Kontaktflächen Membran–Elektrode erhöhen elektrischen Widerstand

Studie entschlüsselt PEM-Brennstoffzellenverluste

Eine nur mikrometerdünne Membran entscheidet in PEM-Brennstoffzellen über Leistung, Effizienz und Lebensdauer – besonders an den Kontaktflächen zur Elektrode.

Bild: publish-industry, Gemini
01.04.2026

Eine Studie der Universität Duisburg-Essen und des ZBT analysiert Membranen in PEM‑Brennstoffzellen mit einer neuen Testmethode an der Kathode. So wurden Ursachen von Leistungsverlusten getrennt sichtbar. Entscheidend sind auch Kontaktflächen zwischen Membran und Elektrode.

Wie lassen sich Brennstoffzellen effizienter und langlebiger machen – und welche Rolle spielt dabei eine nur wenige Mikrometer dünne Membran? Dieser Frage ist eine aktuelle Studie der Universität Duisburg-Essen und des Zentrums für BrennstoffzellenTechnik nachgegangen. Sie wurde von Nanowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler um Dr. Fatih Özcan geleitet. Dank einer neuen Methode gelang es ihnen, Membraneffekte erstmals systematisch zu analysieren.

Brennstoffzellen gelten als Schlüsseltechnologie für eine klimaneutrale Energieversorgung. Eine besonders wichtige Variante sind sogenannte Protonenaustauschmembran-Brennstoffzellen (PEMFC). Sie wandeln Wasserstoff effizient in Strom um und könnten vor allem im Verkehr und in der stationären Energieversorgung wichtig werden. Im Inneren der PEMFC sorgt eine dünne Kunststoffmembran dafür, dass nur Protonen hindurchgelangen, während Elektronen außen entlangfließen und so Strom entsteht. Die Eigenschaften der unverzichtbaren Membran bestimmen maßgeblich Leistung, Effizienz und Lebensdauer.

Was die Membran in der Zelle eigentlich macht

Bisher war es jedoch schwierig, den Einfluss der Membran zu untersuchen, da sich viele Prozesse überlagern. Das Team um Dr. Fatih Özcan vom Lehrstuhl für Partikeltechnik (Prof. Doris Segets) der Universität Duisburg-Essen (UDE) entwickelte daher mit weiteren Forschenden der UDE und dem Zentrum für BrennstoffzellenTechnik (ZBT) eine neue Methode: Statt die gesamte Brennstoffzelle zu analysieren, untersuchten sie gezielt die Kathode in einer vereinfachten Testumgebung. So ließ sich der Einfluss der Membran klar isolieren.

Untersucht wurden Membranen unterschiedlicher Dicke und chemischer Struktur sowie ein Referenzsystem ohne Membran. Mithilfe elektrochemischer Messverfahren konnten die Forschenden erstmals die Ursachen von Leistungsverlusten sichtbar machen und voneinander trennen – etwa elektrische Widerstände, Reaktionsgeschwindigkeit und Stofftransport.

Leistungsverluste sichtbar gemacht

„Unsere Ergebnisse zeigen: Die Membran bringt zusätzliche Widerstände ins System und beeinflusst die Leistung maßgeblich“, erklärt Doktorandin und Erstautorin Yawen Zhu. „Überrascht hat uns jedoch, dass der größte Teil des zusätzlichen elektrischen Widerstands nicht durch die Dicke der Membran entsteht, sondern bereits durch ihre bloße Anwesenheit – genauer gesagt durch die Kontaktflächen zwischen Membran und Elektrode.“

Die Membrandicke wirkt sich vor allem die Geschwindigkeit der elektrochemischen Reaktionen aus: Je dicker die Membran, desto langsamer laufen sie ab. „Transportverluste werden hingegen stärker durch die chemische Struktur des Materials bestimmt“, so Dr. Fatih Özcan, Letztautor der Studie. „Unsere Forschung belegt, dass Membranen weit mehr sind als passive Bauteile. Sie liefert zugleich wichtige Ansatzpunkte für die Entwicklung leistungsfähigerer und langlebiger Brennstoffzellen.“

Zur Studie

Die Studie ist ein Teilergebnis des Projekts R2R-CCM, das von 2022 bis 2024 vom nordrheinwestfälischen Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie gefördert wurde. An der Studie beteiligt waren Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler des Lehrstuhls für Partikeltechnik am Institut für Energie- und Materialprozesse, des Center for Nanointegration (CENIDE), des Interdisciplinary Center for Analytics on the Nanoscale (ICAN) sowie des Zentrums für BrennstoffzellenTechnik (ZBT).

Bildergalerie

  • Die Protonenaustauschmembran liegt direkt auf der Kathoden-Katalysatorschicht – schon die Kontaktfläche kann elektrische Widerstände und damit die Leistung der Brennstoffzelle beeinflussen.

    Die Protonenaustauschmembran liegt direkt auf der Kathoden-Katalysatorschicht – schon die Kontaktfläche kann elektrische Widerstände und damit die Leistung der Brennstoffzelle beeinflussen.

    Bild: Yawen Zhu, KI-generiert

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