Microsoft forscht daran, wie sich künstliche DNA in Zukunft prinzipiell als Speichermedium nutzen lassen soll.

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Microsoft experimentiert mit Desoxyribonukleinsäure Datenspeicher Erbgut

03.05.2016

Der Softwareriese Microsoft will künstliche DNA nutzen, um Daten darauf zu speichern. Vorteil: die extreme Datendichte.

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Das kalifornische Start-up Twist Bioscience hat zehn Millionen Stränge synthetischer DNA an Microsoft verkauft. Das Redmonder Softwareunternehmen will damit herausfinden, ob sich DNA als Speichermedium eignet.

Laut Mitteilung von Twist Bioscience weisen derzeitige Speichermedien nur eine begrenzte Lebensdauer auf und müssen damit immer wieder ersetzt und die Daten neu kodiert werden. DNA dagegen könne Daten über mehrere Tausend Jahre speichern und stelle somit ein sehr langlebiges Speichermedium dar – welches mittlerweile auch kostengünstig gelesen werden könne. Die Silikon-basierende DNA des Start-ups solle auch für ein enorm beschleunigtes Schreiben von Daten sorgen.

Dass dieser Speicher Realität wird, dafür forschen Microsoft und Twist Bioscience gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Washington. Nach Angaben der Forscher haben erste Tests bereits ergeben, dass man Daten auf DNA speichern und zu hundert Prozent wiederherstellen kann. Jedoch müsse man sich wohl noch einige Jahre gedulden, bis ein kommerzielles Produkt auf den Markt komme.

Das Potenzial des Speichermediums DNA beschreibt die American Chemical Society folgendermaßen: DNA kann Daten ohne Beschädigungen bis zu 2.000 Jahre sichern. Ein einziges Gramm DNA kann außerdem die enorme Menge von rund einer Billion Gigabyte oder fast ein Zettabyte an Daten speichern.

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