Durch die Kommunikation zwischen PKW und Traktor könnten dem PKW-Fahrer schon im Vorhinein alternative Wege vorgeschlagen werden.

Bild: iStock; bruev

Sicherer Straßenverkehr durch moderne Kommunikation Wenn Traktor und PKW miteinander sprechen könnten

14.09.2022

Fährt man im Sommer mit dem Pkw über Land, passiert es nicht selten, dass einem große Landmaschinen auf der Straße begegnen. Dann heißt es anhalten, rangieren und hoffen, dass der überbreite Mähdrescher am eigenen Fahrzeug vorbeikommt. Wie viel entspannter wäre es, wenn Pkw-Fahrer vorab einen Hinweis bekämen, dass auf der zu fahrenden Strecke eine Landmaschine unterwegs ist und eine Ausweichroute empfohlen wird.

Im Teilprojekt ON/OFF Road Safety des Verbundprojektes Landnetz beschäftigen sich die Forschenden mit neuen Kommunikationsinfrastrukturen und Informationssystemen, die es ermöglichen, bedarfsgerechte Warnmeldungen zu senden und zu empfangen. Dazu wird auch auf das 5G-Campusnetz zurückgegriffen, das auf dem Lehr- und Versuchsgut Köllitsch installiert ist.

Sicherheit auf der Landstraße erhöhen

„Mit unserem Campusnetz können wir nach Bedarf einen Bereich von mehreren Quadratkilometern mit einer stabilen 5G-Funkverbindung ausrüsten. Dabei kommen Mobilfunk-Campusnetzanlagen mit festem Standort oder mobile, das heißt ortsveränderliche Campusnetze zum Einsatz. Hier in Köllitsch konzipieren und erproben wir Anwendungsfälle, wie sie typischerweise auf dem Land auftreten.

Die Dimensionen von Landmaschinen werden von anderen Verkehrsteilnehmern häufig unterschätzt. Ein Traktor mit Anhänger, der vom Feld auf die Straße biegt oder umgekehrt, benötigt häufig die gesamte Straßenbreite und dies meist länger als erwartet. Durch Staub von Erntearbeiten kann zudem die Sicht auf der Straße eingeschränkt sein und ein Unfallrisiko entstehen“, erklärt Prof. Thomas Herlitzius, Sprecher des Verbundprojektes.

„Leistungsfähige Kommunikationstechnologien wie der 5G-Mobilfunk oder WLAN 802.11p bilden die Grundlage der vernetzten Mobilität, die sich derzeit vor allem im automobilen Bereich entwickelt. Dass der spontane Informationsaustausch einzelner Fahrzeuge untereinander, zwischen Fahrzeugen und Verkehrsinfrastruktur oder eben auch mit mobilen Landmaschinen die Verkehrssicherheit erheblich verbessert, zeigen die Demonstrationen im Landnetz auf sehr eindrucksvolle Weise“, ergänzt Prof. Matthias Klingner vom Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI.

Um die Arbeiten des Teilprojektes praxisnah zu begleiten, wurde bereits ein Beirat mit Vertretern aus Industrie (Landmaschinenhersteller, Pkw-/Motorrad-Hersteller), Verbänden und Versicherungen etabliert. Es werden Handlungsempfehlungen und Standardisierungserfordernisse erstellt, die es ermöglichen, die Ergebnisse in die Anwendung zu bringen.

Firmen zu diesem Artikel
Verwandte Artikel