Bislang nutzen KMUs nur selten Automatisierungslösungen in ihrer Intralogistik.

Bild: Sysmat

Ungenutztes Automatisierungspotenzial Mittelstand zögert bei Modernisierung der Intralogistik

05.11.2020

In kleinen und mittelständischen Unternehmen gibt es einen starken Nachholbedarf im Bereich der Automatisierung der internen Prozesse. Das zeigt eine aktuelle Studie zum Thema „Produktionslogistik im Mittelstand“. Sie bezieht sich auf Betriebe mit 50 bis 500 Mitarbeitern.

Die Umfrage ergab, dass nur jedes fünfte Unternehmen dieser Größe einen automatisierten innerbetrieblichen Materialfluss von 75 Prozent überschreitet.

Wo liegen also die Ursachen des Hinterherhinkens der kleinen und mittelgroßen deutschen Unternehmen? Rainer Schulz, Geschäftsführer von Sysmat, sagt: „Auch wenn automatisierte Prozesse viele Fehlerquellen ausschließen, besteht immer die Gefahr, dass Softwarefehler entstehen. Eine Umstellung läuft nicht immer reibungslos und oftmals müssen Betriebe mit den Beständen aus ihren Lagern auch ihre eigene Produktion beliefern, weshalb es während der gesamten Umgestaltung gefüllt bleiben muss.“

Länger andauernde und sich wiederholende Testphasen wirken dem entgegen.

Störungsreduktionen durch eine fortgeschrittene und erweiterte Automatisierung schützen also nicht gleichzeitig vor möglichen Risiken. Unter anderem ergibt sich aus der Modernisierung der Anlage die Gefahr, an einen Punkt zu gelangen, an dem es keine Möglichkeit mehr gibt, auf die alten Systeme zurückzugreifen.

„Der potenzielle Produktionsstopp, der aus diesem Umstand resultiert, bedroht die Existenz der Betriebe“, gibt Schulz zu bedenken. Das Einsetzen der Altsysteme bis zur endgültigen Freigabe der neuen Lösung minimiert dieses Risiko.

Intensive Vorbereitung, eine andauernde Testphase und Mitarbeiterschulungen spielen eine entscheidende Rolle für die Umsetzumg. Auch wenn die Testphase so länger dauert, garantiert sie letztlich vollumfängliche Funktionsfähigkeit und gehört zum Modernisierungsprozess dazu.

„In einigen Betrieben erschweren auch die Komplexität der Anlagen und der Zeitdruck eine Umstellung der Intralogistik. Setzt sich die Anlage aus Geräten unterschiedlicher Hersteller zusammen, eignet sich eine Softwarelösung mit flexiblen Schnittstellen, mit der sich autarke Maschinen zu einem Gesamtsystem verbinden und so leichter bedienen lassen“, meint der Experte.

Regelmäßige Aktualisierungen verbessern Potential

Deutsche Mittelständler erwarten von der Automatisierung der Materialflussanlage vorausschauende Instandhaltung, professionellen Service, einfache Bedienbarkeit, Robustheit und Langlebigkeit.

Schulz sieht in diesen Wünschen genau die Vorteile, welche Softwaresysteme für Materialfluss bieten: „Wenn die Vorbereitungen und Einführung stimmen, dann ermöglichen die Automatisierungsprozesse Verbesserungen in den angesprochenen Bereichen.“

Der Experte erkennt in der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine eine große Chance, die gerade mittelständische Unternehmen nutzen sollten: „Automatisierung unterstützt Mitarbeiter und steigert ihre Produktivität.“ Zudem wünschen immer mehr Kunden bereits bei ihrer Auftragsplatzierung Informationen über Warenbestand und Lieferdaten.

Schulz betont die Wichtigkeit digitaler Transformation in allen Bereichen: „Betriebe sind durch regelmäßige Aktualisierungen der Software und Einsatz passender Lösung dazu fähig, ein optimiertes Lager zu erreichen und eigene Ergebnisse durch bestmöglich genutztes Potenzial der Intralogistik zu verbessern. Es bieten sich somit Chancen, von denen Betriebe aller Branchen und Größen profitieren.“

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