Voiths OnCare.Acoustic unterstützt Wasserkraftwerksbetreiber bei der Entdeckung von potenziell gefährlichen Vorfällen durch die Erkennung von Geräuschanomalien.

Bild: Voith

IIoT-Plattform Durch Lauschen das Kraftwerk störungsfrei halten

30.07.2018

OnCare.Acoustic erkennt Geräuschanomalien und stuft diese ein, so hilft das System Wasserkraftwerksbetreibern dabei, potenziell gefährliche Störfälle aufzudecken, diese in Warnungen und Alarme zu klassifizieren und bestimmten Geräten zuzuordnen. Mit Hilfe dieser Informationen können Kunden intelligentere Lösungen und Entscheidungen ableiten. Das System basiert auf einer IIoT-Plattform und kann um weitere Funktionen erweitert werden.

Wasserkraftwerke liegen oftmals in abgelegenen Gebieten und sind unbemannt. Probleme bleiben deshalb oft unentdeckt und können schwere Schäden an der Ausrüstung verursachen. Die Betreiber vertrauen auf regelmäßige Wartungszyklen und setzen auf Automatisierungssysteme, wenn es darum geht, Abweichungen aufzudecken, die gefährlich werden können. Dabei riskieren sie gefährliche Betriebszustände, wenn sie nicht über moderne Analyse- und Überwachungssysteme verfügen. Dies gilt besonders bei Anlagenteilen, die weder kontinuierlich überwacht werden, noch an eine Zustandsüberwachung angeschlossen sind.

Geräuschanomalien frühzeitig erkennen

Das neue OnCare.Acoustic-Angebot soll Wasserkraftwerksbetreiber bei der Aufdeckung und Aufklärung potenziell gefährlicher Vorfälle durch die frühzeitige Erkennung von Geräuschanomalien unterstützen. Außerdem trägt das Geräuschüberwachungssystem dazu bei, die Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Sicherheit von Wasserkraftwerken zu gewährleisten. Es ist mit einem Akustiksensor und der BlueBox zur Anbindung der Daten an die Cloud ausgestattet. Das Angebot umfasst verschiedene modulare Pakete.

Anlagenbetreiber können über festgestellte verdächtige Geräusche informiert werden, welche bereits in Warnungen und Alarmen vorklassifiziert werden. Das unterstützt Kunden in der Entscheidung, ob sie weitere Maßnahmen ergreifen müssen. Durch die Klassifizierung der Ereignisse und der Zuweisung zu bestimmten Geräten erhalten Anlagenbetreiber weitere Einblicke in ihr Wasserkraftwerk und erhöhen so die Chance möglicherweise gefährliche Zustände noch vor anderen Alarmen zu identifizieren.

Darüber hinaus werden von Voith Beratungsleistungen angeboten, die die Analyse von Inspektions- und Wartungsberichten in Kombination mit Betriebs- und Zustandsüberwachungsdaten beinhalten. Als Ergebnis erhält der Kunde Empfehlungen, wie er seine Wartung und seinen Betrieb verbessern kann.

Lückenlose End-to-End-Sicherheit

OnCare.Acoustic basiert auf der IIoT-Plattform OnCumulus und bietet die Möglichkeit, Informationen aus verschiedenen Quellen und Anwendungen sowie standort- und anwendungsübergreifende Datenansichten zu nutzen. Das akustische Überwachungssystem erfüllt die Standards und nutzt Best Practices im Hinblick auf Datenschutz, Sicherheit und Compliance. Die IT-Sicherheitsexperten von Voith gewährleisten lückenlose End-to-End-Sicherheit.

Der staatliche isländische Energiekonzern Landsvirkjun und Voith haben ein gemeinsames Pilotprojekt zur intelligenten Geräuschanalyse in Wasserkraftwerken gestartet. Voith wird das OnCare-Acoustic-Monitoring-System im isländischen Wasserkraftwerk Budarhals installieren. So werden zur Vermeidung potenzieller Abschaltungen die von den normalen Bedingungen abweichenden Geräuschanomalien erkannt. Die kontinuierliche Analyse der Maschinendaten soll darüber hinaus eine verbesserte Betriebsweise und die gezielte Planung von Wartungsarbeiten ermöglichen. Die Anlage wird Ende 2018 in Betrieb gehen.

Intelligentes Wasserkraftwerk

Uwe Wehnhardt, Vorsitzender der Voith Hydro Geschäftsführung: „Es besteht ein erhöhtes Risiko von schweren Unfällen, unzuverlässigem Anlagenbetrieb und Ausfällen in Kraftwerken, was Anlagenbetreibern entsprechende Maßnahmen abverlangt. Mit OnCare.Acoustic liefert Voith Informationen für die intelligente Wasserkraft. So können Herausforderungen durch nutzbringende Analysen gemeistert, sowie die Verfügbarkeit und der Ressourceneinsatz optimiert werden.“

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