Das Zusammenspiel zwischen E-Auto und Photovoltaik kann sinnvoll als Energiespeicher genutzt werden.

Bild: E.ON

So wollen BMW und E.ON ein Stromspeicher auf vier Rädern nutzen Laden in zwei Richtungen

16.11.2022

Wie kann der E-Auto-Akku in Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage sinnvoll als Stromspeicher zu Hause genutzt werden? Dieser Frage gehen BMW und E.ON aktuell in der Praxis nach.

Bei diesem so genannten bidirektionalen Laden fließt der Strom – anders als bei einer herkömmlichen Ladung des E-Autos – nicht allein in Richtung des Fahrzeug-Akkus, sondern kann bei Bedarf auch wieder ins Hausnetz zurückgespeist werden.

Der Einsatz bei Privathaushalten ist Teil des großangelegten Projekts „Bidirektionales Lademanagement“ von BMW und seinen Partnern, gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.

Zukünftige Produkte

Filip Thon, CEO von E.ON Energie Deutschland, erklärt: „Es ist ein wichtiger Schritt für die Energiewende, auch die im E-Auto vorhandene Akkukapazität im Rahmen eines ganzheitlichen Energiemanagements zu nutzen. Wir sind davon überzeugt, dass bidirektionales Laden künftig eine bedeutende Rolle für unsere Kundinnen und Kunden spielen wird, und freuen uns, die neue Technik gemeinsam mit unserem Partner BMW intensiv zu erproben. Wir erwarten uns viele Erkenntnisse für künftige Produkte im Sinne der integrierten Energielösungen für das Zuhause der Zukunft.“

Die Technik im Alltag

Zwei Familien im Münchner Umland testen aktuell das bidirektionale Laden in ihrem Lebensalltag. Dazu wurden die entsprechenden Ladelösungen und Steuerungsboxen von E.ON in den beiden Haushalten installiert sowie die speziell ausgerüsteten BMW i3-Fahrzeuge ausgeliefert. Ein Expertenteam begleitet das Projekt durch kontinuierliche Datenauswertung und eine ständige Optimierung.

Fahrzeug-Akku nutzen

Im Rahmen des gemeinsamen Pilotprojekts untersuchen die Partner das dedizierte Zusammenspiel des E-Auto-Akkus mit Photovoltaik-Anlagen. Dabei wird bei Sonnenschein überschüssiger Solarstrom in den Fahrzeug-Akku geladen und kann bei Bedarf wieder aus der Batterie heraus ins Haus fließen, um dort verbraucht zu werden.

Statt überschüssigen Sonnenstrom ins Netz einzuspeisen, können Kunden mit dieser Lösung einen größeren Anteil der Energie für die eigene Wohnung nutzen. Durch die Einbeziehung des Fahrzeug-Akkus steigt also die Unabhängigkeit vom Netzbezug und die PV-Anlage rentiert sich noch schneller. Der Hochlauf der Elektromobilität sorgt zudem für einen starken Zuwachs an Speicherkapazität für diesen Einsatz.

Ein weiterer Aspekt des Forschungsprojekts soll perspektivisch auch die Nutzung des Fahrzeug-Akkus im Hinblick auf flexible Stromtarife sein. Beide Modell-Anwendungen leisten auch einen Beitrag zur Energiewende und zur Entlastung der Stromnetze – daher ist zum Beispiel der Verteilnetzbetreiber Bayernwerk ebenfalls Partner des großangelegten BMW-Projekts. Eine besonders wichtige Rolle dabei spielen zudem intelligente Messsysteme und damit der Smart Meter Rollout.

Smarte Steuerung

„Besonders wichtig ist uns die Kundenfreundlichkeit der Anwendung. Daher erfolgt die Steuerung der Lade- und Entladevorgänge automatisch und intelligent durch eigens entwickelte Soft- und Hardware. Zentral ist dabei die vom E.ON-Tochterunternehmen gridX entwickelte ‚GridBox‘ mit entsprechender smarter Software. Die Nutzerinnen und Nutzer geben Zielvorgaben und legen etwa fest, welche Mindestmenge im Akku des E-Autos verbleiben soll“, erklärt Mark Ritzmann, Managing Director bei E.ON Group Innovation.

Im Projektverlauf werden die eingesetzten Technologie-Lösungen mit Blick auf künftige, konkrete Privatkundenprodukte entsprechend optimiert. Ein solches bidirektionales Ladesystem könnte künftig nicht nur Heimspeicher für Photovoltaik-Anlagen ergänzen, sondern auch bei älteren PV-Anlagen zum Einsatz kommen, bei denen eine Speichernachrüstung mit modernen Systemen sehr aufwändig und somit teuer wäre.

Bildergalerie

  • Beim bidirektionalen Laden wird der E-Auto-Akku als Zwischenspeicher für eigenen Sonnenstrom genutzt, der später wieder im Haus verwendet werden kann.

    Bild: E.ON

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