Abfüllen von Eiweißpulver: Für den Protein-Drink-Produzenten Purya rechnete sich das Auslagern seiner Abfüllprozesse.

Bild: SternMaid

Lohnverpackung Verpacken outsourcen: Das sind die Vorteile von Co-Packing

30.04.2020

Immer mehr Firmen lagern das Herstellen, Abfüllen und Verpacken ihrer Produkte an Spezialdienstleister aus. Während sich das Anforderungsprofil von Co-Packern noch vor einigen Jahren oft auf das bloße Verpacken beschränkt hat, sind heute immer häufiger Rundum-sorglos-Pakete gefragt. Welche Vorteile das Outsorcing hat und für wen es sinnvoll ist.

Der größte Vorteil des Outsourcings besteht in der Zeit- und Kostenersparnis. Das beauftragende Unternehmen kann sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren, beispielsweise auf Forschung und Entwicklung oder Marketing und Vertrieb. Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel und schwieriger Verfügbarkeit von Zeitarbeitskräften können Dienstleister Bedarfsspitzen entschärfen oder die Basis für eine regelmäßige Versorgung sicherstellen.

Kosten spart der Auftraggeber vor allem in der Administration und Arbeitsvorbereitung. Es entfallen unter anderem auch Ausrüstungs-, Schulungs- und Personalkosten sowie Investitionen für Betriebsmittel und gegebenfalls sogar für eigene Anlagen und Räumlichkeiten. Aber auch schnelles Wachstum sowie ein Plus an Qualität und Know-how können Gründe für das Auslagern sein.

Wann ist Outsourcing sinnvoll?

Gerade für kleinere Firmen, Unternehmen ohne eigene Produktion oder Hersteller mit häufig wechselndem Portfolio rechnet es sich oft nicht, kostspielige Anlagen zu installieren oder Prozesse kontinuierlich auf den neuesten Stand zu bringen. An diesem Punkt setzen Lohnhersteller und Co-Packer an.

Darüber hinaus ist eine Auslagerung sinnvoll, wenn die eigenen Anlagen überlastet sind oder man schlichtweg nicht über die vom Auftraggeber geforderte Verpackungsmöglichkeit verfügt. Wenn ein Produzent zum Beispiel von einem Händler eine Lieferanfrage über eine besonders große Menge erhält, aber die eigenen Verpackungskapazitäten vollkommen ausgelastet sind, können Dienstleister solche Spitzen abfangen und die Ware unter den gewohnten Qualitätsstandards verpacken. Lieferengpässe werden so vermieden.

Ein weiteres Beispiel für Outsourcing ist die Modernisierung einer Abfüllanlage, die längere Zeit in Anspruch nimmt. Während des Umbaus kann das Abfüllen ausgelagert werden. Oft werden aber auch komplette Produktschienen über einen längeren Zeitraum vom Co-Packer verpackt, oder Markenprodukte gänzlich von Lohnherstellern produziert.

Verpackungsart marktgerecht auswählen

Das Know-how der Verpackungsdienstleister beschränkt sich nicht nur auf die Abfüllung der Produkte. Sie beraten den Auftraggeber auch hinsichtlich marktgerechter Verpackungslösungen und können aktuelle Trends aufzeigen. Denn ansprechende Verpackungen sind ein wichtiges Erfolgskriterium für jedes Produkt im Handel. Die Verpackung muss auffallen, sich vom Wettbewerb abheben, praktisch und kostengünstig, aber dennoch sicher sein.

Mark Riemer, kaufmännischer Betriebsleiter beim Lohnhersteller SternMaid, erklärt: „Wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmenspolitik ist die langfristige Zusammenarbeit mit dem Kunden. Dazu gehört auch, Prozesse gemeinsam zu optimieren, zum Beispiel bei der Markteinführung eines neuen Produkts oder bei der Entwicklung einer bestimmten Verpackung.“

Outsourcing liegt im Trend

Lohnherstellung sowie Co-Packing wird von einer wachsenden Zahl an Unternehmen genutzt. Einer der Gründe dafür ist, dass Produktlebenszyklen zunehmend kürzer werden. Produkte müssen einerseits schneller zur Marktreife gelangen; andererseits wechseln die Marktbedingungen sehr rasch. Gerade größere Hersteller können selbst oftmals nur deutlich langsamer auf sich ändernde Marktgegebenheiten reagieren.

Dazu Riemer: „Die Errichtung großtechnischer Anlagen will heutzutage genau überlegt sein. Schnellere Innovationszyklen gehen mit einer kürzeren Produktlebensdauer einher. Über die Zusammenarbeit mit Lohnherstellern können Unternehmen somit schnell und effizient auf neue Trends am Markt reagieren.“

Anwendungsbeispiel mit Eiweißpulver

Aktuell spielt auch die Optimierung hinsichtlich ökologischer Aspekte wie Recycelbarkeit eine immer größere Rolle. So auch bei der Zusammenarbeit zwischen SternMaid und Purya. Seit 2017 produziert der Lohnhersteller das vegane Eiweißpulver-Sortiment für das junge Unternehmen aus Hamburg. Gemeinsam haben die beiden Firmen Herstellungsprozess, Qualität und Verpackung der Proteinpulver weiter optimiert.

Auch bei der Auswahl der Verpackungsmaterialien wurde eng zusammengearbeitet. Als Bio-Marke möchte Purya den Aluminiumanteil in seinen Produkten soweit wie möglich reduzieren. Die Wickeldosen bestehen aus recycelter Pappe. Um die Produkte noch nachhaltiger zu gestalten, kommt anstelle von Aluminium ein weißer Folienverbund als Innenkaschierung zum Einsatz, der aus einer mit Siliziumdioxid beschichteten PET-Folie und Trägerpapier besteht. Auch hier geht die Entwicklung immer weiter, und der Austausch der Weißblechböden gegen Pappböden ist bereits geplant.

Bildergalerie

  • Weiteres Verpackungsbeispiel: An dieser Straße werden Sachets befüllt.

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  • Ein Knickarm-Roboter übernimmt das Palettieren der abgepackten Produkte.

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  • Mark Riemer ist kaufmännischer Betriebsleiter bei SternMaid. Er sagt: „Über die Zusammenarbeit mit Lohnherstellern können Unternehmen schnell und effizient auf neue Trends am Markt reagieren.“

    Bild: SternMaid

  • 2017 errichtete SternMaid ein zweites Werk in Wittenburg (Mecklenburg-Vorpommern) speziell für Endverbraucherprodukte. Hier werden verschiedene Verpackungen für den Handel mit pulverförmigen Produkt befüllt.

    Bild: SternMaid

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