 2020/21 (Oktober 2020 bis April 2021) hat die Deutsche Windtechnik für die Offshore-Windparks (OWP) alpha ventus und Riffgat erfolgreich ein neues Servicekonzept für Multibrand-Einsätze per Helikopter umgesetzt. So konnten Reaktionszeiten von unter drei Stunden erreicht werden. Zeitgleich reduzierten sich die Logistik- und Personalkosten um acht Prozent. Ausgangsbasis der Serviceeinsätze war der neue Servicehub der Deutschen Windtechnik in Emden. Das im Sommer 2020 eingeweihte Gebäude befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Heliport der Küstenstadt, so dass die Wartungs- und Troubleshooting-Einsätze per Helikopter schnell initiiert und realisiert werden konnten.

Um die Einsätze weiter zu effektivieren, wurden die Servicearbeiten nach Möglichkeit windpark- und technologieübergreifend durchgeführt: Die drei Mann starken Serviceteams wurden so zusammengesetzt, dass je nach Bedarf auch unterschiedliches Anlagen-Know-how vorhanden war. Das klassische Troubleshooting-Konzept hatte bis Herbst 2020 die Einteilung der Teams mit Kenntnissen für nur eine Technologie vorgesehen. Die Teams wurden damals entweder von Borkum aus per CTV (Crew Transport Vessel) oder bei kurzfristigen Einsätzen per Helikopter von Emden mit Zwischenlandung in Borkum mobilisiert – beide Bedingungen waren Kostentreiber in der Gesamtkalkulation eines Projektes.

Auswertung verdeutlicht Pluspunkte

Dass das erstmalig aktivierte Multibrand-Servicehub in der Praxis überzeugt, zeigt die Auswertung der Kampagne anhand konkreter Zahlen: Die Reaktionszeiten ab Störungsmeldung bis zum Start des Helikopters betrugen teilweise unter drei Stunden, so dass die vertraglich vereinbarten Reaktionszeiten in diesem Wartungsintervall ohne Ausnahme eingehalten wurden. In der Folge verkürzten sich auch die Stillstandszeiten der Windenergieanlagen in den beiden OWPs. Die Kosten für die Nutzung von Transportmitteln sowie die Aufwendungen für das Personal konnten im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um acht Prozent reduziert werden. Dabei schlägt insbesondere zu Buche, dass der Weg von der Ausgangsbasis bis zum Einsatzort in den OWPs verkürzt wurde.

Für die Omexom Renewable Energies sind die positiven Zahlen ein klarer Beleg für den Erfolg des neuen Servicekonzepts. Dirk Warnecke, Geschäftsführer für den OWP Riffgat, bilanziert das Projekt: „Die Deutsche Windtechnik informierte uns im vergangenen Jahr über die Pläne. Wir haben sie unterstützt und freuen uns, dass die innovativen Ansätze am Ende auch in der praktischen Umsetzung erfolgreich waren. Da eine Kostenreduktion erzielt werden konnte, kann hier von einem gelungenen Projekt für alle Beteiligten gesprochen werden.“

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