Auf dem 134.000 Quadratmeter großen Grundstück in Roth sind Gebäude mit einer Gesamtfläche von etwa 57.000 Quadratmetern entstanden. Mit einer Kabelproduktion von rund 400.000 Kilometern pro Jahr wird sich das Produktspektrum der Fabrik der Zukunft von Glasfaserkabeln für Telekommunikation und Infrastruktur bis hin zu Hochvolt- und Ladeleitungen für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben erstrecken.

Bild: Leoni AG/ Oliver Heinl

Fertigstellung des Rohbaus Verbindung von Kabelproduktion mit Hightech-Labor und Entwicklungszentrum

06.06.2018

Mit dem Richtfest feierte Leoni die Fertigstellung des Rohbaus der Fabrik der Zukunft und setzt damit den nächsten Meilenstein für die Realisierung seines Kompetenzzentrums in Roth: Mit digitalen Technologien, intelligenten Produkten und Lösungen sowie cloudbasierten Dienstleistungen wird das Unternehmen hier die Basis für zukunftsweisende Produktion schaffen.

Die Megatrends E-Mobilität, Autonomes Fahren und Konnektivität führen aktuell zu gravierenden Veränderungen in den Strukturen der Automobilbranche. Insbesondere das Bordnetz – das Nervensystem des Fahrzeugs – muss sich diesen neuen Vorgaben anpassen. Steigende Datenraten und der rasant wachsende Leistungsbedarf erfordern neue, flexiblere Daten und Power-Architekturen. „Wir wollen die Chancen der Digitalisierung künftig noch besser nutzen – und erweitern hierfür unser Portfolio mit intelligenten Kabeln, Systemen und Dienstleistungen. Für Innovationen und effiziente Produktion bietet die Fabrik der Zukunft ideale Rahmenbedingungen“, sagt Bruno Fankhauser, Vorstandsmitglied von Leoni und verantwortlich für den Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions.

Daten und Energieverteilung im Fokus

Zusätzlich zur Entwicklung und Fertigung moderner Datenleitungen für autonomes Fahren werden auch Lösungen für eine noch sicherere, effizientere und zuverlässigere Energieverteilung in Elektrofahrzeugen entwickelt. Jedes eingesparte Watt lässt sich dabei in Reichweite umsetzen und jede eingesparte Minute im Ladevorgang macht elektrisches Fahren noch attraktiver. Hierzu gehört beispielsweise ein Ladekabel für sogenanntes Hochleistungsgleichstromladen: Beim Ladevorgang erhitzt sich das Kabel stark, weswegen es aktiv durch Flüssigkeit gekühlt werden muss. Mittels der LEONiQ-Technologie überwacht das Kabel die eigene Temperatur, ein mögliches Eindringen von Flüssigkeit und visualisiert den Ladezustand durch Leuchtfasern – analog des intelligenten Ladekabels iEVC von Leoni.

Ein weiterer Bereich, der ausgebaut werden soll, ist das Gebiet der Systemsimulation. Die Schwerpunkte liegen dabei in der funktionalen Simulation von Energie- und Datenübertragungssystemen, um Kunden noch früher im Entwicklungsprozess ihrer Lösungsfindung zu unterstützen und diese signifikant zu beschleunigen.

Vollständiger Umzug bis 2020

Gemäß aktuellem Zeitplan werden die von den Architekten sowie Generalplanern von Omlor-Mehringer entworfenen und von Züblin als Generalunternehmer gebauten Gebäude gegen Ende 2018 an Leoni übergeben. Ein zweiter Bauabschnitt mit einem PVC-Turm wird nachlaufend geplant und gebaut. Leoni geht weiterhin davon aus, die laufende Produktion aus dem Bestandswerk in der Stieberstraße Schritt für Schritt ab 2019 zu verlagern. Der vollständige Umzug der rund 800 Mitarbeiter auf das insgesamt 134.000 Quadratmeter große Grundstück der „Fabrik der Zukunft“ ist für Mitte 2020 zu erwarten. Insgesamt investiert Leoni 90 Millionen Euro in den Standort.

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