Wenn Kontaktsätze von Relais verschleißen und verschweißen, kann das lebensgefährlich sein: Relaismodule mit zwangsgeführten Kontakten können Fehlerszenarien verhindern.

Relaismodule für verschiedene Anwendungen Sicherheit durch zwangsgeführte Kontakte

10.12.2019

Wenn Kontaktsätze von Relais verschleißen und verschweißen, kann das je nach Anwendungsfall lebensgefährlich sein und fatale Folgen haben. Deshalb müssen mögliche Fehler bei der sicherheitsrelevanten Schaltung erkannt und gemeldet werden, damit ein verlässlicher Personenschutz gewährleistet ist. Relaismodule mit zwangsgeführten Kontakten bieten in diesen Fällen eine überprüfbare Abschaltfunktion und verhindern Fehlerszenarien bei unterschiedlichen Anwendungen.

Die entscheidende sicherheitsrelevante Eigenschaft von zwangsgeführten Kontakten ist, dass mindestens zwei Kontakte so miteinander verknüpft sind, dass Öffner und Schließer unter keinen Umständen gleichzeitig geschlossen sein können. Die Schließer sind in Hauptstromkreisen zu finden und schalten die betriebsmäßige Last des Schaltgeräts ein und aus.

Die Folge von Kontaktverschleiß ist ein Verschweißen der Kontakte: Tritt dies bei einem Schließerkontakt ein, garantieren die zwangsgeführten Kontakte, dass der korrespondierende Öffner auf keinen Fall schließt. Die Relais bieten einen zuverlässigen Kontaktabstand von mindestens 0,5 mm – über die vollständige Lebensdauer des Schaltgeräts.

Die Serie 7S von Relaishersteller Finder beinhaltet verschiedene Ausführungen von elektromechanischen 6-10 A Elementarrelais mit zwangsgeführten Kontakten für Sicherheitsanwendungen nach DIN EN 61810-3, Typ A. Die Relais der Serie 7S sind mit zwei Kontakten (1 NO + 1 NC), drei Kontakten (1 NO + 2 NC), vier Kontakten (2 NO + 2 NC und 3 NO + 1 NC) und sechs Kontakten (4 NO + 2 NC) erhältlich.

Sie sind für AC- oder DC-Spulenansteuerung mit LED-Statusanzeige für unterschiedliche Nennspannungen verfügbar. Bei einer Auslegung der Anwendung nach ISO/EN 13849 ist Performance Level „d“ erreichbar. Außerdem bietet Finder die Relais mit Schraubklemmen oder der zeitsparenden Zugfedertechnik an.

Das Gehäuse der 2-, 4- und 6-poligen Varianten ist einheitlich 22,5 mm breit, das der neuen Relaisvariante mit drei Kontakten nur schlanke 17,5 mm. Alle Typen sind für die Montage auf 35-mm-Tragschienen nach DIN EN 60715 TH35 ausgelegt, außerdem ist die komplette Serie 7S mit cadmiumfreien Kontakten ausgestattet.

Einsatz in Industrie, Verkehr und Kommune

Die Relais 7S.43 und 7S.63 von Finder eignen sich für Anwendungen mit dem sehr hohen Sicherheitsintegritätslevel 3 (SIL3). Dazu gehört die Schaltung von elektrischen Prozessen in der Bahn, vor allem das Öffnen und Schließen von Türen, das An- und Ausschalten der Beleuchtung, die Regelung der Heizung sowie die Steuerungen in der Energieversorgung von E-Locks und Sicherheitseinrichtungen zum elektrischen Koppeln von Wagons.

Speziell für diese Anwendung entsprechen die Materialien der Relais der Norm zum Brandschutz in Schienenfahrzeugen nach EN 45545-2+A1:2016.

Daneben kommen die Relais mit den zwangsgeführten Kontakten vorzugsweise bei sicherheitstechnischen Einrichtungen in der Industrie zum Einsatz, um zuverlässige Sperren zum Personenschutz bei maschinellen Anlagen einzurichten. Hierzu gehören Industrieroboter, Stanz- und Holzverarbeitungsmaschinen, automatische Lagersysteme und Waschanlagen sowie Hebewerkzeuge und Kräne.

Auch die Schaltungen in Anlagen zum Bearbeiten gefährlicher Stoffe wie in der petrochemischen Industrie, in Stahlwerken oder kommunalen Kläranlagen werden vorzugsweise mit den 7S-Relais ausgestattet. Nicht zuletzt spielen die sicherheitstechnischen Komponenten in Aufzügen, Fahrstühlen und Rolltreppen eine gewichtige Rolle.

Bildergalerie

  • Die Serie 7S von Finder beinhaltet verschiedene Ausführungen von Relaismodulen mit zwangsgeführten Kontakten für vielseitige Sicherheitsanwendungen.

    Bild: Finder

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