Wenn die Energieversorgung wackelt

Deutscher Mittelstand sieht Energiepolitik kritisch

Laut der Studie leiden Mittelständler unter steigenden Energiekosten, fehlender Planungssicherheit und Energieversorgungsproblemen.

Bild: Gemini, publish-industry
10.02.2026

Der Mittelstand setzt auf Wind- und Solarenergie sowie auf Speicher- und Wärmelösungen. Doch regulatorische Vorgaben und fehlende Investitionen bremsen Energieziele aus.

Steigende Energiekosten, mangelnde Planungssicherheit und strukturelle Schwächen in der Energieversorgung belasten den industriellen Mittelstand in Deutschland immer stärker. Wie eine aktuelle Studie der Meistro Gruppe zeigt, wird die Energieversorgung für viele Unternehmen – zusätzlich zur ohnehin angespannten Wirtschaftslage – zur strategischen Schlüsselfrage.

Als besonders kritisch werden die unklare Kostenlage (20 Prozent) und die fehlende Planungssicherheit (17 Prozent) angesehen. Beide Faktoren wirken sich unmittelbar auf Investitionsentscheidungen aus und verzögern Transformationsprozesse im Mittelstand.

Mittelständler melden Versorgungsprobleme

Gleichzeitig zeigt die Studie, wie volatil die Situation der Unternehmen in Bezug auf die Energiesicherheit ist: 40 Prozent der befragten Mittelständler hatten in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Probleme mit ihrer Energieversorgung. Bei 23 Prozent traten die Engpässe mehrfach auf und für 10 Prozent sind sie ein permanentes Problem. Entsprechend wird das Thema Energie in vielen Betrieben inzwischen auf Geschäftsführungsebene behandelt.

Parallel dazu gibt es positive Entwicklungen: 25 Prozent der befragten Unternehmen haben bereits Projekte zur Verbesserung der eigenen Energieversorgung umgesetzt. Weitere Betriebe arbeiten an Maßnahmen wie Energiesparprogrammen, Eigenstromerzeugung oder Speicherlösungen. Als wichtigste Motivationen nennen die Entscheider dabei Energiekosten (30 Prozent) und Versorgungssicherheit (31 Prozent).

Die wichtigsten Technologien für Mittelstand

Obwohl der Ausbau aktuell gebremst ist, bewerten 30 Prozent der befragten Unternehmen Wind- und Solarkraft weiterhin als die wichtigsten Technologien für ihre eigene Energiezukunft. Auf Batterieenergiespeichersysteme entfallen 22 Prozent und auf Wärmelösungen 21 Prozent. Das Interesse an mehr Unabhängigkeit vom klassischen Strombezug ist groß, doch die Umsetzung hinkt häufig hinterher. Jeder vierte Entscheider nennt regulatorische Vorgaben sowie fehlende Investitionen als zentrale Hürden, um die eigene Energieversorgung konsequent unabhängig und resilient aufzustellen.

„Die Ergebnisse der Umfrage verdeutlichen den Bedarf an klaren Rahmenbedingungen und praxisnaher Unterstützung“, sagt Niels Keunecke, Co-CEO der Meistro Gruppe. „Mittelständische Unternehmen können hier von individuellen Versorgungskonzepten profitieren, etwa durch eine Fördermittelberatung oder Lösungen für die Eigenstromerzeugung, Speichertechnik und Wärmeversorgung. Dabei sollte das Ziel immer darin bestehen, Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit in integrierten Energielösungen zu vereinen.“

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