Echte Zufälligkeit für Verschlüsselung, Authentifizierung und Cloud-Dienste

Quanten-Zufallszahlen für kryptografische Anwendungen verfügbar

Visualisierung Zufallszahlengenerator beruhend auf Quantenfluktuationen.

Bild: Fraunhofer IPMS; KI-generiert
22.06.2026

Das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS präsentiert mit Q-Dice einen Quanten-Zufallszahlengenerator (QRNG), der echte Zufälligkeit aus Quanten-Vakuumfluktuationen gewinnt. Das System erzeugt mit Bitraten von mehr als 4 Gbit/s echte Zufallszahlen auf Basis intrinsisch zufälliger und unbeeinflussbarer Quanteneffekte. Im Unterschied zu bestehenden Verfahren arbeitet Q-Dice nicht mit potenziell angreifbaren Algorithmen und erreicht zugleich deutlich höhere Datenraten. Damit eignet sich die Lösung besonders für sicherheitskritische Anwendungen. Die Qualität der erzeugten Zufallszahlen wurde mit den etablierten und international anerkannten Testverfahren BSI AIS 20/31 und NIST SP 800-22 validiert.

Echte Zufälligkeit ist eine zentrale Voraussetzung für moderne kryptografische und sicherheitskritische Systeme, in denen deterministische oder unsichere Zufallszahlengeneratoren Schwachstellen in Verschlüsselung und Authentifizierung verursachen können. Durch die Messung inhärent unvorhersagbarer Quanten-Vakuumfluktuationen erzeugt Q-Dice vom Fraunhofer IPMS Quanten-Entropie für eine Vielzahl von Anwendungen, darunter sichere Kommunikation, Datenverschlüsselung (zum Beispiel mittels QKD oder PQC), Authentifizierung und Zugriffsmanagement sowie großskalige Simulationen.

Das System ist mit einem starken Fokus auf Sicherheitsanforderungen konzipiert. Es erfüllt die strengen Anforderungen des Bundesamts für Informationssicherheit (BSI) gemäß AIS 20/31 und wird mit EAL3 Level (Evaluation Assurance Level) und als PTG 3 (Physical Random Number Generator) eingestuft, was einen wichtigen Beweis für die Sicherheit des Systems darstellt.

„Mit Q-Dice machen wir hochwertige Quanten-Zufälligkeit praktisch nutzbar und zugänglich“, sagt Dr. Alexander Noack, Bereichsleiter Data Communication & Computing am Fraunhofer IPMS. „Unsere Technologie steht sowohl als robustes 19 Zoll Rack System für den Einsatz in eigener Infrastruktur zur Verfügung als auch über unsere Online-Entropy-as-a-Service Plattform. Damit reduzieren wir die Hürden für den Einsatz quantenbasierter Sicherheit deutlich.“

QRNG-Kompetenzen am Fraunhofer IPMS

Um maximale Zuverlässigkeit zu gewährleisten, bündelt das Fraunhofer IPMS alle zentralen Kompetenzen im eigenen Haus und ermöglicht so eine durchgängige Entwicklung von der Photonik bis zur Systemintegration:

  • Design von Laser- und optischen Front-End-Systemen zur stabilen Erzeugung und Kontrolle von Quantenrauschen

  • Low-noise Analog-Front-End (AFE) zur Detektion von Quanten-Vakuumfluktuationen

  • Hochgeschwindigkeits-Datenerfassung (Analog-Digital-Umsetzung – ADC) sowie FPGA-basierte Zufallsextraktion und Nachverarbeitung

  • Systemintegration mit Hochdurchsatzschnittstellen, einschließlich 10 Gbit/s Ethernet

Dieser Ende-zu-Ende-Ansatz gewährleistet eine präzise Kontrolle über die Qualität, die Stabilität und die Leistungsfähigkeit der Entropiegewinnung. Dieselbe physikalische Rauschquelle bildet die Grundlage sowohl für den hardwarebasierten als auch für den cloudbasierten Zugang zu Quantenentropie.

Zwei Bereitstellungsmodelle: Hardware oder Cloud-Zugang

Das Fraunhofer IPMS bietet Q-Dice in zwei Konfigurationen an, um unterschiedliche Einsatz- und Betriebsanforderungen zu unterstützen:

1. Q-Dice Hardware 19-Zoll-Rack-System

Eine All-in-One-Hardwarelösung für den Einsatz in Rechenzentren und On-Premises-Umgebungen.

Q-Dice Spezifikationen

  • Zufallsbitrate: 4,1 Gbit/s

  • All-in-One-Lösung

  • 19-Zoll-Rack-System (andere Formfaktoren auf Anfrage verfügbar)

  • 10G-Ethernet-Schnittstelle (weitere Schnittstellen auf Anfrage)

  • Entwickelt für Integrationsumgebungen mit hohem Durchsatz und evaluiert nach BSI AIS 20/31 sowie der NIST SP 800-22 Test-Suite

2. Online QRNG on Demand (Entropie als Service)

Eine sichere Online-Schnittstelle ermöglicht direkten Zugriff auf quantengenerierte Zufälligkeit, ohne dass eine spezielle Hardwareinstallation erforderlich ist. Der Service ermöglicht eine schnelle Evaluierung, Prototypenentwicklung sowie die skalierbare Integration von Quantenentropie in Softwaresysteme und cloudbasierte Anwendungen.

Mit dem Übergang der Technologie in die Implementierungsphase setzt das Fraunhofer IPMS auf kollaboratives Wachstum. „Unser Ziel ist es, gemeinsam die Messlatte für Sicherheit und Vertrauen im digitalen Zeitalter weiter anzuheben. Daher laden wir Partner ein, die Technologie zu testen und gemeinsam Anwendungen für die Praxis zu entwickeln“, ergänzt Noack abschließend.

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