Andrea Alboni ist General Manager Western Europe bei Universal Robots.

Bild: Unversal Robots

Andrea Alboni, Universal Robots Was haben Traktor, Computer und Roboter gemeinsam?

26.10.2022

Richtig: Sie alle veränderten und erleichterten unsere Arbeitsweise. Denn schon seit Jahrhunderten beeinflussen neue Technologien unsere Arbeitswelt. Zu den revolutionärsten zählen meiner Meinung nach die Erfindungen des Traktors und des Computers. Diese Technologien haben die Art und Weise zu arbeiten am meisten verändert und sind aus unserem Alltag inzwischen auch gar nicht mehr wegzudenken. Und wie sieht es mit dem Roboter aus?

Neue Technologien haben die Art und Weise, wie wir arbeiten, schon immer verändert und werden dies auch in Zukunft. Einige Erfindungen sind aus unserem Alltag inzwischen auch nicht mehr wegzudenken. Unsere Gesellschaft befindet sich aktuell in einem Wandel und Innovation ist notwendig, wenn wir unsere Umwelt retten wollen. Was bedeutet das für unsere Industrie? Reshoring, also die Rückverlagerung der Produktion ins Inland, ist hier ein wichtiger Begriff, der uns in Zukunft begleiten wird. Dieser Prozess ist vor allem dadurch möglich, weil wir Robotik nutzen können. Ihr Einsatz kann Unternehmen dabei unterstützen, diesen Wandel zu vollziehen und die Produktion langfristig lokal zu halten.

Während wir Traktoren und Computer inzwischen als Gewinn für unsere Gesellschaft und den aktuellen Fortschritt unserer Industrie sehen, empfinden noch immer viele den Roboter als eine Bedrohung für ihre Arbeitsplätze. Alle drei Technologien haben jedoch genau diesen entscheidenden Punkt gemeinsam. Der Traktor stieß einen großen gesellschaftlichen Wandel an, der uns nach vorne brachte und gleichzeitig viele Arbeitsplätze kostete. Dennoch reden wir hier über Fortschritt – eine Revolution. Wir denken bei diesem Stichwort nicht an die vielen verlorenen Arbeitsplätze, die sowieso oftmals körperlich sehr anstrengend waren. So war es auch bei dem Computer: Er veränderte und vereinfachte schließlich die Art, wie zum Beispiel in der Buchhaltung gearbeitet wurde. Dadurch wurden viele Stellen nicht mehr benötigt und allmählich abgebaut. Auch hier stehen inzwischen der Fortschritt und die Erleichterung des Arbeitsalltags im Fokus, die durch die technischen Neuerungen ermöglicht wurden. Hinzu kommt, dass sowohl durch die Erfindung des Traktors als auch des Computers jedoch auch einige neue Berufsbilder und Arbeitsplätze geschaffen wurden, etwa für die Herstellung oder Schulung der Produkte.

Das Thema Reshoring wird uns langfristig vor diverse Herausforderungen stellen. Bereits jetzt spürbar ist beispielsweise der Mangel an Fachkräften. Hierfür müssen wir eine Lösung finden, wenn wir die Produktion innerhalb Deutschlands stärken wollen. Neue Technologien, wie der Roboter, können uns helfen, diese Herausforderungen erfolgreich zu meistern. Als wertvolle Unterstützung der Arbeitskraft können Unternehmen mittels Robotik ihre Produktion im eigenen Land halten und schaffen so sogar die Voraussetzung für neue Arbeitsplätze. Traktoren, Computer und auch Roboter sind wichtige Werkzeuge, mit denen sich ein positiver Wandel gestalten lässt – denn ohne technischen Fortschritt können wir uns nicht weiterentwickeln.

Unternehmen müssen Eigenverantwortung übernehmen, um ihre Prozesse stetig weiter zu optimieren. Damit meine ich, dass jeder sein Wissen erweitern kann und das Potenzial besitzt, etwas zu verändern. Das möchte ich betonen, denn genau diese Perspektive bringt unsere Gesellschaft nach vorne. Indem wir uns weiterentwickeln, Eigenverantwortung übernehmen und dazu lernen, können wir unsere Zukunft positiv beeinflussen. Eigenverantwortung heißt auch, Probleme im eigenen System und den Prozessen zu erkennen. Wo liegen meine Schwächen und Herausforderungen? Und welche Kenntnisse kann ich ausbauen, um mein Unternehmen nach vorne zu bringen? Bildung ist hier ein Schlüsselaspekt, der in den nächsten Jahren und Jahrzehnten von immer größerer Bedeutung wird. Wir müssen bereits in der Schule anfangen, unseren Nachwuchs mit Technik und neuen Technologien vertraut zu machen, um so den aktuellen Entwicklungen entgegenwirken zu können.

Darüber hinaus ist es wichtig, auch Start-ups in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Denn wenn wir heute in die nächste Generation investieren, können wir in Zukunft davon profitieren. Wir müssen ihr die Möglichkeit bieten, sich umfangreiches Wissen über Technologie anzueignen, um diese erfolgreich zu nutzen. Außerdem ist es an der Zeit, unser eigenes Mindset ändern: Wir brauchen eine neue Generation von Gestaltern. Schon seit Jahrzehnten reden wir nur über eine Neuerung des Bildungssystems. Wir müssen endlich mit der Umsetzung starten! Die Zeit ist reif, um sich besser zu organisieren und das Thema technische Ausbildung voranzutreiben. Wir brauchen keine stumpfen Technologienutzer, sondern Menschen, die die Industrie und Zukunft gestalten wollen. Das ist meine Botschaft und meine Hoffnung für die Zukunft.

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