Der Durst der KI wird zur Gefahr für Europas Wasser

Der unsichtbare Preis des KI-Booms

Blue Activity entwickelt biologische Behandlungslösungen, die Kühlkreisläufe ohne Biozide betreiben und den Wasserverbrauch um bis zu 40 Prozent senken sollen.

Bild: KI-Generiert / blue activity
17.08.2026

Während Europas Flüsse historische Tiefststände erreichen, steigt der Wasserbedarf von Rechenzentren. Blue Activity möchte Kühlkreisläufe ohne Biozide betreiben und verspricht eine Wassereinsparung von bis zu 40 Prozent bei geringerem Energie- und CO2-Aufwand.

Europa erlebt einen Sommer der Extreme. Waldbrände breiten sich in vielen Ländern Europas aus. Rhein und Donau haben historische Tiefststände erreicht – ein Ausmaß, das selbst aus dem Weltraum sichtbar ist. Riesige Sandbänke, die normalerweise unter Wasser liegen, sind freigelegt. Wassernutzungsbeschränkungen wurden daher in vielen Ländern eingeführt. Die Dürre ist so schwerwiegend, dass sie das Wirtschaftswachstum gefährdet.

Gleichzeitig wächst im Hintergrund eine Entwicklung, über die bislang kaum gesprochen wird: der Wasserhunger der Künstlichen Intelligenz. Mit jeder neuen KI-Anwendung entstehen weltweit leistungsfähigere Rechenzentren. Was viele übersehen: Nicht der Strom allein ist die Herausforderung, sondern die damit einhergehende Notwendigkeit der Kühlung, welche immer stärker mit Wasser als effizienstestem Kühlmittel umgesetzt wird.

Die Folge: Allein US-Rechenzentren verbrauchten 2023 rund 65,9 Milliarden l Wasser. Experten rechnen damit, dass sich dieser Bedarf bis 2028 auf das Zwei- bis Vierfache erhöhen könnte. Das eingesetzte Kühlwasser wird häufig mit umweltgefährdenden Bioziden zur Gefahrenabwehr in Verbindung mit chemischen Additiven behandelt, wodurch behandlungsbedürftige Abwasserqualitäten die Folge sind.

Je intelligenter unsere KI wird, desto größer wird ihr Durst

„Künstliche Intelligenz darf nicht dazu führen, dass Wasser zum Kollateralschaden der Digitalisierung wird“, sagt Lars Havighorst, CEO von Blue Activity.

Wasser ist nicht das Problem. Unser Umgang damit ist.

Das Heidelberger CleanTech-Unternehmen hat eine patentangemeldete Technologie entwickelt, die zu 100 Prozent auf klassische Kühlwasserchemie verzichtet. Statt Biozide einzusetzen, nutzt Blue Activity die Kraft der Natur, um eine hohe Wasserqualität zu sichern: Funktionale Mikroorganismen reinigen sehr effizient die Kühlsysteme 24/7, ergänzt durch biopolymere Additive zum Management von Härteausfällungen und zum Korrosionsschutz.

Die vollständig biologisch abbaubaren Konditionierungsmittel halten Kühlkreisläufe sauber, reduzieren den Ressourceneinsatz (Wasser) und sorgen dafür, dass Wasser möglichst unbelastet in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden kann.

„Wenn Wasser zur wichtigsten Ressource des 21. Jahrhunderts wird, müssen wir aufhören, es während der Nutzung unnötig zu belasten. Genau dafür wurden unsere innovativen Behandlungsprodukte entwickelt“, so Havighorst.

Die eigentliche Herausforderung beginnt jetzt

Der weltweite Ausbau von KI steht erst am Anfang. Neue Rechenzentren entstehen in Rekordtempo – auch in Europa. Parallel verschärfen Klimawandel und Trockenperioden den Druck auf Wasserressourcen. Für Blue Activity ist deshalb klar:
Die Digitalisierung der Zukunft braucht nicht nur grüne Energie. Sie braucht auch einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser.

Die Technologie des Unternehmens bietet hierfür einen neuen Ansatz:

  • biologisch abbaubare Behandlungsprodukte

  • bis zu 50 Prozent geringerer CO2-Fußabdruck

  • bis 40 Prozent Wassereinsparung durch optimierte Nutzungsmöglichkeit

  • ökonomische wie auch ökologische Vorteile: bis 32 Prozent OPEX-Reduktion, bis 28 Prozent Energieeinsparung

  • gesetzes- wie auch regelkonformes Behandlungsmanagement ohne Einsatz von Gefahrstoffen

Blue Activity sucht neue Pilotpartner

Das Unternehmen sucht Betreiber von Hyperscale – Rechenzentren, die gemeinsam zeigen wollen, dass Digitalisierung und Ressourcenschutz kein Widerspruch sein müssen. Weitere Partner werden auch im Bereich Industrieparkbetreibern, Raffinerien, Chemie- sowie Stahlwerken gesucht.

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