Industrielle Lieferketten sollen Position im Fusionsmarkt sichern

Mission Fusion: Deutschland will beim Kraftwerk der Zukunft vorn sein

Fusionskraftwerke sollen künftig zur klimaneutralen, sicheren und grundlastfähigen Energieversorgung beitragen. Deutschland will dafür Forschung, Industrie und Politik stärker vernetzen.

Bild: publish-industry, KI-generiert mit Imagen 4
19.08.2026

Fusion könnte zu einem zentralen Baustein einer klimaneutralen und zuverlässigen Energieversorgung werden – und eröffnet damit ein enormes Marktpotenzial. Weltweit wetteifern Unternehmen und Forschungseinrichtungen um die ersten kommerziellen Fusionskraftwerke. Deutschland verfügt dabei über eine gute Ausgangsposition. Um diese in eine führende Marktposition zu verwandeln, müssen jedoch rasch industrielle Prozess- und Lieferketten aufgebaut und der Wissenstransfer zwischen Forschung und Industrie intensiviert werden. Eine geeignete Plattform dafür bietet der Fraunhofer Industrietag Fusion 2.0. Am 15. und 16. Oktober 2026 bringt die Veranstaltung in Aachen Akteure aus Industrie, Forschung, Politik, Beratung sowie dem Energie- und Finanzwesen zusammen.

Die Hightech Agenda Deutschland wird konkret – und mit ihr die Forschung und Entwicklung für ein Fusionskraftwerk in Deutschland. Im Mai hat die Bundesregierung eine Roadmap vorgestellt, die den Weg zur kommerziellen Nutzung der Fusion skizziert. Allein in der aktuellen Legislaturperiode steht dafür ein Förderbudget von 2,4 Milliarden Euro bereit. Fusion könne einen zentralen Beitrag zur klimaneutralen, sicheren und grundlastfähigen Energieversorgung leisten, die technologische Souveränität stärken und neue Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Exportpotenziale in Deutschland schaffen, heißt es in der Begründung.

Mission Fusion nimmt Fahrt auf

Mit der Roadmap und der Einrichtung von drei Hubs, an denen die Fusionsforschung sich in den nächsten Jahrzehnten konzentrieren und Innovationsökosysteme schaffen soll, nimmt die „Mission Fusion“ nun Fahrt auf. Ziel ist es, das Energiesystem vom Kohlenstoffkreislauf zu entkoppeln. Fusionskraftwerke wären eine optimale Ergänzung zur günstigen, aber volatilen Wind- und Solarenergie. Letztere wird in Zukunft das Gros des rasant steigenden globalen Strombedarfs decken. Für eine zuverlässige Versorgung sind jedoch auch konstant liefernde Energieanlagen gefragt. Daher wird das Markpotenzial auf viele hundert Fusionskraftwerke weltweit geschätzt.

Deutschland kann mit seiner starken photonischen und optischen Industrie, dem etablierten Miteinander von Grundlagen- und angewandter Forschung sowie seiner Fülle an industriellen Innovatoren eine entscheidende Rolle in diesem Zukunftsmarkt übernehmen. Dafür muss der Aufbau tragfähiger Prozess- und Lieferketten für Fusionskraftwerke sofort beginnen. Starke Innovationsökosysteme müssen zusammenfinden, um die Herausforderungen auf dem Weg zum Fusionskraftwerk zu lösen. Es braucht Technologiesprünge in Hochenergie-Lasertechnik und Optik, bei den Reaktormaterialien, neue hochautomatisierte Fertigungsverfahren sowie neue Ansätze für den Tritium-Kreislauf und die Injektion des Fusionsbrennstoffs aus den zwei Wasserstoffisotopen Deuterium und Tritium. All das bedarf hoher und riskanter Investitionen. Um die Risiken zu minimieren und den Entwicklungsaufwand zu refinanzieren, gilt es, Spinoff-Technologien in der Fusionsforschung zu identifizieren und schnellstmöglich in andere Märkte zu transferieren.

Fraunhofer Industrietag Fusion 2.0 vernetzt relevante Akteure

Die zukunftsweisende „Mission Fusion“ setzt die intensive Zusammenarbeit von Akteuren aus der Industrie, Forschung und Wissenschaft, aus Politik, Beratung sowie aus der Energie- und Finanzwirtschaft voraus. Der Fraunhofer Industrietag Fusion 2.0 bietet hierfür am 15. und 16. Oktober 2026 die passende Plattform für den fach- und branchenübergreifenden sowie auch technologieoffenen Wissensaustausch. Es geht ebenso um Magnet- und Laserfusion wie um Ansätze rund um die Werkstoffe und den Fuel-Cycle künftiger Kraftwerke.

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