Blick auf die Nordsee

Bild: Pixabay

Weltpremiere bei Offshore-Windanlagen Nordsee-Windpark installiert zwei Pilot-Turbinen auf neuartigem Fundament

08.08.2018

Northland Deutsche Bucht hat mitgeteilt, dass das Pilotprojekt Mono Bucket Financial Close erreicht hat. Im Mai diesen Jahres erteilte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) Offshore-Windpark die Genehmigung, zusätzlich zwei Pilot-Windenergieanlagen mit Mono-Bucket-Fundamenten zu errichten. Damit ist Deutsche Bucht der erste Offshore-Windpark, bei dem diese neuartige Gründungsstruktur im kommerziellen Betrieb getestet wird.

Die Fundamente werden mit Windturbinen des Typs V164-8,4 MW von MHI Vestas ausgestattet. Die beiden Turbinen tragen eine zusätzliche Kapazität von 17 MW zu den bestehenden 252 MW des Windparks bei. Damit beläuft sich die Kapazität insgesamt auf 269 MW und 33 Turbinen. Mit einem Investitionsbudget von etwa 1,4 Milliarden Euro ist Deutsche Bucht der dritte Nordsee-Windpark des kanadischen Energieerzeugers Northland Power.

Erkenntnisse für künftige Windparks

John Brace, CEO von Northland Power, sieht die Bekanntgabe als „ein weiteres Novum für Northland Power"; die Ergänzung des bestehenden Windpark-Projekts durch die beiden Pilot-Windenergieanlagen sei innovativ und wertsteigernd. „Darüber hinaus können wir das Pilotprojekt mit einem nur geringen zusätzlichen Risiko umsetzen, da es in das gesamte Bauprojekt integriert wird."

Für zukünftige Northland Offshore-Windparks könne das neue Mono-Bucket-Design ebenso von erheblichem Vorteil sein, sagt Brace. „Die Erkenntnisse aus diesem Pilotprojekt könnten es Northland ermöglichen, bei bestimmten Standortbedingungen schneller und kostengünstiger zu bauen.“

Pilotprojekt wird Realität

„Wir sind stolz darauf, dass wir jetzt mit der Genehmigung des BSH die zwei Windkraftanlagen auf Mono-Bucket-Fundamenten in unserem Offshore-Windpark Deutsche Bucht testen können“, äußert sich Jens Poulsen, Project Director von Northland Deutsche Bucht. Durch die Unterstützung des Deutsche Bucht Entwicklungs- und Bauteams und allen involvierten Auftragnehmern werde das Pilotprojekt nun Realität.

Fred Olsen, Schiffseigner und Mitglied des Verwaltungsrats von Fred Olsen Ocean, spricht den großen Kostendruck im Offshore-Windmarkt an, der die Industrie dazu antreibt, „bestehende Standards zu hinterfragen, ohne dabei wichtige Umweltbelange außer Acht zu lassen." Das Pilotprojekt schaffe zusammen mit der die Unterstützung von Northland Power die Gelegenheit, die umweltverträgliche Fundamentlösung zu testen.

Lärmintensive Arbeiten nicht notwendig

Bereits im Jahr 2016 hat die Bundesnetzagentur im Rahmen einer Ausschreibung dem Windpark Deutsche Bucht 16,8 MW zusätzliche Netzanschlusskapazität für den Test dieses Prototypen-Fundaments mit MHI Vestas Turbinen (Modell V164-8,4) zugewiesen. Bei der Entwicklung des Fundamenttyps hat Universal Foundation auf Erfahrungen aus der Öl- und Gasbranche zurückgegriffen.

Die Mono-Bucket-Gründungsstruktur besteht aus nur einem Stahlzylinder, einem sogenannten Suction Bucket, auf den ein Monopfahl montiert ist. Der Vorteil dieser Konstruktion ist, dass sie sich durch ihr Eigengewicht und mit Hilfe von Unterdruck im Meeresboden festsaugt. Aufgrund dieser Installationsmethode sind keine lärmintensiven Rammarbeiten und damit auch keine Schallschutzmaßnahmen wie der große Blasenschleier erforderlich. Zudem wird die lokale Schweinswalpopulation dadurch weniger gestört, und das Mono-Bucket-Fundament kann vollständig wieder zurückgebaut werden.

Strombedarf von über 300.000 Haushalten decken

Nach seiner Fertigstellung kann der Nordsee-Windpark Deutsche Bucht mit einer Kapazität von 269 MW den Strombedarf von zirka 328.000 Haushalten decken. Gemäß Planungsstand soll der Offshore-Baustart im Sommer 2018 und die Installation der Mono-Bucket-Fundamente im zweiten Quartal 2019 erfolgen. Die Inbetriebnahme des gesamten Windparks soll in der zweiten Jahreshälfte 2019 erfolgen.

Als Generalunternehmer für das sogenannte Balance of Plant ist Van Oord für die Fertigung und Installation der Mono Buckets verantwortlich. Im Auftrag von Northland Deutsche Bucht übernimmt K2 das Projektmanagement während der Bauphase des Windparks. Green Giraffe hat das Pilotprojekt in der Projektauftragsvergabe und -finanzierung unterstützt.

Das Wichtigste zu Mono Bucket auf einen Blick

  • Gesamthöhe: circa 61 Meter

  • Gesamtgewicht: 1.100 Tonnen

  • Außendurchmesser der Suction-Bucket-Grundfläche: gut 19 Meter

  • Mono-Bucket-Design: Universal Foundation

  • Installation und EPCI-Auftragnehmer: Van Oord

  • Hersteller (Subunternehmen): SiF und Harland & Wolff

Bildergalerie

  • Im Nordsee-Windpark Deutsche Bucht werden erstmalig zwei Mono Buckets im kommerziellen Betrieb getestet. Die Installationsmethode mittels Ansaugverfahren ist geräuscharm und daher besonders umweltverträglich.

    Bild: Northland Deutsche Bucht

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