Fusionsenergie auf dem Vormarsch Mittels Magnetfusion saubere und sichere Energieversorgung gewährleisten

Gauss Fusion will die Energiesicherheit künftiger Generationen durch Fusionsenergie als zuverlässige und saubere Energiequelle gewährleisten.

Bild: iStock; koyu
02.03.2023

Gauss Fusion ist ein Greentech Venture und wurde 2022 von Unternehmen aus Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien mit umfangreicher Erfahrung in der Fusionstechnologie gegründet. Im Februar 2023 sammelten die Gründer von Gauss Fusion in einer ersten „pre-Seed“ Finanzierungsrunde acht Millionen Euro Startkapital ein. Damit markierten sie einen ersten Meilenstein auf dem Weg der Fusion hin zu einer sauberen und sicheren Energiequelle als Ergänzung der Erneuerbaren.

Die Industrieinitiative Gauss Fusion hat sich zum Ziel gesetzt, mit dem Fusionskraftwerk Gauss Giga bis 2045 ein erstes Fusionskraftwerk der Gigawatt-Klasse in Europa in Betrieb zu nehmen. Die Initiative zeichnet sich durch ihre hohe Branchenkompetenz und die enge Zusammenarbeit mit renommierten europäischen Forschungsinstituten und erfahrenen Technologieexperten aus. Dazu zählen unter anderem das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Bislang wurde die Fusionsenergie vor allem im Rahmen internationaler, öffentlich finanzierter Großprojekte vorangetrieben. Gauss Fusion bietet nun einen eigenen Beitrag zu diesem Verfahren, mit der die saubere Fusionsenergie mit Hilfe effizienter Strukturen mit hoher Geschwindigkeit entwickelt werden soll. Gauss Fusion steht dabei für einen unternehmerischen Ansatz, der im Rahmen einer engen öffentlich-privaten Partnerschaft (PPP) mit staatlichen und europäischen Institutionen auf eine deutliche Beschleunigung abzielt.

Unterstützung von Sonnen- und Windenergie

Die Nutzbarmachung sauberer und sicherer Energiequellen für das Netto-Null-Ziel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Denn die Energieversorgung kann nicht durch erneuerbare Sonnen- und Windenergien allein gedeckt werden. Dies liegt nicht zuletzt an dem Platzbedarf und den natürlichen Schwankungen bei der Erzeugung von Solar- und Windenergie. Deshalb braucht es die Fusionsenergie als ergänzende, ebenfalls erneuerbare Energiequelle, die die Grundlast sauber, sicher, zuverlässig und effizient deckt und auch die Erzeugung von grünem Wasserstoff ermöglicht.

Unter dem Motto „Fusion with Integrity“ verfolgt Gauss Fusion das ehrgeizige, aber realistische Ziel, Ökostrom per Magnetfusion zu erzeugen – ohne dabei falsche Erwartungen zu wecken. Dr. Frank Laukien – Mitgründer und Beiratsvorsitzender bei Gauss Fusion – ist sich dessen nur allzu bewusst: „Bis 2045 ein europäisches Magnetfusionskraftwerk zu entwickeln – und nicht nur eine Pilot- oder Demo-Anlage – ist ein durchaus ambitioniertes, aber realistisches Ziel, das wir nicht nur dank der am besten erforschten Technologie, sondern auch durch unseren Public Private Partnership-Ansatz erreichen können. Wir erwarten Synergien von unserer industriellen Organisationsstruktur und der Zusammenarbeit mit hervorragenden Wissenschaftlern und Instituten mit sehr viel Erfahrung in Magnetfusion und Plasmaphysik.“

Die enge Verzahnung von Industrie und Forschung überzeugt auch die wissenschaftliche Direktorin des IPP, Prof. Sibylle Günter: „Wir werden sehr gern mit Gauss Fusion zusammenarbeiten, um mitzuhelfen, möglichst schnell ein Fusionskraftwerk bauen zu können. Wir sind begeistert, dass nun auch in Deutschland und Europa Industrieunternehmen und Investoren die Fusionsenergie voranbringen wollen. Das kann unseren Weg zu einem Magnetfusionskraftwerk sehr beschleunigen.“

Die Fusionsenergie gewinnt in Deutschland und der EU politisches Gewicht

Mitte Dezember letzten Jahres gelang Wissenschaftlern in den USA ein historischer Durchbruch in der Fusionsforschung, als durch die Verschmelzung von Wasserstoffisotopen erstmals mehr Energie erzeugt als verbraucht wurde. Seitdem ist die Fusion als saubere und sichere Energiequelle verstärkt in den Fokus der Politik gerückt. Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein und will sich verstärkt in der Erforschung der Fusionsenergie engagieren.

Parallel dazu erarbeitet Gauss Fusion in einer ersten Sondierungs- und Forschungsphase gemeinsam mit renommierten Experten für Magnetfusion die erforderlichen Produktions-, Wartungs- und Sicherheitskonzepte. In einer zweiten Phase soll dann mit Konstruktion und Entwicklung eines kommerziellen Prototyps für ein Fusionskraftwerk mit Gigawatt Leistung begonnen werden.

Frank Laukien sagt dazu: „Ich freue mich, dass viele politisch Verantwortliche in Deutschland, in anderen europäischen Ländern und in der EU die Chancen der Fusionsenergie erkannt haben, wie die jüngste gemeinsame Erklärung von Bundeskanzler Olaf Scholz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zeigt, die anlässlich des 60. Jahrestages des Élysée-Vertrages unterzeichnet wurde. Außerdem erwarten wir, dass in naher Zukunft auch führende Partner aus der Energieindustrie der Gauss Fusion-Initiative beitreten werden.“

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