An der Innenseite der Windschutzscheibe angebracht ist das Dritte Kennzeichen besser vor Manipulation geschützt als die Nummernschilder an Front und Heck.

Bild: DKT

RFID-Label für die Windschutzscheibe Drittes Kennzeichen vereinfacht Verkehrskontrollen

08.07.2020

Auto-Diebstähle, Steuerausfälle, Sicherheitsrisiken – nicht ordnungsgemäß zugelassene Fahrzeuge verursachen weltweit hohe Schäden. Ein Etikett für die Windschutzscheibe speichert die sensiblen Fahrzeugdaten sicher vor unbefugtem Zugriff und ermöglicht Kontrollen bei fließendem Verkehr.

Klassische Kfz-Nummernschilder aus Metall können leicht gestohlen, kopiert oder unberechtigt weiterverwendet werden. Als Ergänzung zu diesen Kennzeichen an Fahrzeugfront und -heck dient das sogenannte Dritte Kennzeichen. Dabei handelt es sich um ein Sicherheitsetikett auf der Innenseite der Windschutzscheibe. Es trägt die von der Zulassungsbehörde ausgestellten Fahrzeugdaten und ist im Fahrzeuginnenraum vor Diebstahl und Manipulation geschützt.

Das Kennzeichen lässt sich außerdem mit RFID ausstatten. Neben den Zulassungsdaten können auf dem Chip so individuelle Informationen gespeichert und berührungslos ausgelesen werden. Dadurch eröffnen sich weitere Anwendungsfelder, beispielsweise das Parkmanagement oder Mautkontrollen.

Fahrzeugüberwachung im Vorbeifahren

Eine Kombination aus UHF für große Reichweiten und NFC für die Auslesbarkeit mit dem Mobiltelefon hat Schreiner PrinTrust für die Firma Deutsche Kennzeichen Technik (DKT). Durch die Verbindung der beiden Technologien in einem Sicherheitsetikett steigt die Flexibilität bei der eindeutigen Fahrzeugerkennung.

Aufsichtsbehörden erhalten damit ganz neue Möglichkeiten in der Fahrzeugüberwachung. Denn die integrierte UHF-RFID-Technologie erlaubt das Auslesen von Daten aus mehreren Metern Entfernung bei fließendem Verkehr. Dabei werden die Dritten Kennzeichen mittels spezieller Lesegeräte im Vorbeifahren erfasst und in Echtzeit mit der Datenbank abgeglichen.

Abgefragt werden unter anderem die Status „korrekte Zulassung“, „Steuer bezahlt“ oder gar „Diebstahl“. Die Informationen lassen sich mittels moderner Verkehrstechnik anzeigen oder der örtlichen Polizei zur Kontrolle schicken.

Flexibilität durch NFC-Chip

Parallel ist durch den integrierten NFC-Chip eine Fahrzeugkontrolle mit allen handelsüblichen Smartphones möglich, die über ein NFC-Lesegerät verfügen. Neue Apps mit entsprechender Freigabe durch die Behörde oder Lizenzgeber eröffnen zusätzliche Potenziale.

„Die Fahrzeugdaten, die bei der Zulassung und im Fahrzeugbetrieb erfasst werden, gewinnen immer mehr an Bedeutung, sei es bei Fahrzeugkontrollen, Unfällen oder bei der periodischen technischen Fahrzeugprüfung“, sagt Bernhard Gött, Geschäftsführer von DKT. „Mit der kombinierten UHF-RFID- und NFC-Funktion im Dritten Kennzeichen können diese Daten auf verschiedenen Wegen ausgelesen und mit der Fahrzeugdatenbank des jeweiligen Landes abgeglichen werden. Das sorgt für mehr Sicherheit bei der Fahrzeugzulassung, im Straßenverkehr und für hohe Flexibilität bei der Überprüfung.“

Neben den behördlichen Sicherheitsanwendungen finden die Dritten Kennzeichen zum Beispiel auch in Zugangs- oder Mautkontrollen Anwendung. Als zentrales Medium für die Datenverarbeitung steht dabei eine umfangreiche Fahrzeugdatenbank bereit. Sie stellt den verschiedenen Institutionen und Anwendern immer dieselben Informationen aktuell und in Echtzeit zur Verfügung.

Bildergalerie

  • Das Dritte Kennzeichen kann unter anderem als Versicherungsnachweis, Steuer-/Abgabennachweis, Parkberechtigung, Maut oder Zufahrtskontrolle dienen.

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  • Overhead- und RFID-Reader, die an Schilder-, Maut- oder anderen Brücken montiert sind, können die Fahrzeugdaten im Vorbeifahren auslesen.

    Bild: DKT

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