Die VDMA Fachabteilung Industrielle Bildverarbeitung meldet ein Rekordniveau der Branche.

Bild: Pixabay, manuchi

Fachabteilung zieht Bilanz Industrielle Bildverarbeitung auf Rekordniveau

07.11.2018

In den letzten 10 Jahren hat sich der Umsatz der deutschen Bildverarbeitungsindustrie verdoppelt. Zwischen 2013 und 2017 ist die Branche durchschnittlich um 13 Prozent pro Jahr gewachsen, letztes Jahr allein in Höhe von nahezu 18 Prozent. Trotz aktueller Herausforderungen rechnet der VDMA Industrielle Bildverarbeitung mit einem weiteren Wachstumstrend.

Für 2018 rechnet der VDMA aktuell damit, dass das Rekordniveau von 2,6 Milliarden Euro gehalten wird“, sagte Dr. Klaus-Henning Noffz, Vorsitzender des Vorstandes der VDMA Fachabteilung Industrielle Bildverarbeitung und CEO der Silicon Software, anlässlich der Eröffnung der Vision. Die zu erwartende Umsatzsituation für 2018 ist auf zyklische Effekte zurückzuführen: die Elektronik- und Automobilindustrie hatte letztes Jahr massiv in neue Fertigungen investiert. Verunsicherungen aus Weltpolitik und Globalwirtschaft drücken zusätzlich auf die Investitionslaune. Darüber hinaus mangelt es an Fachkräften.

„Trotz aller Herausforderungen ist die Stimmung in der Branche gut und der Wachstumstrend wird sich grundsätzlich fortsetzen. Die Bildverarbeitung ist in der Produktion fest etabliert und erobert sich ständig neue Anwendungsfelder, auch außerhalb des Fabrikumfeldes – im ständigen Einsatz für verbesserte Qualität, höhere Zuverlässigkeit und mehr Sicherheit. Embedded Vision in Kombination mit Deep Learning setzt weitere Wachstumsimpulse“, äußerte Klaus-Henning Noffz.

Schlüsselkomponente im Automatisierungswettlauf

Bildverarbeitung ist Schlüsseltechnologie für die Automatisierung weltweit geworden. Maschinen können dank Bildverarbeitung „sehen und verstehen“. Das führt nicht nur zu höchster Produktqualität, sondern auch zu einer höheren Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit im Kontext von Industrie 4.0 indem stabile und effiziente Prozesse sowie Flexibilität und Intelligenz in der Fertigung ermöglicht werden.

Darüber hinaus erobert sich die Bildverarbeitung stetig neue Absatzmärkte und Anwendungsfelder. 2017 betrug der Anteil des Umsatzes der deutschen Bildverarbeitungsindustrie in nicht-industriellen Branchen bereits 26 Prozent; der Umsatz wuchs um 16 Prozent. Wachstumstreiber waren insbesondere die Bereiche Sicherheit & Überwachung, Intelligente Verkehrssysteme, sowie Medizinische Diagnoseapparate und Operationstechnik.

Größter Abnehmer bleibt die Automobilindustrie

Aufgeschlüsselt nach Branchen bleibt die Automobilindustrie weltweit stärkster Kunde für die deutsche Bildverarbeitungsindustrie mit 19 Prozent Anteil am Gesamtumsatz. Der Umsatz von Industrieller Bildverarbeitung stieg hier im Jahr 2017 um 20 Prozent. Der Umsatz in der verarbeitenden Industrie ohne Automobil wuchs um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Elektro-/Elektronikindustrie – einschließlich Halbleiter – war mit einem Anteil von 16 Prozent der zweitgrößte Kunde und wieder wichtiger Wachstumstreiber. Sie erhöhte 2017 ihren Einsatz von Industrieller Bildverarbeitung um 48 Prozent.

Deutschland bleibt wichtiger Absatzmarkt: 33 Prozent des Umsatzes wurde in Deutschland erzielt, 8 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Die Nachfrage in Europa (ohne Deutschland) wuchs um 1 Prozent. Exporte nach Asien, vornehmlich China, legten um 47 Prozent zu. China war mit 14 Prozent der wichtigste Exportmarkt (plus 56 Prozent), gefolgt von Nordamerika (plus 25 Prozent im Vergleich zu 2016).

Rekordumsatz von Kameras

Der Umsatz der Bildverarbeitungskomponenten wuchs 2017 um fast 24 Prozent. Wichtigste Komponente mit einem Anteil von 29 Prozent am Gesamtumsatz der deutschen Bildverarbeitungsindustrie sind die Kameras. Der Umsatz wuchs 2017 um 28 Prozent. Etwas weniger dynamisch entwickelte sich mit einem Wachstum von 13 Prozent der Umsatz von Bildverarbeitungssystemen.

VDMA Industrielle Bildverarbeitung freut sich auf eine rekordverdächtige VISION 2018 mit über 470 Ausstellern und einem Feuerwerk von Innovationen. VDMA IBV ist als fachlich-ideeller Partner vor Ort und organisiert die Präsentationsreihe „Industrial Vision Days“ – ein 3-tägiges Forum mit über 80 Vorträgen, das für Fachbesucher ein großes Angebot an technik- und anwendungsbezogenen Bildverarbeitungsthemen bereithält sowie die VDMA Podiumsdiskussion zum Thema „The Future of Vision: Are we entering a new era?“ am 6. November, 14:00 – 15:00 Uhr. Spannend werden dieses Jahr auch die VDMA Technologietage mit einem Gemeinschaftsstand für fünf Start-ups, drei Forschungseinrichtungen und einem EU-Forschungsprojekt.

Aussteller auf den VDMA Technology Days 2018

  • Artisene: Dynamische 3D-Kartierung und - Lokalisierung in Echtzeit, ohne auf GPS angewiesen zu sein

  • Deevio: Deep Learning in der Fertigung zur Unterstützung manueller Inspektion

  • K|Lens: 3D mit nur einer Standardkamera

  • Terz Industrial Electronics: Kommunikationstechnik, Datenspeichertechnologien und Netzwerkkomponenten für die Industrieautomatisierung.

  • The MoonVision: few shot detection - Plattform und Methode zur Objekterkennung ohne Experten Know-How.

  • Fraunhofer IOSB/ KCM (Karlsruhe-Center-of-Material-Signatures): Infrastruktur zur Nutzung hyperspektraler Daten.

  • Hochschule Darmstadt, Fachbereich Optotechnik und Bildverarbeitung: Near-Infrared Hyperspectral Imaging: Neuartige Methode zur einfachen Aufnahme von spektral aufgelösten Bildern im NIR.

  • Instituto Tecnológico de Informática (ITI): ZeroGravity3D - Okklusionsfreie Inspektionsgeräte für die Oberflächenprüfung und 3D-Kontaktlose Inline-Messtechnik.

  • Tulipp (EU-gefördertes Projekt): Entwicklung und Optimierung von Bildverarbeitungsalgorithmen für embedded systems mit geringer Leistung.

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