Saubere Energie durch einfache Umrüstung Grüne Kohlekraftwerke – Geht das?

In einer Welt, die mit rund 2.400 Kohlekraftwerken kämpft, die zusammen fast die Hälfte der globalen CO2-Emissionen verursachen, bietet sich nun eine große Chance zur Veränderung.

Bild: publish-industry
27.11.2023

Fiktion oder Wirklichkeit? Anscheinend können „Grüne Kohlekraftwerke“ ohne schädliche Treibhausgase Milliarden Tonnen an CO2 einsparen und Millionen Tonnen Wasserstoff erzeugen. Kann man damit die Energieversorgung sichern?

Derzeit gibt es weltweit circa 2.400 Kohlekraftwerke, die gesamt einen CO2 Ausstoß von bis zu 18 Milliarden t pro Jahr verursachen (das entspricht etwa 45 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen).

Des Weiteren sind Kraftwerke mit mehr als 240 GW elektrischer Leistung in Planung oder Bau, die dann noch Jahrzehnte lang laufen werden (zum Beispiel gehen in China wöchentlich zwei Kohlekraftwerke in Betrieb).

Ist Umrüstung die Lösung?

Wenn man alle diese Kohlekraftwerke umrüstet/erweitert, könnte man gewaltige CO2-Einsparungen erreichen. Ermöglicht wird dies durch ein neues Verfahren, entwickelt von Partnern der D-A-CH-Gesellschaft für Wasserstoff (kurz DACHGWA). Das heißt es ist technisch möglich, Kohlekraftwerke zu betreiben, die keine schädlichen Treibhausgasse emittieren und gleichzeitig neben elektrischen Strom auch große Mengen an Wasserstoff produzieren.

Derzeit betragen die jährlichen CO2-Emissionen circa 40 Milliarden t pro Jahr. Um das Klimaziel für 1,5 Grad zu erreichen, dürften nur mehr circa 250 Milliarden t CO2 in die Luft geblasen werden. Das ist in circa sechs Jahren erreicht.

Mit der neu entwickelten Technologie könnten in relativ kurzer Zeit sehr große Mengen an CO2 eingespart werden. Die bestehende Infrastruktur für elektrische Netze könnte beibehalten werden. Es sind keine großen Investitionen dafür notwendig. Die Energieversorgung wäre für lange Zeit gesichert.

Testanlage in Deutschland

Derzeit ist eine Testanlage als Forschungsprojekt in Norddeutschland geplant (Kombianlage für H2-Erzeugung aus Alt- und biogenen Stoffen unter Einbeziehung eines bestehenden Kohlekraftwerkes), um die technischen, ökologischen und wirtschaftlichen Aspekte dieser neue Technologie anhand von konkreten Zahlen zu bestätigen.

Dabei sollen bis zu 140.000 t Wasserstoff erzeugt werden (das entspricht circa 940 Windrädern beziehungsweise circa 65 km2 PV-Freifläche). Dafür soll vor Ort auch eine eigene Forschungs-GmbH gegründet werden.

Ein privates Investmentkonsortium würde die Errichtung und den Betrieb einer solchen Anlage (wenn notwendig auch ohne Förderungen) in der Höhe von 120 Millionen Euro finanzieren. Das BMBF ist ebenfalls informiert. Diese weltweit erste Referenzanlage kann man dann in die ganze Welt exportieren. Deutschland, Österreich und die Schweiz (DACH-Region) würden so zu führenden Wasserstoffländern weltweit aufsteigen.

Die Kosten für die Umstellung aller Kohlekraftwerke auf diese neue Technologie betragen nur einen Bruchteil der weltweit jährlichen Rüstungsausgaben (derzeit 2,2 Billionen USD) und könnte zum Beispiel von der Weltbank finanziert werden.

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