Die diesjährige WindEnergy Hamburg beschäftigt sich unter anderen intensiv mit dem Thema grüner Wasserstoff.

WindEnergy Hamburg & P2X, Speicher und Co. Mehr aus Wind herausholen

26.06.2020

Aufgrund der Corona-Pandemie wird die WindEnergy Hamburg auf den 1. bis 4. Dezember 2020 verschoben. Den Herausforderungen begegnet man mit neuen digitalen und hybriden Formaten. Ganz nach dem diesjährigen Messemotto „Climate First“ haben die Veranstalter dabei globale Wachstumsperspektiven im Blick inklusive des Zukunftsthemas grüner Wasserstoff.

„Wir haben die WindEnergy Hamburg vom September in den Dezember verschoben, da zum jetzigen Zeitpunkt keiner wissen kann, ob Großveranstaltungen im September in Hamburg wieder stattfinden dürfen, und die Reisebeschränkungen weltweit aufgehoben werden“, erläutert Bernd Aufderheide die Hintergründe des neuen Zeitplans. Für den Dezember bestehe die Hoffnung, dass sich die Situation ändert. Laut dem Vorsitzenden der Geschäftsführung von Hamburg Messe und Congress werde derzeit gemeinsam mit dem Co-Organisator, dem Branchenverband WindEurope, das Konzept der Messe angepasst. Die Hamburg Messe und Congress wird auf Grundlage der geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ein Konzept entwickeln, das ein Maximum an Sicherheit und Messeerfolg verspricht, welches sie mit den zuständigen Behörden und den Health & Security Executives von ausgewählten Ausstellern abstimmt. „Wir beobachten die weitere Entwicklung sehr genau, denn die Gesundheit und Sicherheit aller Beteiligten steht für uns an oberster Stelle“, betont Aufderheide.

Globale Leitmesse

Dennoch weist er darauf hin, dass die Veranstaltung in diesem Jahr etwas anders als gewohnt ablaufen wird. Dafür lockt die Kraft der Veränderung: „Wir können jetzt ganz neue Wege gehen“, sagt Aufderheide. Gemeint damit sind insbesondere neue digitale und hybride Formate. Dabei wird berücksichtigt, dass auch im Dezember vielleicht nicht alle interessierten Besucher nach Hamburg kommen können. Der Chef von Hamburg Messe und Congress formuliert die neuen Möglichkeiten so: „Wir haben eine große Chance, das Format Messe ungeahnt schnell digitaler zu machen und neue virtuelle Angebote für einen sicheren Messeaufenthalt und noch effizientere Kontaktmöglichkeiten, z.B. über Online-Match-Making, zu schaffen.“ In Hamburg ist man sich sicher, hier Vorreiter einer neuen Entwicklung zu sein: „Messen werden sich verändern, und wir gehen im Dezember mit der WindEnergy Hamburg große Schritte in diese Zukunft“, so Aufderheide.

Dabei ist zu bedenken, dass die WindEnergy Hamburg keine Messe nur für den deutschen Markt ist, sondern eine globale Leitmesse. In Hamburg treffen sich alle zwei Jahre die Key-Player der gesamten Wertschöpfungskette: 1400 Aussteller, 2000 Konferenzteilnehmer und 35000 Besucher aus über 100 Ländern. „Wir geben der gesamten Branche die Möglichkeit sich an einem Ort zu treffen, dadurch ergeben sich Chancen für internationale Geschäfte und globales Wachstum“, so der Messe-Chef. Mehr denn je brauche Windenergie diese globale Strahlwirkung. Dies sieht auch Giles Dickson so. Insbesondere in schwierigen Zeiten wie diesen freut sich der Geschäftsführer des Mitorganisators WindEurope, dass die Messe noch in diesem Jahr stattfinden kann: „Die ehrgeizigen Ziele des Green Deal der EU und die Pläne, die die EU derzeit zur Wiederbelebung der Wirtschaft aufstellt, machen 2020 zu einem Schlüsseljahr für die Energiewende“, stellt er klar. Der weitere Ausbau der Windenergie sei dafür von entscheidender Bedeutung. Darüber hinaus rechnet Dickson damit, dass dieser die für die Erholung der Wirtschaft benötigten Arbeitsplätze und Investitionen mit sich bringen wird.

Positivere Markterwartungen

Anlass zur Hoffnung gibt auch die kürzlich veröffentlichte fünfte Auflage des WindEnergy trend:index (WEtix), den die Weltleitmesse in Zusammenarbeit mit wind:research, dem nach eigenen Angaben führenden Marktforschungsinstitut für Windenergie, erstellt hat. Danach fällt der Ausblick für die Onshore- und der Offshore-Windindustrie, gegenüber der letzten Veröffentlichung im vergangenen November, etwas positiver aus. Die über 1100 befragten Branchenakteure schätzen den internationalen Markt für Windenergie an Land zwar weniger optimistisch ein als in den vergangenen Befragungen, allerdings wandelt sich die Stimmung mit Blick auf 2021 und 2022. Hier ist die Erwartung laut der Marktforscher deutlich optimistischer, mit leicht überdurchschnittlich zunehmender Tendenz für Europa und Nordamerika.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich für den globalen Offshorewind-Bereich ab. Hier weist der Trend für Nordamerika, Asien und den Rest der Welt weiterhin nach oben und auch die Märkte in Europa werden mit zunehmender Tendenz positiv bewertet. Der Bedeutungszuwachs beim Thema Wasserstoff begleitet diese Entwicklung. Mehr als die Hälfte der Befragten schätzt die Wahrscheinlichkeit als hoch bis sehr hoch ein, dass die Produktion von grünem Wasserstoff in den nächsten drei Jahren eine wesentliche bis sehr wichtige Rolle für die Windenergie spielen wird.

Wasserstoff als Alleinstellungsmerkmal

Auf den Themen Power-to-X und Speicherung sowie grüner Wasserstoff liegt auch im Dezember in Hamburg ein besonderer Fokus. Für Messe-Chef Aufderheide ist dies ein echtes Hamburger Alleinstellungsmerkmal: „Bei keiner anderen Veranstaltung weltweit gibt es diesen konkreten Zusammenhang von Windkraft und grünem Wasserstoff“, betont er. Unter anderem würden den Besuchern Anwendungen präsentiert, die zeigten, was heute schon möglich ist. Zudem ist auf der Power4Climate Insights Stage eine Fachkonferenz zum Thema geplant.

Die H2Insights-Area ist das Bindeglied der beiden Welten der Windstromproduktion und der Umwandlung und Anwendung von Wasserstoff, erläutert Aufderheide: „Wir erwarten viele H2-Experten und -Pioniere und platzieren in direkter Nachbarschaft die Unternehmen, die Speicherlösungen anbieten.“ Der Plan sieht weiterhin vor, dass rund 100 Aussteller auf der sogenannten Storage-Tour ihre Lösungen zum Thema Speicher und speziell zum grünen Wasserstoff präsentieren.

Offenes Konferenzkonzept

Die H2Insights-Area ist dabei Teil des neuen offenen Konferenzkonzepts auf drei Bühnen mitten in den Messehallen. In den Vorjahren fand die Konferenz von WindEurope zunächst im Congress Center Hamburg und dann in den Messehallen als eigene Veranstaltung statt. Nun sollen die Besucher mit ihrem Ticket fast alle Bühnen und Veranstaltungspunkte besuchen können und sich über die Trends informieren.

Dort bekommen sie auch die neuesten Entwicklungen im Umfeld der Digitalisierung zu sehen, sei es im Bereich Messtechnik, Sensorik oder zu den Stichworten Predictive Maintenance, Digital Twin bis hin zu Cyber Security, kündigen die Veranstalter an. Dies spiegle sich auch darin wider, dass das Schwerpunktthema Smart Energy aus dem Jahr 2018 in diesem Jahr in einem höheren Konkretisierungsgrad fortgeführt werde.

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