Exportaufschwung bei Industriearmaturen Es läuft wieder rund

16.02.2018

Nachdem im Jahr 2016 der Auftragseingang bei Industriearmaturen stagnierte und der Umsatz rückläufig war, ging es im vergangenen Jahr wieder bergauf für die Branche. Vor allem der Euro-Raum, der als wichtiger Exportmarkt für deutsche Industriearmaturen gilt, erholt sich nach Jahren der Krise wieder.

Das vergangene Jahr war für die deutschen Hersteller von Industriearmaturen ein erfolgreiches Jahr: Sie verzeichneten 2017 ein nominales Auftragsplus von 11 Prozent und ein Umsatzswachstum von 4 Prozent im Vergleich zu 2016, als der Auftragseingang stagnierte und der Umsatz leicht rückläufig war.

Ein wichtiger Exportmarkt für deutsche Industriearmaturen ist der Euro-Raum, der sich jahrelang in der Krise befunden hatte, ist nun wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Um 7 Prozent nahm hier der Umsatz zu.

Positiv entwickelte sich auch die Zahl der Orders aus dem nicht-europäischen Ausland: 16 Prozent Zuwachs konnten die deutschen Industriearmaturenhersteller verzeichnen. Im Inland stieg der Absatz um 2 Prozent an.

Kapazitätsauslastung auf hohem Niveau

In den einzelnen vom VDMA statistisch erfassten Produktgruppen entwickelten sich die Umsätze 2017 durchweg positiv. Die Hersteller von Regelarmaturen verzeichneten ein nominales Umsatzplus von 8 Prozent. Bei den Sicherheits- und Überwachungsarmaturen stieg der Umsatz um 5 Prozent, bei den Absperrarmaturen wuchs der Absatz moderat um 2 Prozent.

Insgesamt befindet sich die Kapazitätsauslastung in der Industriearmaturenbranche mit 93 Prozent auf hohem Niveau. Nach dem Ifo-Geschäftsklima Index beurteilen befragte Industriearmaturenhersteller das Geschäftsklima durchweg positiv. Die Erwartungen für die nächsten sechs Monate sind allerdings etwas gedämpft: Die schwierigen Verhandlungen bei der Bildung einer neuen Bundesregierung führte ebenso zu Verunsicherung wie der unsichere Ausgang der Brexit-Verhandlungen.

China wieder größter Exportabnehmer

Im Zeitraum Januar bis November 2017 erzielten die deutschen Industriearmaturenhersteller ein Exportvolumen von 3,6 Milliarden Euro. Ein Plus von 7,6 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das Auslandsgeschäft der Branche profitierte von der robusten Nachfrage aus China, der Belebung der Wirtschaft in den USA und der starken Nachfrage aus Europa.

China war auch 2017 der größte Abnehmer deutscher Industriearmaturen – vor den USA und Frankreich. Die Branchenausfuhren nach China stiegen von Januar bis November 2017 um 13,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 407 Mio. Euro. Die Exporte in die USA erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 15 Prozent auf 327 Millionen Euro. Frankreich fragte 2017 mit 196 Millionen Euro insgesamt 5,8 Prozent mehr Industriearmaturen aus Deutschland nach als im Jahr zuvor.

Russland im Aufwärtstrend

Die russiche Wirtschaft ist wieder auf Wachstumskurs. Für 2018 wird ein Anstieg von 1,6 Prozent erwartet. Gedämpft wird die wirtschaftliche Entwicklung in Russland nach wie vor durch die Auswirkungen der Sanktionen seitens der westlichen Industrieländer. Die deutschen Industriearmaturenhersteller mussten 2016 deutliche Einbußen in diesem wichtigen Markt verkraften. Im Zeitraum Januar bis November 2017 stiegt der deutsche Export von Industriearmaturen auf 114 Millionen Euro an.

Prognose 2018

  • Die Weltwirtschaft befindet sich derzeit in einem kräftigen Aufschwung und ein Ende des Booms scheint nicht in Sicht.

  • Impulse erwartet die Industriearmaturenbranche insbesondere in den Bereichen Chemie, Pharma und Lebensmittel. Im Bereich Energie wird mit Nachfragerückgängen gerechnet.

  • Alle Zeichen stehen auf Wachstum: Für 2018 erwartet der Fachverband Armaturen ein nominales Umsatzplus von 4 Prozent.

Bildergalerie

  • Die zehn wichtigsten Abnehmerländer im Überblick

    Bild: VDMA

  • Umsatzentwicklung bei Industriearmaturen

    Bild: VDMA

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