Craft-Biere sind im Trend. Aufgrund der hohen Nachfrage hat eine Brauerei in Großbritannien in eine neue Abfüll- und Etikettiermaschine investiert.

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Abfüll-/Etikettier-Kapazität gesteigert Moderne Anlagen für das Brauhandwerk

07.02.2018

Die Biere einer Craft-Bier-Brauerei in Großbritannien sind so beliebt, dass die hohe Nachfrage die Produktionskapazitäten an ihre Grenzen brachte. Mit den bestehenden Maschinen war ein Wachstum nicht möglich. Deshalb hat die Brauerei in neue Anlagen zur Flaschenabfüllung und Etikettierung investiert.

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Der Markt für Craft-Biere in Großbritannien boomt. Mehr als 11.000 unterschiedliche Biere sind hier erhältlich und die Zahl kleiner Brauereien wächst rasant. Waren es 2010 noch 1.026, sind es heute mehr als 1.700 – das entspricht einem Anstieg um rund 65 Prozent in den vergangenen sechs Jahren. Diesen Siegeszug der handwerklich erzeugten Biere spürt auch die Brauerei Thornbridge mit Sitz in Bakewell, Derbyshire. Das 2005 gegründete Unternehmen gehört zu den ersten und gleichzeitig erfolgreichsten Craft-Brauereien Großbritanniens. Angefangen mit der Produktion von Fassbieren, erweiterte Thornbridge sein Portfolio bereits früh um die Abfüllung in Flaschen und lieferte diese zunächst an Pubs, Restaurants sowie Premium-Supermärkte.

Die positive Geschäftsentwicklung stellte die Brauerei jedoch vor technische Schwierigkeiten, erklärt Simon Walkden, Chief Operating Officer bei Thornbridge: „Seit dem riesigen Erfolg unserer IPA-Marke Jaipur überstieg die Nachfrage stets unsere Produktionskapazitäten.“ Mit den alten Anlagen bewerkstelligte die Brauerei eine maximale Abfüllung von knapp 2.000 0,5-
Liter-Flaschen pro Stunde. Fünf Tage die Woche wurde mit hohem Personaleinsatz im Dauerbetrieb abgefüllt. „Die bestehende Maschine war buchstäblich der Flaschenhals unserer Abfüllung – es gab keinen Raum für Expansion“, sagt Walkden. Außerdem traten vereinzelte Probleme beim Etikettierprozess auf. Die Labels wiesen unschöne Knitter, Rillen oder Bläschen auf und wurden zum Teil nicht auf der richtigen Höhe geklebt.

Aus diesem Grund wurde beschlossen, in eine moderne Abfüll- und Etikettieranlage zu investieren. Die Anforderungen: Die neuen Maschinen mussten größer, schneller und effizienter sein sowie qualitativ hochwertige Ergebnisse abliefern. Schließlich hänge, so Walkden, der gute Ruf der Brauerei von der Qualität ihrer Biere ab. Den Zuschlag erhielt KHS. Ausschlaggebend für diese Entscheidung waren nicht nur die Leistung der Systeme, sondern auch ihre hohen hygienischen Standards sowie die Energie- und Medieneinsparung. Angesichts der positiven Geschäftsentwicklung spielte auch der Aspekt Zukunftssicherheit eine wichtige Rolle. „Ein kleiner Kapazitätssprung reichte uns nicht aus, wir mussten mit dieser Investition Raum für Wachstum schaffen“, erklärt Walkden.

Präzise und sauerstoffarme Abfüllung

Deshalb fiel die Wahl auf eine im Vergleich zur bestehenden Anlage deutlich leistungsfähigere Lösung, den KHS Innofill Glass Micro DPG. Entwickelt wurde die Anlage für kleine mittelständische Brauereien und ermöglicht in kompakter Bauweise eine schonende und sauerstoffarme Abfüllung sowie biochemische Sicherheit. Durch mehrfaches Evakuieren und Spülen mit CO2 erfolgt eine niedrige Sauerstoffaufnahme bei gleichzeitig niedrigem CO2-Verbrauch. „Das ist gerade bei Craft-Bier wichtig, da sonst die vielfältigen Aromen zerstört werden können“, erklärt Walkden. Die Mitarbeiter messen permanent den Sauerstoffgehalt bei der Abfüllung, damit dieser die tolerierbaren Werte nicht überschreitet. Außerdem weist die Abfüllanlage einen reduzierten Ersatz- und Verschleißteilverbrauch sowie einen geringen Wartungsaufwand auf. Der Füllkopf ist in Edelstahl gefertigt. Mithilfe der eingebauten Vakuumpumpe spart die Brauerei zudem beim Energieverbrauch.

Der neue Innofill Glass Micro DPG ist verblockt mit einem Flaschenrinser, der materialschonend und energieeffizient arbeitet. Mit der Modernisierung kam die angestrebte Kapazitätssteigerung: Rund 7.500 Flaschen füllt Thornbridge pro Stunde ab – mit viel Luft nach oben. Denn die maximale Abfüllleistung des Glasflaschenfüllers beträgt bis zu 15.000 Flaschen pro Stunde. „Dank der deutlich höheren Geschwindigkeit füllen wir aktuell eine größere Menge ab und brauchen dafür nur noch zwei bis drei Tage pro Woche statt fünf“, sagt Walkden.

Das Auge trinkt mit

Um sich auch hinsichtlich der optischen Präsentation ihrer Flaschen zukunftssicher und flexibel aufzustellen, entschieden sich die Briten für die KHS-Etikettiermaschine Innoket Neo mit Selbstklebestation. „Bei mehr als 20 unterschiedlichen Sorten im Bereich Flaschenbiere, die alle jeweils am Flaschenhals sowie an der Vorder- und Rückseite mit Labels versehen werden, war uns eine leistungsstarke Etikettierlösung besonders wichtig“, betont Walkden. Hinzu kommt die Umstellung von 0,5- auf 0,33-Liter-Flaschen und damit einhergehend die Verwendung kleinerer, auf die Flasche angepasster Labels. Die KHS-Serie Innoket Neo ist für nahezu alle Formen und Materialien geeignet und erbringt eine maximale Leistung von bis zu 60.000 Flaschen pro Stunde. Zudem ist die Anlage einfach zu bedienen: Sie ermöglicht beispielsweise einen Formatteilwechsel bei den Ein- und Auslaufsternen innerhalb kürzester Zeit ohne Werkzeug.

Export in 38 Länder

Die KHS-Anlage konnte auch mit ihrer hohen Systemsicherheit punkten. Durch redundante Etikettieraggregate wird ein Maschinenstillstand bei Rollenwechsel oder Störung vermieden und somit die Verfügbarkeit der Maschine sichergestellt. Um die Flaschen zusätzlich zu schonen, verzichtet die Anlage auf den sonst üblichen, abrupt eingreifenden Flaschenstopp. Stattdessen wird der Flaschenstrom sanft durch eine servomotorisch angetriebene Einlaufschnecke gesteuert. Sollten sich die Anforderungen von Thornbridge in Zukunft ändern, sind Modifikationen oder Erweiterungen aufgrund der modularen Bauweise der Innoket Neo einfach realisierbar.

Bildergalerie

  • Mit der neuen Etikettiermaschine kann die Craft-Bier-Brauerei Thornbridge bis zu 60.000 Flaschen pro Stunde mit Labels versehen.

    Bild: KHS

  • Simon Walkden, Chief Operating Officer bei Thornbridge: „Dank der deutlich höheren Geschwindigkeit füllen wir aktuell eine größere Menge ab und brauchen dafür nur noch zwei bis drei Tage."

    Bild: KHS

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