Max Barta, Actemium

Dekarbonisierung als Wettbewerbsfaktor

Max Barta ist Managing Director von Actemium Deutschland. Der studierte Ingenieur mit Schwerpunkt Elektro- und Informationstechnik (M. Sc. der HTWK Leipzig) blickt auf eine erfolgreiche 17-jährige Karriere im Energiebereich – vom Trainee bis zur Führungskraft. Als Teil seiner leitenden beruflichen Tätigkeit gibt er zudem Führungskräfteworkshops, engagiert sich ehrenamtlich in der Berufsorientierung an Schulen und ist Vorstandsmitglied beim Verein Tastensport e. V.

05.11.2026

Die Dekarbonisierung der Industrie ist kein reines Nachhaltigkeitsthema – sie ist ein strategischer Wettbewerbsfaktor. Denn sie fördert Transformation und Innovation auf mehreren Ebenen wie Technologie, Planung und Kooperation. Damit sorgt sie nicht nur für mehr Effizienz und höhere Produktivität. Gleichzeitig steigert sie auch die Resilienz und Zukunftsfähigkeit von Unternehmen.

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Viele Unternehmen betrachten Umwelt- und Klimaschutz noch immer primär als Nachhaltigkeitsthema. Tatsächlich ist er ein strategischer Wettbewerbsfaktor mit Blick auf Verbräuche, Produktivität und Kosten und entscheidet zunehmend über die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Diese sollten hierbei weder den Fokus auf nur eine Technologie legen noch isolierte Einzelprojekte verfolgen. Vielmehr verlangt die Dekarbonisierung, zahlreiche Ebenen in einem integrierten Transformationsansatz zu bündeln: von Energieeffizienz und Elektrifizierung über Digitalisierung und Automatisierung bis hin zu neuen Konzepten von Koordination und Kooperation. Die Dekarbonisierung treibt all diese eng miteinander vernetzten Faktoren voran, während diese wiederum die Dekarbonisierung beschleunigen.

Um sowohl die Ziele von Wirtschaftlichkeit als auch Nachhaltigkeit zu erreichen, müssen Daten aus Produktion und Energieverbrauch ins Zentrum rücken. Und zwar nicht getrennt, sondern in Abhängigkeit zueinander auf den Ebenen Energieeffizienz und Elektrifizierung auf der einen und Digitalisierung und Automatisierung auf der anderen Seite. Erst wenn Energie-, Produktions- und Prozessdaten übergreifend betrachtet werden, entsteht die notwendige Transparenz, um Energie und Ressourcen einzusparen und parallel eine von Anfang an wirtschaftliche Elektrifizierung voranzutreiben. Dazu zählen auch moderne Leit- wie effiziente Antriebsysteme und neueste Regelungstechnik: Motoren laufen wirkungsvoller, Betriebszustände lassen sich genau nach Bedarf steuern. Weitere Verbesserungen gelingen durch Sensorik und Datenanalyse, um anhand des realen Anlagenzustands (Stichwort Condition-Based Monitoring) Ausfälle zu reduzieren und die Planung von Instandhaltungsmaßnahmen zu optimieren.

Eine erfolgreiche Elektrifizierung hängt auch von der passenden Infrastruktur ab – sowohl allgemein für die Energie- und Wärmewende als auch speziell im Rahmen der Mobilitätswende bei der Ladeinfrastruktur. Erzeugungs-, Speicher- und Verteilkapazitäten weiter auszubauen, die Netze zu digitalisieren und sie insgesamt resilient zu machen, sind Schlüsselaufgaben der nächsten Jahre. Die Industrie hat u. a. sicherzustellen, dass Netzanschlüsse (Batteriespeicher, erneuerbare Energien, Ladeinfrastruktur etc.) normkonform, herstellerunabhängig und flexibel bewertet und eingesetzt werden. Ziehen die Sektoren Industrie, Energie und Mobilität an einem Strang, indem sie etwa intelligente Energiemanagementsysteme und die Ladeinfrastruktur stärker integrieren, schafft das zusätzliche Synergien. Ergänzend nimmt bei der Dekarbonisierung der Industrie das Thema Wasserstoff eine wichtige Rolle ein – etwa bei hochtemperaturintensiven Anwendungen. Hier braucht es die praxisnahe Integration der dafür notwendigen Infrastruktur aus Erzeugung, Speicherung, Verteilung und Einbindung in bestehende Produktionsprozesse.

Um all diese Maßnahmen zu realisieren, muss ein Umdenken bei Entscheidungsprozessen stattfinden: Weg von klassischer Unterteilung zwischen Beratung/Planung und Umsetzung in einzelnen Fachbereichen, hin zu ganzheitlicher und ressortübergreifender Entscheidungskompetenz. Dazu zählen auch neue Formen der Zusammenarbeit mit Partnern wie Actemium, die mittels ganzheitlicher Methoden helfen, Dekarbonisierungsprojekte schneller und zuverlässiger umzusetzen. Das Fundament dazu ist das Konzept Business Ökosystem: ein sich gegenseitig unterstützendes Netzwerk aus verschiedenen Unternehmen. Solche Cluster erleichtern etwa Turnkey-Lösungen in Open-Book-Verfahren und damit die notwendige Transformationsaufgabe. Konzepte ganzheitlicher Umsetzung, die einen integrierten Transformationsansatz verfolgen, schlagen den konventionellen Prozess in Sachen Planungssicherheit und Geschwindigkeit – wohlgemerkt bei gleichem Budget.

Als Fazit bleibt: Dekarbonisierung ist ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor industrieller Wertschöpfung, wenn sie ganzheitlich mittels integriertem Transformationsansatz umgesetzt wird – sie ist weder durch eine einzelne Technologie noch ein isoliertes Projekt zu stemmen. Unternehmen, die diesen Wandel frühzeitig gestalten, stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit, ihre Resilienz und ihre Zukunftsfähigkeit.

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