Die Recyclingfähigkeit ihrer Kunststoffverpackungen steht bei Unternehmen stark im Fokus.

Bild: Pixabay, rafaelzajczewski

Bewertungstool im Test Verpackungen auf ihre Recyclingfähigkeit prüfen

20.02.2019

Kunststoffe sind aus der Verpackungsindustrie nicht wegzudenken. Sie bieten viele Vorteile, gerade beim Schutz der Produkte. Dennoch geht der Trend immer mehr in Richtung wiederverwertbarer Verpackungen. Doch wie kann die Recyclingfähigkeit einfach und zuverlässig ermittelt werden? Fraunhofer Umsicht hat dafür ein Bewertungstool von Henkel getestet.

Henkel engagiert sich schon seit einiger Zeit für nachhaltige Verpackungen und eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe. Konkrete Ziele des Unternehmens umfassen, 100 Prozent seiner Verpackungen bis zum Jahr 2025 recycelbar, wiederverwendbar oder kompostierbar zu machen. Im selben Zeitraum soll der Anteil von Rezyklat in den Kunststoffverpackungen für Henkel-Konsumentenprodukte in Europa auf 35 Prozent erhöht werden.

Um bereits während der Produktentwicklung eine schnelle und zuverlässige Überprüfung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen zu ermöglichen, hat Henkel ein einfach zu bedienendes Software-Tool auf Basis von öffentlichen und anerkannten Kriterienkatalogen wie dem von Plastics Recyclers Europe entwickelt.

Handhabung des Tools

Die Software bewertet die Recyclingfähigkeit von Verpackungen anhand ihrer Zusammensetzung und der einzelnen Gewichtsanteile der jeweiligen Bestandteile: Grundmaterialien, Verschlusssysteme, Labels, Beschriftung, Farben und so weiter. Für alle in Frage kommenden Materialien ist hinterlegt, inwiefern sie sich jeweils für die Identifizierung bei der Sortierung sowie für die Aufbereitung zum Recycling eignen, beispielsweise durch gute Trennbarkeit bei Schwimm-Sink-Trennung.

Auf dieser Basis werden nach einem strikten Ampelbewertungssystem klare Ergebnisse etwa für den Verpackungsdesigner angezeigt. Die Ergebnisse des Tools sollen klar machen, welches Design zu welchem Prozentsatz recyclingfähig ist und welche Materialkombinationen ein Recycling verhindern.

Prüfung durch das Fraunhofer-Institut

Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik Umsicht hat das Tool unabhängig und kritisch auf Nutzbarkeit, Angemessenheit und Logik geprüft. Die Wissenschaftler analysierten die Bewertungssoftware und deren Ergebnisse und verglichen sie mit nationalen sowie internationalen Standards – darunter auch die kürzlich veröffentlichte Orientierungshilfe zur Bemessung der Recyclingfähigkeit der Zentralen Stelle Verpackungsregister und die Definitionen der New Plastics Economy-Initiative.

„Wir haben uns in die finale Entwicklung eingebracht und können bestätigen, dass mit dem Tool die Recyclingfähigkeit von Produktverpackungen sehr gut bewertet werden kann“, meint Markus Hiebel, Abteilungsleiter für Nachhaltigkeits- und Ressourcenmanagement bei Fraunhofer Umsicht. „Wir freuen uns, dass Unternehmen wie Henkel damit ihre Verantwortung wahrnehmen und direkt in der Entwicklung auf recyclingfähige Verpackungen hinarbeiten.“

Anwendung und Ausblick

Das Tool wird bei Henkel künftig weltweit eingesetzt werden und ermöglicht eine schnelle und übersichtliche Bewertung für die wichtigsten Kunststoff-Verpackungstypen. Dr. Thorsten Leopold, Leiter der Internationalen Verpackungsentwicklung Home Care bei Henkel, sagt dazu: „Wir freuen uns, dass unser Tool auch der kritischen Prüfung der Wissenschaftler standgehalten hat. Es wird uns dabei unterstützen, weitere Fortschritte bei der Recyclingfähigkeit unseres Verpackungsportfolios zu erzielen und somit unsere ambitionierten Ziele für 2025 zu erreichen.“

Dass die Etablierung einer Kreislaufwirtschaft nur gelingen kann, wenn alle Beteiligten industrieübergreifend zusammenarbeiten, ist Motivation für Henkel, das Tool auch anderen zur Verfügung zu stellen. „Auf Anfrage werden wir die Anwendung gerne teilen, sodass sie breiter genutzt werden und einem erweiterten Kreis einen Mehrwert bieten kann“, sagt Dr. Leopold.

Bildergalerie

  • Das Bewertungstool von Henkel bewertet Verpackungen auf ihr Recycling-Potenzial.

    Bild: Henkel

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