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Bild: RHI Magnesita, X-Technik

Präzises Greifen von Feuerfestprodukten Heiße Steine sanft behandeln

04.07.2018

Bei der Produktion und dem Handling von Feuerfestprodukten wie Steinen entstehen aggressiver Staub und Temperaturen von über 600 Grad Celsius. Der Einsatz von Robotern ist für das Handling deshalb unverzichtbar. Hier wird von Robotern Präzision beim Handling von über 200 kg schweren Werkstücken ebenso gefordert wie eine hohe Robustheit.

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Ob in der Stahlindustrie, in der Zement- und Kalkindustrie oder bei der Herstellung von Glas – Feuerfestprodukte sind bei allen industriellen Prozessen mit hohen Temperaturen von über 600 °C unverzichtbar. RHI Magnesita mit österreichischen Wurzeln produziert mit rund 14.000 Mitarbeitern an über 35 Standorten weltweit jährlich rund drei Millionen Tonnen Feuerfestprodukte wie feuerfeste Steine, Massen und Funktionalprodukte sowie feuerfesten Mörtel.

„Unsere Stärke als Feuerfesthersteller liegt darin, aus einer Reihe von Rohstoffen die für den jeweiligen Einsatz richtige Mischung zu finden und dem Kunden das optimale Produkt zur Verfügung zu stellen“, erklärt Heimo Wagner, Plant-Manager im Werk Radenthein in Kärnten. Dafür verfügt RHI Magnesita über mehr als 20.000 Rezepturen. In der Steinfabrik Radenthein werden jährlich 80.000 Tonnen hauptsächlich magnesitische Steine produziert. Die aus Pressmassen geformten Steine werden auf Tunnelofenwägen durch einen Ofen geschoben. Dieser Tunnelofen ist das zentrale Element der Feuerfestproduktion; er läuft 365 Tage im Jahr. Rund um den Ofen muss alles so fließend wie möglich funktionieren, damit er optimal genutzt werden kann – eine Automatisierung der Prozesse ist also zwingend.

Große Roboter für große Steine

Eine wesentliche Rolle spielt dabei der Einsatz von Robotern. „Aktuell erfüllen im Werk Radenthein insgesamt 20 Roboter von ABB äußerst zufriedenstellend ihre Aufgaben“, sagt Wolfgang Daborer, verantwortlich für Automatisierungsprojekte bei RHI Magnesita. „Für das Radentheiner Werk wählte man die drei Robotertypen IRB 6400, 6400 REX und 6600 aus, da sie über ein Handlingsgewicht von 150 bis 235 kg verfügen“, erklärt Martin Moosbacher, Projektmanager bei ABB. „Diese großen Roboter sind notwendig, da hier große Steingewichte mit teilweise großen Ausladungen bewegt werden müssen.“

Zudem werden in Radenthein mehrere Tausend verschiedene Steinformate gehandhabt. Die kleinen Losgrößen sind für Roboter, Greiftechnik und Programmierung eine besondere Herausforderung. Beim Greifkonzept war man auch aufgrund der vielen Steinformate gefordert, ein sehr flexibles System zu entwickeln. Dabei entschied man sich für Saugplatten mit unterschiedlichen Formaten. „Gestartet wurde mit 60 verschiedenen Greifern; mittlerweile sind wir bei weit über 100 angelangt“, so Wolfgang Daborer.

Präzise und schonende Handhabung

Ein weiterer Vorteil der Roboter beim Greifen: Sie gehen sehr sanft mit den Steinen um. „Der Stein ist vor dem Brennen noch sehr empfindlich. Ein Roboter handhabt die Produkte wesentlich genauer und schonender, als es manuell jemals möglich wäre“, betont Wolfgang Daborer.

Als eine der größten Herausforderungen nennen alle Beteiligten einstimmig die rauen Umgebungsbedingungen. „Um einen hohen Verschleiß durch den sehr aggressiven Staub zu vermeiden, sind selbstverständlich alle Roboter mit Foundry-Ausstattung ausgeführt“, erzählt Martin Moosbacher. „Speziell bei unserem jüngsten Projekt, der Umrüstung zweier Steinpressen von Linearportalen auf Knickarmroboter von ABB, ist ein eklatanter Unterschied zwischen diesen beiden Lösungen festzustellen“, meint Wolfgang Daborer. Linearportale mit all den offenen Führungen, Getrieben, Zahnstangen und Kugellagern sind in rauer Umgebung sehr angreifbar. „Die Instandhaltungskosten waren im Vergleich zu einem Foundry-Roboter deutlich höher. Bei den ABB-Robotern wird lediglich der übliche jährliche Service durchgeführt; das war’s“, freut sich Daborer.

Bildergalerie

  • Auf einem Tunnelofenwagen lassen sich mehrere hundert Steine stapeln. Der Roboter muss teilweise fünf bis sechs verschiedene Formate richtig greifen und korrekt setzen.

    Bild: ABB

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