Die Erneuerbaren haben einen Rekordanteil an der Deckung des Strom-Bedarfs erreicht.

Bild: Pixabay

Triumph im ersten Halbjahr 2017 Rekord-Anteil der Erneuerbaren an der Deckung des Strombedarfs

31.07.2017

Im ersten Halbjahr 2017 deckten die Erneuerbaren erstmals 35 Prozent des Strombedarfs in Deutschland - doch bei allen Rekorden gibt es einen Wermutstrofpen.

Im ersten Halbjahr 2017 lag der Anteil von Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen an der Deckung des Strombedarfs in Deutschland erstmals bei 35 Prozent. Dies haben vorläufige Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ergeben. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legte der Erneuerbaren-Anteil um zwei Prozentpunkte zu.

So setzt sich der Ökostrom zusammen

Mit 39,4 Milliarden Kilowattstunden war Windkraft an Land erneut der größte Erzeuger von Ökostrom (1. Halbjahr 2016: 34,7 Milliarden Kilowattstunden, Zuwachs: 13,6 Prozent). Die höchste Zuwachsrate erzielte mit 47,5 Prozent auf 8,8 Milliarden Kilowattstunden erneut die Offshore-Windkraft (1. Halbjahr 2016: 5,9 Milliarden Kilowattstunden).

Der Beitrag der Biomasse erhöhte sich um 2,2 Prozent von 22,7 auf 23,2 Milliarden Kilowattstunden. Photovoltaik legte um 13,5 Prozent auf 21,9 Milliarden Kilowattstunden zu (1. Halbjahr 2016: 19,3 Mrd. kWh).

Bei der Wasserkraft ist ein Rückgang um 18 Prozent auf 9,4 Milliarden Kilowattstunden (Vorjahr: 11,5 Milliarden Kilowattstunden zu verzeichnen. Auch die Geothermie geht um 7 Prozent auf 0,078 Milliarden Kilowattstunden zurück. Einen Anstieg hingegen gibt es bei den Siedlungsabfällen (biogener Anteil 50 Prozent) um 7 Prozent auf 3,0 Milliarden Kilowattstunden.

Netzausbau kann nicht Schritt halten

„Der gestiegene Beitrag der erneuerbaren Energien ist erfreulich. Leider hält der notwendige Netzausbau nicht annähernd Schritt mit dem Zuwachs an regenerativen Anlagen, weil durch politische Diskussionen viel Zeit verloren ging. Um Kosten für die Stabilisierung der Netze zu senken, müssen Netzausbau und Erneuerbaren-Ausbau deutlich stärker miteinander verzahnt werden. Auch in Zukunft werden wir zudem auf konventionelle Kraftwerke als Back-up für die Versorgungssicherheit nicht verzichten können", mahnt Stefan Kapferer, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des BDEW heute in Berlin.

Prof. Dr. Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW, ergänzt: Trotz der guten Nachrichten aus dem Strombereich gilt es weiterhin, die Energieversorgung als Ganzes in zuverlässiger, bezahlbarer und umweltverträglicher Art und Weise zu entwickeln und die Energiewende auf politischer und gesellschaftlicher Ebene voranzubringen. Dabei darf die Energieeffizienz als zentrale Säule nicht außer Acht gelassen werden. Denn die Rechnung ist denkbar einfach: nicht benötigte Energie muss nicht erst erzeugt werden."

Verwandte Artikel