Technische und organisatorische Hürden für die Integration

Warum lassen Betriebe KI-Potenziale ungenutzt?

Obwohl sich KI in der Arbeitswelt rasch verbreitet, verzichteten im zweiten Halbjahr 2025 zwei Drittel der Betriebe auf deren Einsatz.

Bild: iStock, vm
23.10.2026

Künstliche Intelligenz kann viele Tätigkeiten in Betrieben verändern oder beschleunigen. Trotzdem verzichten 85 Prozent der Betriebe darauf, obwohl das ungenutzte Potenzial groß ist. Was sind die Gründe für diese Ablehnung?

Obwohl sich die Nutzung von Künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt rasch verbreitet, verzichteten im zweiten Halbjahr 2025 zwei Drittel der Betriebe auf deren Einsatz. 88 Prozent dieser Betriebe sahen keine passenden Anwendungsmöglichkeiten. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Gründe für die KI-Zurückhaltung

Selbst wenn KI zahlreiche Tätigkeiten in einem Betrieb betreffen oder beschleunigen könnte, verzichten 85 Prozent der Betriebe auf die Implementierung entsprechender Technologien, da sie keine Einsatzmöglichkeit sehen. In Betrieben, deren Tätigkeiten sich durch KI am wenigsten beschleunigen ließen, liegt der Anteil mit 91 Prozent nur geringfügig höher.

Diese geringe Diskrepanz ist umso bemerkenswerter, wenn man alle Betriebe betrachtet. Hier zeigen sich deutliche Unterschiede bei der tatsächlichen Nutzung: In der Gruppe mit dem größten KI-Potenzial nutzen 41 Prozent KI, in der Gruppe mit dem geringsten Potenzial hingegen nur 13 Prozent. „Ein Teil des KI-Potenzials scheint somit bislang noch ungenutzt oder nicht in konkrete betriebliche Anwendungsfälle übersetzt“, erklärt IAB-Forscher Christian Kagerl.

Hürden in Industrie und Dienstleistung

Jeweils rund ein Drittel der Betriebe nennt fehlendes Wissen, fehlende Fachkräfte, inkompatible IT-Systeme und nicht verfügbare oder unzureichende Daten als Grund für die Nichtnutzung von KI. Im verarbeitenden Gewerbe werden diese technischen und organisatorischen Hürden deutlich häufiger genannt als im Dienstleistungssektor. In der Industrie dürften sich KI-Anwendungen schwieriger in bestehende Produktionsprozesse und IT-Infrastrukturen integrieren lassen.

Rechtliche Unsicherheiten und Datenschutzbedenken werden häufig gemeinsam als Hindernisse für die Nutzung von KI genannt. Dies trifft auf etwa ein Drittel der Betriebe ohne KI-Nutzung zu. Besonders häufig werden diese Bedenken im Finanz- und Gesundheitswesen geäußert, also in Branchen, in denen rechtliche Vorgaben und Datenschutz eine wichtige Rolle spielen.

Die effizientesten und vielversprechendsten KI-Anwendungen sind oft spezifisch für den jeweiligen Betrieb. „Es empfiehlt sich für die Betriebe, KI anhand konkreter Aufgaben zu erproben und so ihr mögliches Potenzial auszuloten“, so Kagerl. „Da sich die Fähigkeiten der KI-Modelle laufend weiterentwickeln, können schnell neue Einsatzmöglichkeiten entstehen.“

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