In welchem Ausmaß kommt es zu einer Verformung der Rotorblätter von Windkraftanlagen während des Betriebs und wie lässt sich dieser Effekt exakt quantifizieren, ohne die Anlagen stillzulegen? Mit dieser Frage beschäftigte sich Martina Göring, Geoinformatikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Angewandte Photogrammetrie und Geoinformatik (IAPG) der Jade Hochschule, in ihrer Dissertation mit dem Titel: Entwicklung und Validierung eines Laserscanner-basierten Messverfahrens zur Erfassung bewegter Rotorblätter. Sie entwickelte daraufhin ein Verfahren und ein Gerät, mit dem sich Lasermessungen und photogrammetrische Aufnahmen kombinieren lassen, um Verformungen an Rotorblättern exakt zu erfassen.
Neues Wissen über Rotorblätter im Wind
Das Konzept nutzt vier synchronisierte Laserdistanzmesser und mehrere auf das Rotorblatt ausgerichtete Kameras. Über einen eigens erstellten Algorithmus werden die eindimensionalen Laserdaten in ein dreidimensionales Koordinatensystem übertragen. Dadurch lassen sich komplexe, dynamische Verformungen wie Verdrehungen sehr präzise analysieren, ohne dass aufwendig Markierungspunkte angebracht werden müssen. „Für Probleme, die in der Anwendung auftreten, kreative Lösungen zu finden und dabei mit unserer Messtechnik die passenden Ansätze zu entwickeln, ist für mich ein großer Antrieb“, erklärt Göring.
Neben der Überwachung der Rotorblattverformungen eröffnet die Arbeit von Göring neue Perspektiven zur Verbesserung der Betriebsbedingungen und Wartungsstrategien von Windkraftanlagen. Fließen die hochgenauen Daten in Verformungsanalysen ein, lassen sich potenzielle Schäden frühzeitig erkennen und eine Effizienzsteigerung der Energieerzeugung wird möglich. Görings Forschungsarbeit leistet somit einen Beitrag zur Weiterentwicklung nachhaltiger und kostengünstiger Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien. Erfahren Sie mehr auf der Hannover Messe in Halle 11, Stand B56.