Die positive Umsatzentwicklung wurde insbesondere durch die internationale Expansion getragen. Diese konnte Rückgänge aufgrund der Marktschwäche in der Prozessindustrie im Heimatmarkt DACH ausgleichen. Gleichzeitig belasteten negative Währungseffekte das Wachstum außerhalb der Euro-Zone. Der Auftragseingang entwickelte sich, aufgrund der gedämpften Investitionsbereitschaft in vielen Märkten leicht rückläufig.
„Wir sind in einem deutlich schwierigeren Umfeld nochmals leicht gewachsen. Das zeigt die Robustheit unseres Geschäftsmodells“, sagt Jörg de la Motte, CEO der HIMA Group. „Gleichzeitig sehen wir, dass Investitionsentscheidungen in vielen Märkten länger dauern und Projekte teilweise verschoben werden. Umso wichtiger ist es, dass wir unsere internationale Präsenz, unsere digitalen Kompetenzen und unsere Rolle als Lösungsanbieter gezielt ausgebaut haben.“
Regional verringerte sich die Abhängigkeit vom Heimatmarkt DACH weiter. Der Umsatzanteil der DACH-Region lag bei 21 Prozent gegenüber 24 Prozent im Vorjahr. Weitere EU-Länder trugen 19 Prozent bei, Asien-Pazifik 16 Prozent, Middle East 13 Prozent, das Vereinigte Königreich und Norwegen jeweils 12 Prozent sowie Amerika 7 Prozent. Damit erzielt HIMA inzwischen 79 Prozent des Umsatzes außerhalb der DACH-Region.
„Wir konnten ein leichtes Umsatzwachstum verzeichnen, gleichzeitig nehmen wir die rückläufige Auftragsdynamik sehr ernst“, erklärt Dr. Michael Löbig, CFO der HIMA Group. „Für 2026 planen wir ein weiteres Umsatzwachstum, können den Wachstumspfad aus heutiger Sicht aber noch nicht uneingeschränkt bestätigen. Mit Blick auf geopolitische Risiken, Währungseffekte und die Investitionszurückhaltung in einzelnen Märkten bleiben wir vorsichtig.“
Ein wesentlicher Meilenstein ist die Veröffentlichung des ersten Nachhaltigkeitsberichts der HIMA Group für das Geschäftsjahr 2025. Obwohl das Unternehmen nicht der Berichtspflicht unterliegt, bündelt es in dem Report seine Aktivitäten in den Bereichen Umwelt, soziale Verantwortung und Corporate Governance.
„Als Familienunternehmen verfolgt HIMA ökonomische, ökologische und soziale Ziele, um langfristig erfolgreich und verantwortungsvoll zu handeln und zugleich nachhaltige Perspektiven für die nächste Generation zu schaffen“, erläutert Steffen Philipp, Gesellschafter der HIMA Group. „Aus Gesellschaftersicht ist nachhaltiges profitables Wachstum dabei ein entscheidender Faktor.“
Zu den weltweiten Initiativen zählen unter anderem Maßnahmen zur Reduzierung von CO₂-Emissionen, nachhaltigere Messekonzepte, Ladestationen für Mitarbeitende, lokale Umwelt- und Community-Projekte sowie Programme zur Mitarbeiterentwicklung, Diversität und Compliance.
Integration von Sella Controls und Origo Solutions stärkt Lösungskompetenz
Die strategische Weiterentwicklung der HIMA Group stand 2025 im Zeichen von Internationalisierung, Digitalisierung und dem Ausbau der Lösungskompetenz. Die Integration von Sella Controls, seit Februar 2023 Teil der HIMA Group, wurde abgeschlossen. Sella Controls ist innerhalb der Gruppe als Kompetenzzentrum für Bahntechnik positioniert. Zu den wichtigen Projektmeilensteinen zählen unter anderem der Abschluss des SCADA-Modernisierungsprojekts Nexus Tyne & Wear Metro in Newcastle sowie ein Auftrag zur Modernisierung der Eisenbahn-Infrastruktur im Chemelot Industriepark in den Niederlanden.
Auch die Integration von Origo Solutions, seit Februar 2024 Teil der HIMA Group, ist weit fortgeschritten und zu mehr als 90 Prozent abgeschlossen. Origo Solutions stärkt insbesondere die Präsenz in Skandinavien sowie die Kompetenzen in traditionellen und erneuerbaren Energiemärkten. Mit der neuen Einheit HIMA Digital geht zudem die Digitalisierungsstrategie unter dem Leitmotiv #safetygoesdigital in die nächste Phase.
Internationale Expansion und strategische Partnerschaften ausgebaut
Die internationale Expansion wurde ebenfalls weiter vorangetrieben. In China wurde im Dezember 2025 der neue Hauptsitz in Shanghai offiziell eröffnet. In Indien wird der Standort nach der Eröffnung von HIMA India im November 2024 weiter ausgebaut. In Lateinamerika stärkt HIMA die Präsenz in Kolumbien und Peru. Kolumbien dient als Drehscheibe für Lateinamerika mit Fokus auf die Prozessindustrie, während die Niederlassung in Lima Projekte in Peru und angrenzenden Ländern unterstützt.
Ein wesentlicher Bestandteil der Strategie hin zum Lösungsanbieter bleibt der Ausbau strategischer Partnerschaften. Die Zusammenarbeit mit genua im HIMA Security Lab wurde intensiviert. Mit Samson entwickelt HIMA gemeinsame HIPS- und Pipeline-Management-Lösungen für die Kohlenwasserstoff- und Chemieindustrie. Die langjährige Zusammenarbeit mit Valmet wird im Energie- sowie Zellstoff- und Papiersektor weiter vertieft. Mit Hilscher verbindet HIMA funktionale Sicherheit mit industrieller Kommunikation für Embedded Systems. Mit den DEUTA-Werken wurde die Lösung SafeHMI – powered by IconTrust - entwickelt, die Bedien- und Anzeigesicherheit in Prozessindustrie und Bahnbereich erhöht und die vollständig in die HIMA Safety Platform integriert ist.
Ausblick: Chancen durch Digitalisierung und Energieinfrastruktur
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die HIMA Group weiterhin ein anspruchsvolles Umfeld. Geopolitische Konflikte, Währungseffekte und Investitionszurückhaltung können Projekte und Services verzögern oder verschieben. Gleichzeitig sieht HIMA langfristig Chancen, insbesondere bei Investitionen in Energieinfrastruktur, erneuerbare Energien, Wasserstoff, Pipeline-Erweiterungen sowie in der Digitalisierung sicherheitskritischer Prozesse.
Mit HIMA Digital bündelt die HIMA Group ihre Kompetenzen für digitale Lösungen. Im Zentrum steht hima360, eine unabhängige offene digitale Plattform auf Basis von SCADA+, die sicherheitsrelevante Daten, Anwendungen und Services über den Safety Lifecycle vernetzt.
„Das Marktumfeld bleibt volatil“, sagt Jörg de la Motte. „Gleichzeitig wächst der Bedarf an funktionaler Sicherheit, OT-Security und digitalen Lösungen. Genau hier setzen wir mit der neuen Einheit HIMA Digital an.“