Große Speiseölproduzenten müssen bis zu 11,5 Millionen Liter Öl pro Tag abfüllen können. Eine neue Dreh-Abfüllmaschine vereint nun bewährte Abfülltechnik mit moderner Automatisierungstechnik.

Bild: iStock, BlackJack3D

Automatisierte Komplettlösung für Speiseöl Öl schneller abfüllen

29.10.2019

In modernen Produktionsanlagen werden täglich bis zu 11,5 Millionen Liter Speiseöl in Flaschen gefüllt. Um diese Mengen bewältigen zu können, braucht es flexible, zuverlässige und vollautomatisierte Maschinen. Ein Hersteller kompletter Abfüll- und Verpackungslinien hat nun für seine neue Dreh-Abfüllmaschine bewährte Technik mit einer vollelektronische Kontrollmethode für die Wägezellen und Füllventile kombiniert.

Obst, Gemüse und Öle werden frisch vom Feld oder vom Baum in modernsten Anlagen verarbeitet und verpackt, bevor sie in den Supermarkt und schließlich auf den Teller gelangen. CFT ist eine auf Entwicklung und Bau kompletter Abfüll- und Verpackungslinien für Gemüsekonserven, Getränke, Speiseöle und Schmierstoffe spezialisierte Firma und hat traditionsreiche Marken aus diesen Branchen in ihrem Portfolio.

Auf der Erfahrung mit der Marke Comaco aufbauend hat CFT den Geschäftsbereich CFT Lube mit Schwerpunkt Gestaltungs- und Ausführungslösungen für Öl, Schmierstoffe und Chemikalien gegründet. Mit 11,5 Millionen Litern Speiseöl, die täglich verpackt werden, ist CFT auf die optimale Leistung und Zuverlässigkeit seiner Betriebsmittel angewiesen. Da Comaco die wichtigsten Ölmühlen in Italien und rund um die Welt zu seinen Kunden zählt, entwickelte CFT eine neue Maschine zur Optimierung der Abfüllverfahren. Unter Verwendung bewährter Abfülltechnik führt diese Dreh-Abfüllmaschine eine vollelektronische Kontrollmethode für die Wägezellen und Füllventile ein.

Voll kommunikationsfähig

Bisher setzte CFT kundenspezifische Wägemodule ein. Deren Integration in Automatisierungssysteme ist jedoch pro­blematisch und bei einem Ausfall der Anlage ist es schwierig, Ersatzteile zu finden. Die Firma entschied sich daher für den Umstieg auf Automatisierungstechnik von Siemens. Wichtig für die Entscheidung war, dass diese Lösungen mit der neuen, elektronischen Messtechnik voll kommunikationsfähig sind.

Während der Installation in die elek­tronische Dreh-Abfüllmaschine wurde das Siemens-Wägemodul Siwarex WP251 am drehenden Teil des Geräts mit der Steuerung Simatic S7-1214C verbunden. Die Siwarex-Module steuern die Schrittmotorsteuerung zum Öffnen und Schließen der Füllventile, womit der Flüssigkeitsstrom geregelt wird. Dank der neuen Ausrüstung wurde die Dreh-Abfüllmaschine hinsichtlich der Anpassung an Temperaturschwankungen, Fassungsvermögen und Öltypen vereinfacht. Das macht sie flexi­bler, dynamischer und vor allem schneller: um mehr als 40.000 Flaschen pro Stunde.

Der Simatic-Controller S7-1513F ist für die Maschinenlogik zuständig, während die am rotierenden Teil der Maschine installierten CPUs Simatic S7-1214C über Profinet mit der zentralen Steuerung kommunizieren. Das Ethernet-basierte Kommunikationsnetzwerk ist flexibel, leistungsstark und garantiert eine zuverlässige Kommunikation mit dem Scalance XB208 Switch und der RCoax-Antenne, einem Strahlerkabel, das über den gesamten Umfang des rotierenden Teils installiert ist.

Kontinuierliche Start- und Stoppvorgänge fordern Antriebe

Während des Abfüllbetriebs sichern die Schnecken die schnelle, präzise und synchronisierte Positionierung der Flaschen unter den Abfüllköpfen. Sie müssen auch das Einschieben der Flasche vermeiden, falls einer der Abfüllköpfe nicht korrekt arbeitet. Da diese Schnecken kontinuierlichen, dynamischen Start- und Stoppvorgängen unterliegen, sind sie auf leistungsfähige Antriebe angewiesen. Zum Einsatz kommen die Servomotoren Simotics 1FK7 und der Antrieb Sinamics S120. Die einlaufenden Gurte, die Drehung des Monoblocks und das Anheben des Tanks können mit herkömmlichen Umrichtern wie dem Sinamics G120C verbunden werden. Die Schnecken hingegen erfordern bürstenlose Motoren und ein leistungsstarkes Motion Control System – in diesem Fall das Simotion D410.

Eine Engineeringplattform von Siemens bringt all diese vielseitigen und schnell laufenden Prozesse zusammen. Das Totally-Integrated-Automation-Portal (TIA) ermöglicht nicht nur die Kommunikation zwischen zahlreichen Geräten, eine präzise Diagnose, funktionale Sicherheit, Performance in den Bewegungsabläufen, Wägegenauigkeit und Maschinenlogik, sondern auch die Steuerung und Bedienung durch den Anwender.

Schnelle Inbetriebnahme

Mit dieser Komplettlösung von Siemens konnte CFT ihre Abfüllleistung um 20 Prozent steigern. Die Firma hat auch ihr Anpassungsvermögen an Kundenanforderungen sowie die Bedienerfreundlichkeit ihrer Geräte und Prozesse verbessert.
Durch den Einsatz der Siwarex WP251, entweder mit Touchpanel oder CPU, gehen Einstellung und Inbetriebnahme schnell, einfach und problemlos von der Hand. Bedienoberflächen können durch die Integration im TIA-Portal frei gestaltet und auf alle verfügbaren Simatic-Bedienpanel geladen werden. In Verbindung mit einer S7-1200-Steuerung können auch anwender- oder anlagenspezifische Sonderfunktionen problemlos realisiert werden.

Darüber hinaus stellt die Siwarex WP251 eine Trace-Funktion bereit. Sie erlaubt den Kunden, alle archivierten Variablen oder zugehörigen Daten mit Unterstützung von Siwatool V7 darzustellen, zu analysieren und bei Bedarf zu verarbeiten. Diese Fähigkeiten ermöglichen den Anwender von CFT die volle Ausnutzung der Leistungsdaten für Diagnose, Wartung und Inbetriebnahme sowie eine bessere Effizienz und Prozessführung.

Die nahtlose Integration und Verarbeitung der Wägeelektronik und Automatisierungssysteme haben CFT von der Leistungsfähigkeit, Genauigkeit und Flexibilität der Siemens-Lösungen überzeugt. Und besonders erfreulich war es für die Firma, die Systemzertifizierung für den eichpflichtigen Verkehr nach OIML R61 zu erhalten, da CFT damit seine Versorgungskette erweitern konnte.

Siemens auf der BrauBeviale

Bildergalerie

  • Die Dreh-Abfüllmaschine führt eine vollelektronische Kontrollmethode für die Wägezellen und Füllventile ein.

    Bild: Siemens

  • In dem Schaltschrank sind die Wäge­module Siwarex WP251 installiert.

    Bild: Siemens

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