Das neue Robogoniometer testet automatisiert die Lebensdauer und Gleichmäßigkeit von Leuchtmitteln und Displays.

Bild: TÜV Süd / Video: TÜV Süd

Lichtanalyse Robogoniometer prüft Leuchtmittel und Displays automatisiert

29.04.2020

Beim TÜV Süd übernimmt seit Beginn des Jahres ein neues Robogoniometer die Analyse von Leuchtmitteln, LEDs und Displays. In automatisierten Tests sammelt es wesentlich mehr Daten als die üblichen Dauerprüfungen, und das auch in deutlich kürzerer Zeit.

Bei den üblichen Dauertests für Leuchtmittel, LED-Module und Lichtquellen wird über den Zeitraum von circa neuneinhalb Monaten (oder fünf Monate nach der neuen EU-Lichtverordnung 2019/2020) die Lichtemission von Leuchtmitteln, LED-Modulen und Lichtquellen zwei- bis dreimal gemessen, um daraus eine Prognose für die Lebensdauer zu erstellen. Dafür musste das Leuchtmittel bislang aus der Brennstelle entfernt und in die Messvorrichtung eingebracht werden.

Automatisierte Prüfungen rund um die Uhr

Das neue Robogoniometer vom TÜV Süd verfügt über je ein DAkkS-kalibriertes Photometer und Spektroradiometer, mit denen es die Brennstellen selbstständig abfährt. Dadurch sind häufigere Messungen in der gleichen Projektzeit möglich. Eine Bereichsautomatik passt die Messzeiten dabei auf unterschiedliche Frequenzen des Leuchtmittels an, ähnlich wie die Belichtungszeit bei einem Fotoapparat. So lassen sich unterschiedliche Typen und auch extravagante Designs prüfen.

„Die automatischen Prüfungen rund um die Uhr und ohne Unterbrechung sorgen für eine größtmögliche Flexibilität bei den Messungen“, sagt Florian Hockel, Segmentleiter für Licht, Leuchten und Multimediaprodukte beim TÜV Süd. „Der Hersteller erhält zu jedem beliebigen Zeitpunkt während der Laufzeit der Projekte deutlich mehr Messdaten zu seinem Produkt und kann es auf dieser Grundlage weiterentwickeln.“

Bis zu 8.000 Brennstellen gleichzeitig

Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Betrachtung der Gleichmäßigkeit in der Fläche. Eine homogene spektrale Lichtverteilung ist insbesondere für Sonderprüfungen im Bereich der Medizintechnik, beispielsweise für OP-Leuchten, sowie für Displays und Pflanzenbeleuchtungen wichtig.

Das neue Labor für Leuchtmittelprüfungen ist seit Jahresbeginn 2020 im Einsatz. In der weltweit aktuell einzigartigen Messanlage sind laut Angaben des TÜV bis zu 8.000 Brennstellen im Dauertest in bis zu 300 Projekten gleichzeitig realisierbar.

Bildergalerie

  • Das Gerät verfügt über je ein DAkkS-kalibriertes Photometer und Spektroradiometer, mit denen es Brennstellen selbstständig abfährt.

    Bild: TÜV Süd

  • Bis zu 8.000 Brennstellen lassen sich mit dem Robogoniometer gleichzeitig testen.

    Bild: TÜV Süd

  • Eine homogene Lichtverteilung ist unter anderem im Bereich der Medizintechnik und der Pflanzenbeleuchtung wichtig.

    Bild: TÜV Süd

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