Hannover Messe 2026: Technologien im Zusammenspiel

„Wer nicht kommt, verpasst Entscheidendes“

Deutsche Messe AG

Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe AG: „Als weltweit führende Messe für die produzierende Industrie zeigt die Hannover Messe wie Künstliche Intelligenz den Schritt von der Theorie in die industrielle Praxis vollzieht.“

Bild: Deutsche Messe AG
14.04.2026

KI soll auf der Hannover Messe 2026 nicht nur Buzzword sein, sondern als Industrieanwendung sichtbar werden – im Zusammenspiel mit Automatisierung und Digitalisierung. Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe, erklärt im Interview mit A&D, wie der Transfer von der Forschung in die Praxis konkret greifbar wird – bis hin zu humanoiden Robotern in den Automationshallen. Dazu: neue Geländestruktur, mehr Orientierung und zusätzliche Wissens- und Networking-Formate – plus ein neuer Bereich Defense Production Area.

Was ist Ihre Leitidee für die Hannover Messe 2026 in einem Satz?

Als weltweit führende Messe für die produzierende Industrie zeigt die Hannover Messe, wie Künstliche Intelligenz den Schritt von der Theorie in die industrielle Praxis vollzieht. Im Mittelpunkt stehen dabei die konkrete Anwendung von KI sowie das Zusammenspiel von Automatisierung und Digitalisierung in industriellen Prozessen.

Welches Industrieproblem löst die Ihre Messe sichtbar besser als jede andere Plattform in Europa?

Die Hannover Messe ist thematisch wesentlich breiter aufgestellt als andere Industriemessen. Hier können Besucher und Besucherinnen erleben, wie Automatisierung, Digitalisierung, Energiesysteme sowie Forschung ineinandergreifen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Darüber hinaus setzt die Hannover Messe 2026 mit neuen Wissens- und Networking-Formaten noch stärker auf inhaltliche Tiefe. So können sich Experten und Anwender praxisnah über konkrete Herausforderungen und deren Lösungen austauschen. Ob Masterclasses, Roundtables, Expert Stages oder Matchmaking: Die neuen Angebote machen die Messe zum zentralen Ort für Business, Innovation und Networking. Ebenfalls neu ist die Center Stage in der Halle 25. Dort diskutieren an allen Messetagen Vordenker aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über die wichtigsten Zukunftsthemen der Industrie.

Sie positionieren die Messe als Ort, wo Forschung und Produktion zusammenkommen: Welcher Transfer-Hebel macht das konkret greifbar für Besucher?

Auf der Hannover Messe geben führende Forschungsinstitute Einblicke in ihre aktuellen Projekte und Zukunftsthemen. So erhalten Besucherinnen und Besucher einen fundierten Eindruck davon, welche technologischen Entwicklungen die Industrie von morgen prägen werden. Ein anschauliches Beispiel sind humanoide Roboter: Über Jahre hinweg waren sie zunächst in den Forschungshallen zu sehen – heute haben sie ihren Platz in den Automationshallen der Hannover Messe gefunden und stehen exemplarisch für den erfolgreichen Transfer von der Forschung in die industrielle Anwendung.

Wie kontern Sie Kostenkritik: Warum lohnt sich gerade die Hannover Messe trotz Budgetshift zu Digital, Roadshows und eigenen Events?

In den vergangenen Jahren hat sich deutlich gezeigt, dass die Digitalisierung den physischen Messeauftritt beziehungsweise den persönlichen Messebesuch nicht ersetzen kann. Unsere Kunden schätzen die Hannover Messe, weil sie dort ihre Innovationen einem internationalen Fachpublikum präsentieren und gezielt neue Geschäftspotenziale erschließen können. An repräsentativen Messeständen lassen sich Lösungen praxisnah demonstrieren, individuelle Anforderungen direkt besprechen und Fragen unmittelbar beantworten. Gerade im Neukundengeschäft entfaltet die Hannover Messe mit ihrer globalen Strahlkraft eine besondere Hebelwirkung, während sich eigene Veranstaltungen in der Regel vor allem an Bestandskunden richten.

Auffällig für langjährige Hannover Messe Besucher ist die neue Geländestruktur. Was ist das zentrale Nutzenversprechen?

Die neue Themenstruktur eröffnet eine wesentlich bessere Besucherführung und eine direkte Anbindung an die beiden stärksten Besuchereingänge im Norden und im Westen. Wir haben die Messe in drei Ausstellungsbereiche gegliedert, die eine schnelle Orientierung bieten.

Neu ist auch die Defense Production Area: Welchen konkreten Nutzen soll sie für die zivile Industrie liefern?

Mit der Defense Production Area schafft die Hannover Messe einen neuen Ausstellungsbereich für moderne Produktionstechnologien im Bereich der Verteidigung. Dort präsentieren Unternehmen konkrete Lösungen, wie die Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie ihre Fertigungskapazitäten schnell, effizient und sicher skalieren kann – eingebettet in das industrielle Umfeld und die internationale Reichweite der Hannover Messe. Die Defense Production Area bildet die zentrale Plattform für Hersteller und Zulieferer, deren Technologien, Maschinen, Anlagen oder Komponenten in der Fertigung sicherheitsrelevanter Produkte eingesetzt werden.

Welchen Mehrwert erhalten Besucher beim Thema „KI in der Industrie“? Denn hier gibt es viele spezialisierte Events…

KI ist das übergreifende Thema der Hannover Messe und findet sich sowohl in den Hallen als auch auf der Center Stage der Hannover Messe sowie in den Masterclasses oder Expert Stages. Auf der Center Stage in Halle 25 spricht zum Beispiel Jürgen Schmidhuber, Wissenschaftlicher Direktor des Schweizer KI-Labors IDSIA und „Vater“ der modernen KI, sowie internationale Vordenker wie Amy Webb, Zukunftsforscherin und CEO des Future Today Institute, oder Jean-Pascal Tricoire, Chairman of the Board of Directors, Schneider Electric.

Abschließend: Ein Besuch der Hannover Messe 2026 lohnt auf jeden Fall, weil…

...man sonst Entscheidendes verpasst: Man erlebt dort hautnah, wie KI die Produktion der Zukunft verändern wird, welche enormen Fortschritte die Robotik in den vergangenen Jahren gemacht hat und wie Künstliche Intelligenz nicht nur die Fertigung von morgen, sondern ganze Wertschöpfungsketten nachhaltig beeinflussen wird. Ich freue mich auf Ihren Besuch!

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