Robotik wird bereit für ISO 10218:2025

Offene Sicherheitsarchitektur auf EtherCAT-Basis für Roboterkinematik

Die Kendrion Safety-Architektur ermöglicht die nahtlose Integration moderner Robotiksicherheitsfunktionen in bestehende EtherCAT- und FSoE-Netzwerke.

Bild: Kendrion
23.06.2026

Die Norm ISO 10218:2025 stellt neue Forderungen an die Robotersicherheit, die in zukünftigen Robotikprojekten zu berücksichtigen sind. Mit der Kendrion-Sicherheitsarchitektur für Robotik bietet Kendrion eine offene Lösung, die eine SIL3/PLe-zertifizierte Safety PLC mit einer Robotik-Bibliothek für kinematische Sicherheitsfunktionen kombiniert. Die Sicherheitssteuerung vereint Bewegungs-, Kraft- und Zonenüberwachung auf einer Plattform und unterstützt dabei gezielt die Umsetzung zukünftiger Sicherheitsanforderungen.

Die aktualisierte Norm ISO 10218:2025 erweitert den Blick auf die Robotersicherheit – vom Roboter selbst bis hin zur sicheren Integration in Applikationen und Roboterzellen. Neben Position und Geschwindigkeit rücken künftig auch die Kraftüberwachung, dynamische Sicherheitszonen sowie Sicherheitsfunktionen für kollaborative und teilkollaborative Applikationen stärker in den Fokus. Die Kendrion-Sicherheitsarchitektur für Robotik kombiniert eine SIL3/PLe-zertifizierte Safety PLC und eine Robotik-Bibliothek für kinematische Sicherheitsfunktionen.

Die Safety PLC übernimmt die kinematische Sicherheitsüberwachung der gesamten Roboterbewegung und verarbeitet in Echtzeit sicherheitsrelevante Daten aller eingebundenen Achsen und Antriebe. Die Lösung überwacht die Position und Geschwindigkeit von Industrierobotern und Cobots sowie Kräfte, Drehmomente und individuell konfigurierbare Sicherheitszonen. Kinematische Sicherheitsfunktionen werden dabei mit einer minimalen Zykluszeit von 2 ms verarbeitet. In Verbindung mit geeigneten FSoE-Antrieben (Fail Safe over EtherCAT) lassen sich Sicherheitsfunktionen wie STO und SS1 sowie applikationsspezifische Geschwindigkeits- und Zonenüberwachungen umsetzen.

Skalierbar für unterschiedliche Robotikanwendungen

Kendrion bietet seine Sicherheitsarchitektur in den Ausführungen „Motion“, „Force“ und „Zone“ an. Die Motion-Variante umfasst die Überwachung von Position und Geschwindigkeit für klassische Industrieroboter-Anwendungen. Die Force-Ausführung erweitert den Funktionsumfang um eine modellbasierte und optional sensorbasierte Überwachung von Kraft und Drehmoment und eignet sich insbesondere für Mensch-Roboter-Kollaborationen.

Mit der Zone-Variante lassen sich darüber hinaus bis zu 20 Sicherheitszonen überwachen. Dadurch lassen sich Arbeitsbereiche flexibel absichern und moderne MRK-Anwendungen effizient umsetzen. Die Architektur unterstützt serielle Roboterstrukturen mit zwei bis neun linearen oder rotierenden Achsen.

Offen für bestehende Robotik-Plattformen

Der EtherCAT-Master kommuniziert über die Kendrion Safety PLC direkt mit sicheren FSoE-Servo-Antrieben und ermöglicht eine durchgängige Safety-Kommunikation für Robotersysteme mit bis zu neun Achsen. Die Kendrion Sicherheitsarchitektur lässt sich in bestehende EtherCAT-basierte Robotikanwendungen integrieren und ist mit gängigen FSoE-Antrieben kompatibel.

Eine Bindung an proprietäre Roboter-Controller ist nicht erforderlich. Roboterhersteller können eigene Funktionen und Kinematiken einbinden sowie zusätzliche I/O-Systeme integrieren. Dadurch lassen sich beispielsweise Laserscanner, Encoder und weitere sicherheitsrelevante Sensoren unkompliziert in die Sicherheitsarchitektur einbinden. Die offene Systemarchitektur schafft hohe Flexibilität für zukünftige Robotik-Plattformen und unterstützt die Umsetzung neuer Sicherheitsanforderungen.

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