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Collaboration-Lösungen im Maschinenbau Intelligenter zusammenarbeiten

30.10.2017

Maschinenbauer arbeiten heute in fachübergreifenden Teams zusammen - etwa mit Software-Entwicklern, Elektrotechnikern und Mechatronikern. Collaboration-Tools unterstützen sie dabei. Wenn sie mit künstlicher Intelligenz (KI) ausgestattet sind, nehmen sie den Anwendern sogar Aufgaben ab.

Bei vielen innovativen Projekten sind die Teammitglieder über verschiedene Standorte verstreut. Damit die Zusammenarbeit reibungslos funktioniert, müssen alle Kollegen stets auf dem aktuellen Stand arbeiten können. Das Schlagwort lautet Collaboration.

Die englischsprachige Bezeichnung für Zusammenarbeit steht bei uns insbesondere für digitalisierte Zusammenarbeit. Dazu gehören etwa Meetings in virtuellen Konferenzräumen mit einem interaktiven, vernetzten Whiteboard, auf dem die Mitarbeiter ein Live-Bild von sich und Inhalte teilen können. Räumlich verteilte Teams sparen sich damit Zeit und Reisekosten. Die Teammitglieder können sich jederzeit miteinander austauschen, Tauchen Fragen auf, werden sie über Videotelefonie, E-Mail, Chat oder soziale Netzwerke schnell beantwortet. Große Dateien werden von den Beteiligten über entsprechende Dienste übermittelt. Projekte gehen dadurch in der Regel schneller und effizienter voran.

Effizienter dank Collaboration

Das Fachgebiet Wirtschaftsinformatik der Technischen Universität Darmstadt und das Beratungsunternehmen Campana & Schott haben in ihrer „Deutschen Social Collaboration Studie 2017“ herausgefunden, dass Unternehmen immer offener gegenüber Collaboration-Plattformen sind. Für die Studie wurden 1005 Beschäftigte aus unterschiedlich großen deutschen und schweizerischen Unternehmen verschiedener Branchen befragt.

52 Prozent der Teilnehmenden gaben an, dass ihr Unternehmen bereits umfangreiche Strategien und Maßnahmen zur Verbesserung der digitalen Zusammenarbeit initiiert hat. Bei 59 Prozent sei geplant, (weitere) Initiativen zur Verbesserung der digitalen Zusammenarbeit anzustoßen. Weiteres Ergebnis der Studie: Mitarbeiter, die Social-Collaboration-Werkzeuge einsetzen, arbeiten effizienter. Kombinationen aus Angeboten unterschiedlicher Hersteller, die genau auf den Bedarf angepasst sind und Cloud-basierte Lösungen zeigten sich als besonders vorteilhaft. Durch die Cloud ergab sich eine Effizienzsteigerung um 13 Prozent – wurden Tools verknüpft, sogar um 17 Prozent.

Künstliche Assistenten

Einer der großen Technologie-Trends, die die Digitalisierung vorantreiben ist künstliche Intelligenz – kurz KI. Viele große Hersteller von Enterprise-Software werten ihre Produkte bereits damit auf. IBM ist hier mit Watson Workspace einer der Vorreiter. Die Plattform integriert die kognitiven Fähigkeiten des Supercomputers Watson. Diese kommen auch bei den Collaboration-Lösungen von Cisco, Spark und Webex, zum Einsatz. Salesforce hat währenddessen Einstein eingeführt. Auch Microsofts Office 365 bekommt in einer der nächsten Versionen entsprechende KI-Features.

KI übernimmt in Collaboration-Werkzeugen bisher hauptsächlich Assistenzfunktionen. So sortiert sie etwa Nachrichten im Posteingang nach Relevanz, anstatt nach Eingangszeitpunkt oder markiert wichtige Textstellen innerhalb von Mitteilungen. Es ist unerlässlich, dass die KI dazulernt. Das heißt, wenn sie eine Nachricht fälschlicherweise als wichtig einstuft und vom Anwender korrigiert wird, merkt sie sich das. Die dabei gewonnene Information lässt sie in zukünftige Entscheidungen einfließen. Als Entscheidungsgrundlage nutzt beispielsweise Watson Workspace die Core-Entscheidungs-Engine in der IBM-Cloud. Spezifische Eigenheiten des Anwenders legt das Programm in dessen persönlichem Profil ab, das in Zukunft auch On-Premise in einer lokalen Datenbank speicherbar sein soll.

KI und die Wirtschaft wächst

Neben ihrem Einsatz in Collaboration-Plattformen haben kognitive Systeme viele weitere denkbare Einsatzgebiete: Sie unterstützen Unternehmen dabei, Daten auszuwerten oder Abläufe zu automatisieren. In der Produktion wird mit Hilfe von KI vorausschauend gewartet. Roboter kommunizieren miteinander und führen Arbeitsschritte selbstständig aus. Die Unternehmensberater von McKinsey erwarten sogar, dass KI ein potenzieller Wachstumsmotor für die deutsche Industrie sein wird: Die Relevanz von KI für die deutsche Industrie unterstreichen sie mit der Analyse „Smartening up with Artificial Intelligence (AI) – What’s in it for Germany and its Industrial Sector?“. Laut dieser Studie könnte das deutsche Bruttoinlandsprodukt durch den zeitigen und stetigen Einsatz von selbstlernenden Computern und intelligenten Robotern bis im Jahr 2030 um bis zu vier Prozent oder rund 160 Milliarden höher liegen als ohne KI.

Aktuell setzen nur neun Prozent der Unternehmen maschinelles Lernen in großem Umfang ein. Das geht aus einer anderen Studie der Unternehmensberater hervor. Immerhin zwölf Prozent sehen sich schon über das Experimentierstudium hinaus gekommen. Viele Anbieter, deren Collaboration-Plattformen KI integrieren, bieten Testversionen an. Unternehmen können damit ausprobieren, welchen Nutzen KI schon heute für sie hat.

KI für Mensch und Maschine

Nur mithilfe umfassender Collaboration-Lösungen können verteilte Teams heute effizient zusammenarbeiten. Sind verschiedene Kommunikationsmöglichkeiten wie virtuelle Konferenzen, Videotelefonie, E-Mail, Chat, File-Sharing und interne soziale Netzwerke integriert, können Kollegen schnell und unkompliziert Informationen, kurze Nachrichten oder auch große Datenmengen austauschen. Anwender gewinnen damit mehr Übersicht über ihre Konversationen, sparen Zeit und optimieren Prozesse.

Das Potenzial von KI in Collaboration-Lösungen ist groß: Künftig werden Chatbots auch in Unternehmen die Mensch-Maschine-Kommunikation vereinfachen. Sie beantworten dann sich wiederholende Fragen und führen einfache Aktionen automatisch durch. Anstatt: „Hey Siri, sag mir, wie morgen das Wetter wird“, heißt es dann: „Hey SAP, such mir die letzte Bestellung von Kunde XY heraus.“

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