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Mit Sensoren gegen den Parkplatzfrust Parkraumbewirtschaftung mit System

14.11.2018

Die Parkplatzsuche entwickelt sich im urbanen Raum zunehmend zu einem kritischen Faktor. Mit einem Sensor-basierten Parkleitsystem kann die Situation entschärft werden.

Suchen, kreisen und vielleicht finden – bei der Suche nach einer Parkmöglichkeit werden Autofahrer mit dieser Situation konfrontiert, und das nicht nur in großen Metropolen, sondern auch in kleineren Kommunen. Verkehrsexperten haben errechnet, dass im urbanen Raum rund 30 Prozent des Verkehrsaufkommens durch das Herumfahren bei der Parkplatzsuche verursacht wird. Untersuchungen zeigen, dass Autofahrer in vielen Städten durchschnittlich 20 Minuten pro Tag auf der Suche nach einem Parkplatz sind. Herkömmliche Parkleitsystem verweisen zwar in vielen Gemeinden auf die Zahl verfügbarer Parkplätze in Parkhäusern oder auf öffentlichen Parkplätzen, allerdings sind diese Park-Optionen meist nicht in allen Stadtteilen ausreichend vorhanden. Es bleibt das Parken auf der Straße. Nicht nur dicht bebaute Stadtteile, sondern auch Gewerbe- und Industriegebiete oder große Einkaufszentren sind betroffen.

Intelligente Parkraumbewirtschaftung mit cleverem Sensor

Die Hoffnung von Stadt- und Verkehrsplanern sowie den Stadtpolitikern ruhen auf Möglichkeiten, die das Internet of Things (IoT) heute und in Zukunft parat hat, damit Smart-City-Konzepte umgesetzt werden können. Mit Placepod stellt das US-Unternehmen PNI Sensor einen Parksensor vor, der sich leicht installieren lässt und eine intelligente Parkraumbewirtschaftung ermöglicht. Eduard Schäfer, Leiter der Sensorabteilung des Distributors Unitronic, der den Placepod in Deutschland vertreibt, erklärt: „Es handelt sich bei diesem Artikel um einen präzisen, intelligenten Einparksensor. Im Gegensatz zu vergleichbaren Produkten löst der PNI-Sensor die kritischsten Punkte der Parkraumbewirtschaftung, die genaue Fahrzeugerkennung in Echtzeit und die genaue Lage der freien Parkplätze.“ Freier Parkraum wird dann beispielsweise über eine App auf dem Smartphone angezeigt und führt den Autofahrer ohne Umwege zum Stellplatz.

Mehr Komfort für Elektroautos

Im Rahmen von Smart-City-Konzepten spielt die E-Mobilität verstärkt eine zentrale Rolle. Um die Erwartungen an den „sauberen“ Verkehr zu erfüllen, bemühen sich immer mehr Kommunen darum, das Netz von Ladestationen für Elektroautos engmaschiger zu knüpfen. Das soll den Umstieg auf das umweltfreundlichere Fahrzeug attraktiver machen. Dennoch ist das Angebot an elektronischen Zapfsäulen noch nicht ausreichend, ihr Auffinden häufig Glückssache. Für die Fahrer von Elektroautos eröffnen sich mit dem intelligenten Sensor ebenfalls neue Optionen. Mit einer entsprechenden App lassen sich die verfügbaren Ladestationen durch den Fahrer zeitnah orten und reservieren. „Ladestationen können auf diese Weise gezielt angefahren werden, bevor der Batterie des Elektroautos der Strom ausgeht“, sagt Unitronic-Geschäftsbereichsleiter Werner Niehaus. „Das ist komfortabel und umweltfreundlich“, ergänzt er.

Unterschiedliche Montagemöglichkeiten für mehr Flexibilität

Placepod ist als ein im Boden eingelassener oder an der Oberfläche montierter Sensor verfügbar. Er kann auf ausgewiesenen Parkflächen sowie Straßen- oder Straßenabschnitten installiert werden. Dafür wird der Sensor in die Straße eingelassen oder fest auf den jeweiligen Belag montiert. Nach dem gleichen Schema lassen sich große Parkflächen von Einkaufszentren oder Industrie- und Gewerbegebieten ausrüsten. Mithilfe von Erkennungsalgorithmen stellt der geomagnetische Sensor fest, ob ein Parkplatz durch ein Fahrzeug belegt ist oder nicht. Über ein LoRaWAN (Low Power Wide Area Network) oder LoRa-Gateway werden die ermittelten Messwerte in Echtzeit an eine Cloud oder einen Server übertragen. Zur sicheren Identifizierung und einfachen Zuordnung der Freifläche verfügt jeder Sensor über seine eigene Identifizierungsnummer.

Niedriger Energieverbrauch und hohe Genauigkeit

„Die Sensoren und Algorithmen des Placepod haben einen sehr niedrigen Stromverbrauch“, sagt Sensorexperte Schäfer. „Die Batterielebensdauer liegt bei bis zu 10 Jahren und garantiert während dieser Zeit eine zuverlässige und kontinuierliche Fahrzeugerkennung“, erklärt er weiter. Auf diese Weise wird jedes Parkereignis zuverlässig erfasst. Im Gegensatz zu anderen magnetischen Parksensoren verfügt das PNI-Produkt über spezielle Algorithmen, die magnetische Interferenzfelder zuverlässig filtern. Damit werden Störungen, die von U-Bahnen, Freileitungen oder dem vorbeifahrenden Verkehr ausgelöst werden können, ignoriert. Falsche Messwerte lassen sich daher reduzieren.

Der Parksensor kann auch in kritischen oder rauen Umgebungen eingesetzt werden. Das System kann Temperaturschwankungen von -30 bis hin zu 70 °C standhalten. Die Ergebnisse der Messungen werden dadurch nicht beeinflusst. Als IoT-Tool kann der Parksensor mithilfe des integrierten Bluetooth Low Energy (BLE) Moduls aus der Ferne gewartet und administriert werden. Software-Upgrades lassen sich bei Bedarf über eine mobile App einspielen, die PNI für den Sensor entwickelt hat. In der PNI-Parking-Cloud steht ein umfangreiches Dashboard zur Verfügung. Kommunen oder private Parkraumbetreiber können damit all ihre Platz-Ressourcen sowie die entsprechenden Daten verwalten und überwachen. Die Installation sowie die Verifizierung, Diagnose und Überwachung lassen sich auf diese Weise von zentraler Stelle durchführen. Ein lückenloses Berichtswesen ermöglicht einen transparenten Überblick über sämtliche Transaktionen, die auf einer Parkfläche durchgeführt werden. Dadurch lassen sich beispielsweise auch Dauerparker auf den Parkplätzen von Einkaufszentren schnell identifizieren.

„Kommunen, aber auch private Betreiber, können mit einem intelligenten System für die Bewirtschaftung verfügbarer Stellplätze den Parksuchverkehr deutlich reduzieren“, sagt Schäfer. „Und in bestimmten Stadtbezirken oder Wohngegenden lassen sich mithilfe der Sensoren in Zukunft auch individuelle Anwohnerflächen einrichten, wodurch sich die Parkchancen der Anwohner erhöhen.“

Bildergalerie

  • Der Parksensor Placepod erkennt, ob ein Parkplatz belegt ist. Er kann sowohl in die Straße eingelassen, als auch auf dem Belag montiert werden.

    Bild: Unitronic

  • Beide Varianten des Placepod übertragen die erfassten Daten mit Hilfe von LoRa in Echtzeit an eine Cloud oder einen Server.

    Bild: Unitronic

  • „Die Sensoren und Algorithmen des Placepod haben einen sehr niedrigen Stromverbrauch. Die Batterielebensdauer liegt bei bis zu 10 Jahren.“
    Eduard Schäfer, Leiter der Sensorabteilung bei Unitronic

    Bild: Andreas Borowski

  • „Die Sensoren lassen sich auch sehr gut für die Elektromobilität nutzen. Über eine App können damit gezielt freie Ladestationen angefahren werden.“
    Werner Niehaus, Geschäftsbereichsleiter bei Unitronic

    Bild: Andreas Borowski

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