Auf dem Wacken Open Air 2019 setzt GP Joule für Energieerzeugung und -versorgung den Vehicle-to-Grid-Ansatz clever adaptiert ein. Ein E-Auto fungiert als Stromspeicher, speist alle Elektrogeräte in zwei Campingzelten und deckt damit den Strombedarf von vier Gästen.

Bild: GP JOULE, The Mobility House

Vehicle-to-Grid-Konzept Wacken goes Green

05.08.2019

GP Joule ist auch 2019 auf dem Wacken Open Air vertreten. Hier wird ein Vehicle-to-Grid-Konzept gezeigt, dass die zukunftsträchtige Festival-Energieversorgung veranschaulichen soll.

2018 begründeten GP Joule und ICS Festival Service, der Veranstalter des Wacken Open Air (W:O:A), eine strategische grüne Energie- und Mobilitätspartnerschaft. In 2019 kümmert sich GP Joule als Pionier und Experte für Sektorkopplung nun erneut um nachhaltige Energieerzeugung und -Nutzung, aber nicht nur auf dem Festival sondern auch in der Gemeinde. Für die Erzeugung setzt das nordfriesische Unternehmen den Vehicle-to-Grid-Ansatz clever adaptiert ein. Ein vollgeladenes stehendes E-Auto funktioniert als Stromspeicher, versorgt so zwei Campingzelte und deckt den Strombedarf von vier Gästen. Tagsüber ist dieses Show-Camp für alle Neugierigen frei zugänglich. Für die W:O:A-Crew steht ein E-Fuhrpark inklusive Ladeinfrastruktur aus dem Hause GP Joule Connect bereit.

E-Autos als kleine flexible Kraftwerke

Die Nutzung von Autobatterien als dezentraler Speicher – bekannt als Vehicle-to-Grid (V2G) – ist ein interessanter Ansatz und bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten. E-Autos beziehungsweise ihre Batterien werden dabei zu mobilen Strom-Zwischenspeichern und dienen als kleine flexible Kraftwerke. Sie können in licht- beziehungsweise sonnenreichen Zeiten gezielt mit Ökostrom geladen werden und geben diese Energie flexibel an die Verbraucher oder das Netz zurück, wenn sie nicht zum Fahren gebraucht werden.

GP Joule-CEO Ove Petersen erklärt: „Damit all das im Detail optimal funktioniert, ist ein ausgeklügeltes Energiemanagement erforderlich. Genau daran arbeitet GP Joule Connect seit Anfang 2019 mit dem Softwarepartner The Mobility House. Im Fall des Wacken Open Air haben wir den V2G-Gedanken dezentral adaptiert, auf die Festival-Campingplätze übertragen und bringen dies als neuartigen Showcase auf's W:O:A 2019. Das Ziel ist zum einen der konkrete Praxistest, zum anderen aber auch einen Leuchtturm für die CO2-emissionsfreie Energieversorgung von Festivals zu zeigen.“ Der Showcase demonstriert, dass ein komfortables Camping mit typischen Haus- und Klein-Elektrogeräten wie Kühlschrank, Grill, Kaffeemaschine, Fernseher et cetera auf diese Weise regenerativ mit Energie versorgt werden kann. Auf dem W:O:A 2019 werden so alle elektrischen Geräte in den zwei Camping-Zelten gespeist. Bei Bedarf lässt sich die E-Auto-Batterie zwischenzeitlich vor Ort durch die PV-Module, die am GP Joule Container-Stand installiert sind, erneut regenerativ aufladen.

Vielseitige Projekte

Mit einer Vielzahl verschiedener E-Bike-Modelle und E-Scooter sowie dafür geeigneten mobilen Ladepunkten werden die Festival-Mitarbeiter während des Wacken Open Air klimafreundlich mobilisiert. Die Festivalbesucher können, wie in 2018, wieder Wacken-gebrandete Power Boxes am GP Joule Stand mieten oder direkt erwerben. Der tragbare Batteriespeicher mit 300 kW Nennleistung ist dank eines robusten Aluminiumgehäuses gegen Stöße geschützt, verfügt über einen Bluetooth-Lautsprecher und eine Lampe und ist vor Ort am Stand über die dort installierten Solar-Panels aufladbar. GP Joule bietet an seinem Stand aber auch Gratis-Handyaufladung mit Grünstrom und startet zudem während des diesjährigen Festivals ein umfängliches Energiemonitoring, um den tatsächlichen Energieverbrauch für unter anderen die Infrastruktur, wie Bühne, Catering und Parkplatz, erstmals mit Zahlen messbar zu machen und den Bedarf künftig gezielt durch erneuerbare Energie zu decken.

Mit der Wackener Kommune entwickeln GP Joule und ICS Festival Service seit 2018 ein übergreifendes regeneratives Energiekonzept. Dies wird aktiv vorangetrieben, eine Bürgerbeteiligung ist vorgesehen. Daraus werden in 2020 konkrete Planungen folgen: nicht nur für den lokalen Ausbau der dezentralen Energieerzeugung auf Basis von Photovoltaik, sondern auch für die Nutzung des PV-Stroms in einem regionalen Sektorkopplungsprojekt. Dieses soll eine klimafreundliche Wärmeversorgung und elektrifizierte Mobilität der Gemeinde, unter Berücksichtigung geplanter Neubauquartiere, ermöglichen.

Verwandte Artikel