Marcus Fendt begann seine berufliche Laufbahn 1994 bei Siemens in den USA und wechselte anschließend zu Bosch in die Automobilindustrie. Von 1999 bis 2004 war er Strategieberater bei Accenture in der Energiewirtschaft. 2004 übernahm der Wirtschaftsingenieur die weltweite Leitung des Produktmanagements beim Luxusgüterhersteller Swarovski. Seit 2010 ist er bei The Mobility House tätig verantwortet dort als CSO und Geschäftsführer die Bereiche Vertrieb, Business Development und Kommunikation.

Bild: The Mobility House

Future Mobility Intelligentes Steuern von Ladevorgängen

04.12.2020

Auch jetzt schon am Anfang der Elektromobilitätswelle ist es wichtig auf zukunftsfähige Lösungen zu setzen. Dazu zählt der Einbau eines Lade- und Energiemanagements. The Mobility House setzt dies unter anderem bei Infineon um.

Marcus Fendt ist mit diesem Beitrag im Energy 4.0-Kompendium 2020 als einer von 50 Machern der Energiebranche vertreten. Alle Beiträge des Energy 4.0-Kompendiums finden Sie in unserer Rubrik Menschen.

Die Elektromobilität habe sich durchgesetzt, nicht nur technisch, sondern auch wenn man die Kostenparität von Verbrenner- und Elektroautos betrachtet, ist sich Markus Fendt sicher. „Wir stellen uns darauf ein, dass jetzt jene Veränderungen eintreten, die wir uns damals bei unserer Gründung vor zehn Jahren gewünscht haben“, sagt der CSO und Geschäftsführer von The Mobility House. Deshalb sieht Fendt das Unternehmen auch voll im Plan: „Unser Geschäftsmodell war von Anfang an auf den Anstieg der Elektromobilität ausgelegt. Dies kommt jetzt zum Tragen.“ Betrachtet man die aktuellen Zulassungszahlen geben ihm diese recht. Allein in Deutschland wurden im Februar vor der Corona-Pandemie 16.531 Elektrofahrzeuge neu zugelassen. Das ist ein Plus von 141 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Und auch jetzt gehen die Zahlen nach Corona-bedingten Einbrüchen im März und April wieder nach oben. Fendt ist sich deshalb auch sicher, dass TMH gestärkt aus der Situation rund um die Pandemie herauskommen wird. Diese habe die Verantwortung jedes Einzelnen für die gesamte Gesellschaft deutlich gezeigt. Das könne man so gesehen auch auf die Klimapolitik übertragen. „Ich hoffe, dass wir daraus lernen und die Klimakrise genauso professionell und bedacht meistern werden“, sagt der Wirtschaftsingenieur.

Elektromobilitätswelle wird kommen

Dabei geht er davon aus, dass 20 Jahre nach Inkrafttreten des EEG das erste Drittel der Energiewende geschafft ist. „Das letzte Drittel ist der sprichwörtliche Endspurt: eine CO2-freie Zukunft und das Erreichen der Klimaziele für 2050“, sagt Fendt. Als Energieminister würde er jeden Energieträger mit den tatsächlichen und langfristigen Kosten belegen. Handlungsbedarf sieht er auch beim regulatorischen Rahmen. Aktuell habe etwa ein Grundlastkraftwerk einen besseren Marktzugang als Windkraftanlagen, die erneuerbare Energie liefern. Fendts Fazit lautet: „In der gesamten Politik muss ein Umdenken erfolgen und alles darauf ausgerichtet werden, die Energiewende voranzutreiben.“

Groß ist die Veränderungsdynamik aber auch bei den Betroffenen der Energiewende. „Viele unsere Kunden wollen oder müssen aufgrund von Vorgaben elektrifizieren“, so Fendt. Unter anderem müsse die Frage beantwortet werden: Was sind die passenden und vor allem zukunftssicheren Lösungen? Insbesondere letzter Punkt ist nicht unwichtig, da man noch am Anfang der Elektromobilitätswelle steht. Im Zentrum des Lösungspakets der Münchner E-Mobilitätsexperten steht das intelligenten Lade- und Energiemanagement „ChargePilot“. Dies ermöglicht es, Ladevorgänge intelligent zu steuern und dadurch Kosten zu sparen, betont Fendt. Im Einsatz ist die Lösung mittlerweile in knapp 200 Anwendungen mit etwa 1.000 Elektrofahrzeugen. Erst kürzlich kommuniziert wurde die Zusammenarbeit mit Infineon. Das Hauptaugenmerk liegt hier aufgrund des begrenzten Netzanschlusses am größten Entwicklungsstandort des Halbleiterkonzerns auf einer zukunftsfähigen und herstellerneutralen Ladelösung, ohne zusätzliche Netzausbaukosten und teure Leistungsspitzen zu verursachen.

Wichtig ist Fendt, dass die Energiewirtschaft das intelligente Laden von Elektroautos auch honoriert: „Wenn ich das Netz weniger belaste und mehr regenerativen Strom lade, dann muss dies billiger werden“, fordert er.

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