Die RoHS-Richtlinie (Restriction of Hazardous Substances) ist eine zentrale EU-Umweltvorschrift, die den Einsatz bestimmter gefährlicher Stoffe in elektrischen und elektronischen Geräten (EEE) beschränkt, um Gesundheit und Umwelt zu schützen. Sie gilt für nahezu alle EEE-Produkte, die in der EU in Verkehr gebracht werden, und legt Grenzwerte für Schadstoffe wie Blei, Quecksilber, Cadmium oder bromierte Flammschutzmittel fest.
Um Herstellern Übergangszeiten bei technisch schwierigen Substitutionsprozessen zu geben, enthielt die RoHS-Richtlinie zeitlich befristete Ausnahmen für bestimmte Anwendungen, zum Beispiel Blei als Legierungselement in Stahl, Aluminium oder Kupferlegierungen.
Was passiert jetzt?
Im Amtsblatt der EU vom 21. November 2025 wurden mehrere dieser Ausnahmen neu geregelt. Die entsprechenden Delegierten Richtlinien treten am 11. Dezember 2025 in Kraft und legen feste Ablaufdaten ohne Verlängerungsoption für wichtige Ausnahmen fest:
Einige frühere Ausnahmen zu Blei in Legierungen laufen bereits am 11. Dezember 2026 aus.
Weitere spezifische Fristen – etwa für bestimmte Legierungsvarianten – gelten bis 30. Juni 2027.
Nach Ablauf dieser Ausnahmen dürfen betroffene Materialien und Anwendungen nicht mehr verwendet werden, wenn sie nicht den RoHS-Grenzwerten entsprechen. Das bedeutet für Hersteller und Importeure: Materialien & Designs prüfen, bleifreie Alternativen nutzen und Compliance-Nachweise aktualisieren. Produkte, die nach Ablauf weiterhin nicht konform sind, dürfen nicht mehr in der EU in Verkehr gebracht werden.
Warum ist das wichtig?
Im Rahmen der kontinuierlichen Compliance- und Lifecycle-Überwachung von Hy-Line werden Kunden über eine regulatorische Entwicklung informiert, die Produkte betreffen kann, welche Komponenten unter Verwendung der RoHS-Ausnahme 7a und 7c-I & 6a/6c enthalten. So hat das Unternehmen festgestellt, dass einzelne vertriebene Produkte beziehungsweise Komponenten von dieser Ausnahmeregelung betroffen sein können.
Nach aktuellem Informationsstand:
liegen für die betroffenen Komponenten teilweise keine qualifizierten Alternativtechnologien vor,
haben die betroffenen Komponentenhersteller bislang keine vollwertigen Ersatzprodukte benannt,
konnten durch durchgeführte Marktrecherchen aktuell für einige betroffene Komponenten keine technisch gleichwertigen und qualifizierten Alternativen identifiziert werden,
wird die weitere regulatorische Entwicklung von Hy-Line kontinuierlich beobachtet.
Auswirkungen auf Ihre Produkte und Systeme
Da die Bewertung von der konkreten Anwendung sowie von den jeweiligen regulatorischen Rahmenbedingungen abhängt, empfiehlt Hy-Line eine frühzeitige Prüfung insbesondere hinsichtlich:
Produktlebenszyklusplanung,
Obsoleszenzmanagement,
technische Dokumentation,
Risikomanagement,
Änderungsmanagement,
regulatorische Auswirkungen für bestehende und zukünftige Produktkonfigurationen.
Für Hersteller regulierter Produkte, insbesondere Bereich Medizinprodukte und Automation, empfiehlt Hy-Line zusätzlich eine Bewertung möglicher Auswirkungen auf technische Dokumentation, Lieferantenqualifizierung und langfristige Produktbetreuung.
Empfehlung von Hy-Line
Eine gemeinsame Bewertung der betroffenen Anwendungen hilft dabei:
die langfristige Lieferfähigkeit sicherzustellen,
potenzielle Obsoleszenzrisiken frühzeitig zu erkennen,
gegebenenfalls Last-Time-Buy-Strategien zu entwickeln,
alternative technische Lösungen zu prüfen,
sowie notwendige regulatorische Maßnahmen rechtzeitig vorzubereiten.
Unterstützungsangebot
Auf Anfrage stehen bei Hy-Line weiterführende Informationen zur Verfügung, darunter:
Herstellerinformationen,
verfügbare Material- und Compliance-Dokumentationen,
aktuelle Aussagen der Komponentenhersteller.
Ziel ist eine belastbare und langfristig tragfähige Lösung.