Hitzewellen führen vermehrt zu Hardwaredefekten und Datenverlust

Hitze im System, Daten weg

Hohe Temperaturen können Server, NAS- und RAID-Systeme sowie Festplatten beschädigen und dadurch Datenverlust verursachen. Kühlung und geprüfte Backups senken das Risiko.

Bild: publish-industry, KI-generiert mit Gemini
01.09.2026

Die jüngsten Hitzewellen haben sich deutlich im Auftragseingang von CBL Datenrettung bemerkbar gemacht: Bei 25 Prozent der Datenverlustfälle waren hohe Temperaturen die Ursache – so viel wie nie zuvor. Besonders häufig betroffen waren passiv gekühlte Notebooks, überhitzte RAID-Systeme und ältere Festplatten. In den meisten Fällen konnten die Daten gerettet werden. CBL rät Anwendern daher, Hitze als ernstzunehmenden Risikofaktor zu berücksichtigen.

„Elektronische Systeme entwickeln bekanntlich Hitze. Wenn diese aufgrund einer zu hohen Umgebungstemperatur nicht mehr abgeführt werden kann, kommt es zu Schäden, die auch Datenträger betreffen können. Da es sich um Datenverlust durch Hardwareschäden handelt, kann hier nur noch ein professioneller Datenretter helfen, sofern kein Backup vorhanden ist“, erklärt Conrad Heinicke, Geschäftsführer von CBL Datenrettung.

Den größten Anteil an der Hitze-Datenverlust-Welle hatten Geräte mit passiver oder überwiegend passiver Kühlung wie MacBook, Surface, iMac und Smartphones. Eingebaute Schutzmechanismen bei hohen Temperaturen wie ein automatisches Heruntertakten der Rechenleistung oder eine Notabschaltung können nicht immer verhindern, dass die Geräte Schaden nehmen. Im Fall eines 27 Zoll iMac überhitzte das Gerät so stark, dass die interne Seagate-Festplatte und das Fusion Drive ausfielen. Mehrere Handys wurden zum Datenrettungsfall, nachdem sie beim Laden im Auto überhitzen. Beunruhigend war auch der Fall eines Laptop-Akkus, der sich aufblähte.

Netzwerkspeicherausfall

NAS- und RAID-Systeme fielen ebenfalls vermehrt aus, weil die Hitze den Boards oder den Laufwerken zusetzen. „Eine Klimatisierung hätte bestimmt den Ausfall mancher Geräte verhindert. Auch das Abschalten von Geräten, die nicht dringend benötigt werden und den Raum mit dem Netzwerkspeicher zusätzlich heizen, kann helfen“, so Heinicke.

Festplattenlagerschäden

Auch die Mechanik von Festplatten ist hitzeempfindlich. Materialausdehnung und Veränderung der Schmiermittel durch Überhitzung können zu Lagerschäden führen. Zudem können Schreibleseköpfe durch Hitze beeinträchtigt werden. Da die Produktionshallen mit Maschinen wärmer waren als üblich, erreichten mehr alte Festplatten aus Maschinensteuerungen das Datenrettungslabor als sonst. „Alte Festplatten mögen ein gleichbleibendes Umfeld und reagieren empfindlich auf Überhitzung“, weiß Heinicke. „Da es gerade für die Daten auf Festplatten in Maschinen meist kein Backup gibt, sollten die Betroffenen uns die defekten Datenträger direkt zur kostenlosen Diagnose schicken. Datenrettung ist bei CBL ohne finanzielles Risiko, aber vielleicht die einzige Chance, eine ältere Werkzeugmaschine wieder nutzen zu können.“

Hitze-Resilienz und Notfallplan

„Der Klimawandel setzt mit seinen Wetterextremen nicht nur den Menschen, sondern auch den Maschinen zu. Bisher waren es vor allem die Überschwemmungskatastrophen, die eine Welle von Aufträgen erzeugten. Jetzt spüren wir auch die Datenverlustfolgen der Hitzewellen. Kurioserweise übrigens auch durch Bedienfehler, die mit kühlerem Kopf vielleicht nicht passiert wären – etwa die versehentliche Löschung von 40 TB wichtiger Forschungsdaten, die wir rückgängig machen mussten“, berichtet Heinicke. „Unser Appell: Nehmen Sie die Gefahr durch Überhitzung ernst, versuchen Sie für Klimatisierung zu sorgen, erzeugen und testen Sie Backups, erstellen Sie einen Notfallplan und spielen ihn durch. Und vor allem: Wenn es zu einem Datenverlust kommt, bewahren Sie einen kühlen Kopf und fragen Sie nicht die KI, sondern uns um Hilfe.“

Bildergalerie

  • Bei dieser 2TB M2 SSDs fiel der Controller durch Überhitzung aus.

    Bei dieser 2TB M2 SSDs fiel der Controller durch Überhitzung aus.

    Bild: CBL Datenrettung

  • Gruselige Hitzefolge: Ein aufgeblähter Notebook-Akku.

    Gruselige Hitzefolge: Ein aufgeblähter Notebook-Akku.

    Bild: CBL Datenrettung

  • Conrad Heinicke, Geschäftsführer von CBL Datenrettung.

    Conrad Heinicke, Geschäftsführer von CBL Datenrettung.

    Bild: CBL Datenrettung

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