Die Wallbox muss in das eigene Energiesystem integriert und intelligent sein.

Bild: Sonnen

Charger mit gutem Draht zum Energiesystem Schnell und sicher aufgeladen

07.06.2018

Der Durchbruch für das Elektroauto lässt auf sich warten. Neben den hohen Preisen sind es vor allem die fehlenden Schnellladestationen und die damit verbundene Reichweitenangst, welche die Menschen zögern lassen. Dabei finden 90 Prozent der Ladevorgänge zu Haus statt. Genau hier setzt ein Charger an, der bequemes und intelligentes Laden ermöglicht.

Wer seinen Strom mit einer Photovoltaikanlage selbst erzeugt, möchte auch möglichst viel davon haben. Mit einem Stromspeicher lässt sich ein Haushalt in Deutschland bereits zu rund 75 Prozent im Jahr mit selbst erzeugtem Solarstrom versorgen. Wer diesen Gedanken weiterdenkt, wird automatisch auch beim Elektroauto landen. Die Vorstellung, nicht mehr von Benzin und Diesel abhängig zu sein und stattdessen mit selbst erzeugtem, sauberen Strom zu fahren, fasziniert die Menschen. Elektro­auto und Eigenverbrauch passen also gut zusammen. Kein Wunder, dass zehn Prozent der Kunden von Sonnen bereits heute schon ein Elektroauto haben. Zum Vergleich: Deutschlandweit dürften Elektroautos einen Anteil von weit unter einem Prozent ausmachen. Dazu kommt, dass sich ein Großteil der restlichen Kunden in den nächsten zwei bis drei Jahren ein Elektroauto zulegen will. Für Sonnen war es daher folgerichtig, diesen Kunden etwas anzubieten.

Die Wallbox muss intelligent sein

Wallboxes für zu Hause gibt es bereits in großer Zahl. In der Regel handelt es sich dabei aber nur um eine große Steckdose, die eben nicht mehr kann als laden. Dazu kommt, dass die klassische Wallbox nur eine einzelne Komponente ist, die keinerlei Verbindung zur PV-Erzeugung, zum Hausverbrauch oder zum Speicher hat. Aber erst eine Systemeinbindung des Ladegeräts ist sinnvoll, damit es sich mit den anderen Komponenten absprechen kann. Um den Kunden jedoch den maximalen Eigenverbrauch zu ermöglichen, muss die Wallbox in das eigene Energiesystem integriert und intelligent sein. Nur deshalb kann der SonnenCharger das Auto in zwei Varianten laden.

Verschiedene Lademodi

Der Lademodus Power entspricht der Funktion der überwiegenden Anzahl an Ladestationen, die derzeit auf dem Markt verfügbar sind. Hierbei wird das Auto schnellstmöglich vollgeladen. Ausschlaggebend für die Ladedauer ist neben der Kapazität des Akkus des Elektroautos ausschließlich die maximale Ladeleistung, die vom Elektroauto selbst oder auch vom Charger beschränkt sein kann. Die maximale Ladeleistung des SonnenChargers beträgt 22 kW.

Im Lademodus Smart wird das Auto intelligent geladen. Um dies zu ermöglichen, muss der Kunde zu Beginn des Ladevorgangs die Uhrzeit angeben, zu der er voraussichtlich das Auto wieder nutzen möchte. Anhand verschiedener Kriterien wie beispielsweise der erwarteten PV-Erzeugung innerhalb des Zeitraums, der Wetterprognose oder auch des üblichen Haushaltsstromverbrauchs zu dieser Zeit, berechnet der Charger die Zeitpunkte, die eine maximale Ausnutzung der Sonnenenergie ermöglichen. Zu diesen Zeitpunkten wird dann mit einer vorher berechneten Leistung geladen. Über die üblichen Funktionen wie Lastmanagement und PV-Überschuss-
Ladung hinaus sorgt der Lademodus Smart dafür, dass der Eigenverbrauch maximiert wird.

Einbindung in die Community

Die Funktion reicht aber weit über das intelligente Laden hinaus. Spätestens hier wird klar, dass das Elektroauto eben nicht nur ein Auto mit Elektro- statt Benzinmotor ist. Es ist ein flexibler Teil des Energiesystems, das in Zukunft hauptsächlich auf Strom aus erneuerbaren und Millionen dezentralen Erzeugern und Prosumern basiert.

Über eine spezielle Software lässt sich der SonnenCharger und damit das Elektroauto in die SonnenCommunity einbinden, die zahlreiche Haushalte und deren Speicher miteinander vernetzt. So kann es auf die Energie anderer Mitglieder der Community zurückgreifen, wenn nicht genügend eigener Solarstrom bereitsteht. Damit wird das Fahren wirklich sauber und es entfällt ein wichtiger Kritikpunkt bei den E-Autos: Nämlich, dass sie mit Kohlestrom geladen werden und die Ökobilanz daher ähnlich schlecht ist wie von Benzinautos.

Flexibles Element im Stromnetz

Auch die Übernahme von Netzdienstleistungen wird durch den Lademodus Smart ermöglicht. Durch die Vernetzung der Elektroautos entsteht ein eigener Speicherpool, der groß genug ist, um zum Beispiel Windkraftüberschüsse aufzunehmen und so das Netz zu stabilisieren. Bei einem prognostizierten Überschuss an Windstrom lässt sich der Ladezeitpunkt der Autos also so verschieben, dass sie diese Energie zielgerichtet aufnehmen können. Diese Netzdienstleistungen können heute allein in eine Richtung erfolgen, also unidirektional. Ein Grund ist, dass kaum ein Hersteller bidirektionales Laden unterstützt. Noch stärker ins Gewicht fällt aber, dass heutige Autobatterien noch nicht zyklenfest genug für eine Doppelbelastung sind. Damit diese Netzdienstleistungen keinerlei Auswirkungen auf die Lebensdauer der Batterien haben, wird das Auto also nur geladen, wenn es ohnehin geladen werden muss, nur dass sich der Zeitpunkt etwas verschiebt.

Nicht zuletzt kann sich der SonnenCharger durch die Vernetzung auch den Anforderungen der Ortsnetze anpassen. Denn fest steht: Wenn es in Zukunft immer mehr Elektroautos gibt, werden diese eine Herausforderung für das Ortsnetz, das nur für eine überraschend geringe Zahl von Elektroautos ausgelegt ist. Laut einer Studie von Oliver Wyman reichen bereits drei Dutzend Elektroautos aus, um Ortsnetze an den Rand des Zusammenbruchs zu bringen, wenn sie gleichzeitig laden. Auch hier setzt der SonnenCharger an. Durch seine intelligente Steuerungsmöglichkeit kann er das Auto netzdienlich laden. Laden beispielsweise zu viele Autos zur gleichen Zeit, kann er die Ladeleistung anpassen oder das Laden mehrerer Autos so abstimmen, dass sie in kurzen Intervallen nacheinander laden und die Last somit nicht zu hoch wird.

Bildergalerie

  • In einer App lässt sich die gewünschte Abfahrtszeit einstellen. Dazu gibt es Infos über die Ladegeschwindigkeit oder die eigene Stromerzeugung.

    Bild: Grazina Lomovskaja

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