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Umfrage zu Plug & Play bei Maschinen.

Bild: iStock, bubaone

Plug & Play bei Maschinen Sind wir mit OPC-UA Companion Specifications endlich am Ziel?

03.09.2019

Die sogenannte Plug & Produce-Fähigkeit ist schon lange eine der Visionen von Industrie 4.0: Maschinen und Automatisierungslösungen, die sich über eine gemeinsame Sprache gegenseitig abstimmen und ihre Fähigkeiten und Auslastung austauschen. Bringen OPC-UA und die zugehörigen 
Companion Specifications wie PackML, OPC UA Robotics, OPC-UA Vision und Euromap endlich den Durchbruch, echte Modularität zu realisieren?

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  • Kevin Horvath, Product Manager atvise, Bachmann: Die OPC UA Companion Specification Initiative gibt definitiv die richtige Richtung vor, wenn es darum geht Plug & Produce-fähige Automatisierungslösungen zu realisieren oder anderen Visionen von Industrie 4.0 gerecht zu werden. Denn nur wenn alle Maschinen die gleiche Sprache sprechen, können diese Visionen sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar in die Realität umgesetzt werden. Mit den OPC UA Companion Specifications wird durch generische Informationsmodelle eine wichtige Basis für dieses Ziel geschaffen, welche über alle Ebenen der Automatisierungs­pyramide konsistent Daten austauschen. Am Ziel ist die Automatisierungsbranche allerdings alleine mit den Spezifikationen noch nicht angelangt, denn dafür braucht es auch Systeme, welche mit diesen Informationsmodellen umgehen können. Und genau hier zeigt der Markt noch Defizite.

    Bild: Bachmann

  • Alexander Melkus, Geschäftsführer, Sigmatek: Die Grundlage für den Austausch von standardisierten Daten ist mit den OPC UA Companion Specifications in einigen Industriebereichen ge­schaffen worden. Die Richt­linien definieren, in welcher Form Maschinen Informationen bereit zu stellen haben, um flexibel in einen hersteller­übergreifenden Maschinenverbund eingebunden werden zu können. Damit ist die Basis für modulare Produktionsanlagen im Sinne von Plug & Work geschaffen. Einen gewissen Konfigurationsauf­wand wird es wahrscheinlich auch weiterhin geben, um Maschinen miteinander bzw. mit MES, ERP und der Cloud kommunizieren zu lassen. Die Companion Spezifikationen wie Euromap oder die PackML sind bereits im Einsatz und haben die Interoperabilität von unterschiedlichen Steuerungsherstellern schon unter Beweis gestellt. Damit könnte der Weg zur flexiblen Produktionsanlage sowie vereinfachter Prozessoptimierung zu großen Teilen geebnet sein. Es fehlt aber noch die finale Spezifikation für eine gemeinsame Sprache für Safety relevante Daten.

    Bild: Sigmatek

  • Patrick Bruder, Business Development Manager Automation, Lenze: Die OPC UA Companion Specifications sind ein erster wesentlicher Schritt, denn die Standards unterstützen echte Modularität. Für ebenso wichtig halte ich jedoch den Aspekt, dass darüber überhaupt ein Austausch zwischen Maschinenbetreiber, Maschinennutzer und Automatisierungsherstellern entsteht – und so Zukunft gemeinsam gestaltet wird. Wesentliche Aspekte sind heute noch nicht Teil der Companion Specs – ich denke da im Besonderen an die Beschreibung der Fähigkeiten. Erst die Repräsentation von Maschinen durch ihre Fähigkeiten ermöglicht es, die volle Flexibilität – und zwar unabhängig von der tatsächlichen Maschine – umzusetzen. Mit der vollen digitalen Darstellung eines Moduls durch die Asset Administration Shell wird künftig Modularisierung und Konnektivität weiter vereinfacht

    Bild: Lenze

  • Dr.-Ing. Thomas Brandl, Product Owner Communication Solutions, Bosch Rexroth: Wir sind auf einem sehr guten Weg. Bosch Rexroth treibt die Weiterentwicklung von OPC UA führend mit voran und hat OPC UA Client und Server als einer der ersten Hersteller in seine Steuerungen integriert. OPC UA sowie die Definition von Companion Specifications für verschiedene Maschinentypen reduzieren den Integrationsaufwand für Maschinenhersteller und -betreiber deutlich. Weil sich der Standard als Basistechnologie für die Maschinenintegration etabliert, engagiert sich Bosch Rexroth in Projekten wie ChoConnect in der Verpackungsindustrie oder umati für Werkzeugmaschinen. Wir sind aber noch nicht ganz am Ziel. Aus unserer Sicht muss dafür das Projekt Field Level Comunication der OPC Foundation erfolgreich abgeschlossen werden. Dort arbeiten wir gemeinsam mit allen wichtigen Automatisierungsanbietern u.a. daran, OPC UA Lösungen echtzeitfähig zu machen und auf die Ebene der Feldgeräte auszuweiten. Damit kommen wir plug & produce näher als je zuvor.

    Bild: Bosch Rexroth

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